Das Problem ist seit Jahren bekannt: Mit geschätzt über 1000 Tauben in der Innenstadt ist die Population in Tuttlingen auch in den Augen vieler Tierschützer zu hoch. Die Dichte begünstigt schließlich Krankheiten – auch unter den Tauben. Über die Lösung des Problems wird laut einer Mitteilung der Stadt schon seit den 1980er-Jahren diskutiert – bislang ohne Ergebnis.

„Die baulichen Gegebenheiten sind in unserer Stadt auch besonders schwierig“, so Oberbürgermeister Michael Beck am Donnerstag. Schließlich bieten die unzähligen nach dem Stadtbrand errichteten Feuerschutzgässchen zwischen den Altbauten ideale Nistbedingungen – deutlich bessere, als zum Beispiel in Altstädten mit geschlossener Bebauung. Aus diesem Grund waren sich auch bisher verschiedene Taubenexperten nicht einig geworden, welcher Weg für Tuttlingen der richtige ist.

Taubenschlag bräuchte tägliche Betreuung

Ein neuer Ansatz könnte nun gestartet werden. Anfang des Jahres hatte Florentin Stemmer, Stadtrat der Tierschutzallianz, gemeinsam mit der LBU einen Antrag eingereicht, nach dem Tuttlingen einen betreuten Taubenschlag einrichten solle. Dort könne man die Tauben überwachen – und vor allem regelmäßig das Gelege entfernen und so den Nachwuchs kontrollieren.

Der Haken an der Sache: Neben Baukosten von rund 20.000 Euro muss man bei einer Betreuung durch städtische Mitarbeiter von rund 40.000 Euro pro Jahr ausgehen. Schließlich müsste der Taubenschlag nahezu täglich aufgesucht und gereinigt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Hoffnung liegt auf zu gründendem Verein

„Wir können deswegen keine neuen Leute einstellen“, so OB Michael Beck. Anders wäre es, wenn es – wie zum Beispiel in Rottweil – einen Verein gebe, der diese Aufgaben ehrenamtlich übernimmt. Bis jetzt gebe es einen solchen in Tuttlingen aber nicht.

„Ein Verein ist in Gründung“, berichtete Florentin Stemmer – nur wegen Corona habe man diese bislang noch nicht vollzogen, werde dies nun aber zügig nachholen. Vor diesem Hintergrund waren sich die Räte einig, dass man erst die Gründung des Vereins und erste Gespräche mit dessen Vertretern abwarten wolle, bevor man über das weitere Vorgehen berät.

Füttern von Tauben wird bestraft

Das bisherige Taubenfütterungsverbot gilt übrigens weiter: Hier wurden bereits Strafen von insgesamt 2000 Euro verhängt, wie Fachbereichsleiter Johannes Hamma berichtete. In allen Fällen ging es allerdings nicht um Personen, die einzelne Brösel oder Körner auf den Boden warfen, sondern um Menschen, die Tauben in großem Stil fütterten.

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