Personen über 80 Jahre, die einen Impftermin mit AstraZeneca in diesem Zeitraum hatten, werden soweit möglich auf BionTech umgebucht. Alle anderen AstraZeneca-Termine entfallen in dieser Woche ersatzlos, wie aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes Tuttlingen hervorgeht.

Hirnvenen-Thrombosen schrecken auf

Grund sind die aktuellen Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Demnach rät das Bundesministerium für Gesundheit dazu, die Corona-Impfungen mit Astra Zeneca vorsorglich auszusetzen. Nach neuen Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, hält das PEI weitere Untersuchungen für notwendig. Am Ende wird die Europäische Arzneimittelbehörde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Nur noch drei Impfstraßen in Betrieb

Diese Meldung traf die Verantwortlichen des KIZ am Montag gegen 16 Uhr gänzlich unerwartet. Etwas mehr als die Hälfte aller Impfungen werden aktuell mit dem AstraZeneca Impfstoff durchgeführt. Lediglich 250 Impfdosen entfallen auf BionTech. „Das ist ein herber Rückschlag“, konstatiert der Erste Landesbeamte Stefan Helbig. „Wir waren gut vorbereitet und haben seit dem 8. März alle sechs Impfstraßen in Betrieb genommen. Jetzt müssen wir unseren Betrieb auf drei Impfstraßen zurückfahren.“ Die niedergelassenen Ärzte im Landkreis Tuttlingen impfen derzeit noch nicht, so dass lediglich die Abläufe innerhalb des KIZ reorganisiert werden müssen.

Biontech-Impfungen finden statt

Wie lange die Impfungen mit AstraZeneca ausgesetzt werden, ist derzeit nicht absehbar. Die Organisator*innen des KIZ Tuttlingen bitten um Verständnis. „Diejenigen, die einen Erst- oder Zweittermin für den AstraZeneca Impfstoff vereinbaren konnten möchten wir bitten, nicht vorbeizukommen. Alle anderen Impfungen mit Biontech finden wie geplant statt“, erklärt Bernhard Flad, Mitglied des Leitungsteams des KIZ.

„Mehr als frustriert“

„Wir sind mehr als frustriert über diese Entwicklung. Sobald wir wissen wie es konkret weiter gehen soll werden wir wieder umgehend informieren. Bitte beachten Sie deshalb die Informationen auf unserer Homepage und in unseren sozialen Netzwerken,“ ergänzt Landrat Stefan Bär. Das Landratsamt rechnet schon in Kürze mit ergänzenden Hinweisen der zuständigen Stellen von Bund und Land.