Die Windkrafstandorte im Landkreis Tuttlingen erhalten Zuchwachs: Die Stadt Tuttlingen verpachtet ein städtisches Grundstück auf dem Winterberg nahe der Gemeinde Eßlingen an einen Windkraft-Betreiber. Dies beschloss der Tuttlinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. "Im Gegenzug werden die Einnahmen schwerpunktmäßig in Eßlingen investiert", informierte Arno Specht, Sprecher der Stadt Tuttlingen, in einer öffentlichen Mitteilung.

Nach mehrjähriger Diskussion über die Windkraftnutzung in Eßlingen ist jetzt die Entscheidung gefällt: Ein Windrad kann auf der städtischen Fläche entstehen. Damit entschied der Gemeinderat anders als zuvor der Eßlinger Ortschaftsrat. Sowohl Oberbürgermeister Michael Beck als auch mehrere Gemeinderäte verwiesen aber darauf, dass der Windpark oberhalb von Eßlingen ohnehin entsteht – unabhängig von der Entscheidung in Tuttlingen. "Durch die Verpachtung der städtischen Fläche bietet sich aber die Möglichkeit, dass auch Tuttlingen von den Pachteinnahmen profitiert – rund 70 000 Euro pro Jahr werden erwartet, und das über 20 Jahre", erklärte Specht.

In seiner jüngsten Sitzung hatte der Eßlinger Ortschaftsrat die Verpachtung trotz der zu erwartenden Einnahmen abgelehnt. „In Eßlingen ist das eine Glaubensfrage“, sagte Erster Bürgermeister Emil Buschle, der an der Sitzung teilgenommen hatte. Das Klima bei der Diskussion in der Pfarrscheuer sei aber dennoch entspannt und konstruktiv gewesen.

In der jüngsten Sitzung nun beschloss der Tuttlinger Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen und bei drei Enthaltungen, trotz des Eßlinger Votums das Areal an den Windkraftbetreiber Kommunalwind zu verpachten. Die zu erwartenden Maßnahmen sollen in die Ortsentwicklung Eßlingens investiert werden. Und sowohl Beck als auch Buschle betonten, dass man hier keine „Sowieso-Maßnahmen“ finanzieren werde.

Die auf dem Winterberg geplanten Windkraftanlage ist nicht die einzige ihrer Art in der Region: Auf dem Amtenhauser Berg bei Ippingen stehen seit letztem Jahr bereits fünf Windräder.