Der Landkreis Tuttlingen meldet den zweiten Corona-Toten. Laut Landrat Stefan Bär handelt es sich dabei um eine über 80 Jahre alte Person, die bereits diverse Vorekrankungen hatte. Die Person verstarb im Klinikum Tuttlingen. Weitere Details zu dem Fall wollte der Landrat am Freitag in einer Telefonkonferenz vor Journalisten mit Blick auf den Datenschutz nicht nennen. Laut Bär gibt es im Landkreis Tuttlingen derzeit 82 bestätigte Corona-Fälle. „Fünf davon befinden sich stationär im Klinikum Tuttlingen„, informierte Bär. Eine Person unter diesen fünf Fällen liege auf der Intensivstation und werde beatmet. 75 Fälle im Landkreis Tuttlingen befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

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Bär unterstrich erneut den Ernst der Lage: „Das Coronavirus trifft alle Altersgruppen, vom Kleinkind bis zum Senior“, sagte Bär auch mit Blick darauf, dass die derzeit im Klinikum beatmete Person unter 50 Jahre alt sei und sich auch ein Kleinkind unter den stationären Patienten befinde. „83 Prozent der bestätigten Fälle sind unter 60 Jahren“, so Bär. In der Altersgruppe 35 bis 59 Jahre gebe es derzeit im Landkreis Tuttlingen 45 Fälle. „Die Annahme, dass Corona nur die Alten trifft, ist völlig falsch, es trifft jene, die mitten im Leben stehen“, betonte der Tuttlinger Kreischef. Er appellierte in diesem Zusammenhang erneut an die Bürger, die Distanzregeln unbedingt einzuhalten, trotz des schönen Wetters zu Hause zu bleiben und auch Abstand zu halten. „Social distancing ist nach wie vor angesagt“, so Stefan Bär. Das gelte auch für Mütter und Kinder, die sich nicht mit anderen Müttern und Kindern treffen sollten. Das Beispiel des positiv getesteten fünfjährigen Kleinkinds zeige, dass das Virus Menschen jeden Alters treffen könne. Mit Verweis auf den so genannten Altersmedian im Landkreis sagte Bär, dass der Altersschnitt von 47 Jahren genau auf Bundesebene liege.

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Gut vorbereitet sei man im Kreis mit Blick auf steigende Fallzahlen auf weitere Patienten. Zwölf Beatmungsplätze seien im Klinikum rund um die Uhr arbeitsfähig. „Beatmung ist ein hochkomplexes Arbeitsfeld“, sagte Bär, „Beatmungsplätze sind immer der Engpass in der klinischen Versorgung.“ Die mobile Bettenstation im Tuttlinger Krankenhaus die zur Isolierstation umfunktioniert wurde, könne bis zu 110 Betten vorhalten, ferner gebe es in Tuttlingen noch Gebäudereserven. Vor der Klinik wurde eigens ein Zelt exklusiv für die Aufnahme von Corona-Patienten errichtet, damit diese nicht in die Notfallambulanz müssten.

Gut laufe laut Bär das am Dienstag eingerichtete und von niedergelassenen Ärzten betriebene Corona-Zentrum. „Hier werden nicht nur Abstriche gemacht, sondern auch Untersuchungen“, informierte Bär. Bislang seien dort 89 Patienten vorstellig geworden, von jedem wurde ein Abstrich genommen, in elf Fällen erfolgte eine weitere Untersuchung. Im Zentrum in Spaichingen werden täglich etwa 40 Abstriche genommen. Bei der Corona-Hotline des Gesundheitsamtes arbeiten laut Bär mittlerweile zehn Ärzte. „Das sind vorwiegend Pensionäre, die sich auf unseren Aufruf gemeldet haben“, erklärte Bär, der in diesem Zusammenhang auch an das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Bürger in der Corona-Krise erinnerte.

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