Mehr jüngere und mobile Leute im Alter zwischen 18 und 65 Jahren erkranken im Kreis Tuttlingen derzeit an Corona. Im Landkreis, dessen Inzidenzwert nach weiteren neuen 25 positiven Fällen am Freitag bei 110 lag, gelten ab dem heutigen Samstag laut einer neuen Allgemeinverfügung des Landratsamts wieder strengere Restriktionen.

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Dazu gehören wie berichtet mehr Kontaktbeschränkungen und die erneute Schließung des Einzelhandels. Trotz der steigenden Fallzahlen – am Donnerstag mit 49 neu Infizierten der zweithöchste Wert 2021 – bleibt es bislang in der Klinik ruhig. Derzeit werden elf Coronakranke behandelt, zwei intensiv. „An zwei Tagen in dieser Woche hatten wir keine Coronafälle auf der Intensivstation“, so Landrat Bär bei der wöchentlichen Pressekonferenz.

Impfungen für Ältere schreiten voran

Ein Grund für die höheren Anteile jüngerer Kreisbewohner an den Fallzahlen sieht Stefan Bär im Fortschreiten der Impfungen bei der älteren Generation. In den Pflege- und Reha-Einrichtungen gebe es derzeit 18 Infizierte, 13 davon Bewohner.

Keine Meldungen aus Schulen

Fortgesetzt haben sich aber die kreisweit notwendigen Schließungen von Kitas, darunter in Fridingen. Aus Schulen gebe es bislang noch keine Meldungen über neue Fälle. Insgesamt sind derzeit im Landkreis 211 Menschen mit dem Virus infiziert, davon 70 mit einer der Mutationen.

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Mit Blick auf die wohl weiter steigenden Fallzahlen und eine ähnliche Entwicklung im Land appellierte Bär ein weiteres Mal, die Corona-Restriktionen zumindest in Baden-Württemberg einheitlich und nicht nach Einzelwerten der Kreise zu regeln. „Die jetzige Regelung führt zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung,“ sagte Bär und forderte, dass man unter anderem dem Einzelhandel und der Gastronomie wieder eine Perspektive bieten müsse.

Rückblick auf „Chaostage“

Es gelte zu prüfen, ob Fallzahlen „das Maß aller Dinge“ bleiben und ob ein Aussetzen des Grenzwerts 100 bei der Inzidenz möglich sei. Was das Impfen gegen Corona angeht, nannte der Landrat die zurückliegende Woche „Chaostage“. Bislang gab es 15.281 Erst- und Zweit-Impfungen im Landkreis. Hochgefahren wurden in den Kitas und Schulen sowie den Testzentren der Kommunen die Schnelltestungen, ebenso auf privater Ebene bei Apotheken, Ärzten und Drogerien. Die aus den neuen Testzentren gemeldeten positiven Fälle will der Landkreis ab kommender Woche getrennt registrieren. Bär betonte dazu noch, es müsse klar sein, dass ein Schnelltest nur eine Momentaufnahme sei.