Ein auf 1,8 Milliarden Euro gestiegener Umsatz, dynamisches Wachstum in vielen Ländern der Welt und intensive Beteiligung an der Stadtentwicklung am Standort Tuttlingen kennzeichnen das zurückliegende Geschäftsjahr der Aesculap AG. Der Medizintechnikhersteller, einer der größten Arbeitgeber der Region, beschäftigt am Stammsitz derzeit 3624 Mitarbeiter. Diese Zahl soll konstant gehalten werden, wie es bei der Vorstellung des Geschäftsberichts am Donnerstag hieß.

Große Bauprojekte im eigenen Geschäftsbereich plant Aesculap derzeit zwar nicht. Das Unternehmen hat jedoch die Grundlage dafür geschaffen, dass am Aesculap-Platz ab dem Sommer ein neuer Wohn- und Geschäftskomplex entsteht, in den Aldi und Rewe ziehen werden und der 75 barrierefreie Wohnungen bieten wird.

  • Für Zukunft gut aufgestellt: Über die Geschäftsentwicklung der Sparte Aesculap im B. Braun-Konzern informierten Vorstandsvorsitzender Joachim Schulz und die beiden Vorstandsmitglieder Jens von Lackum (Ressorts Marketing, Vertrieb und Personal) sowie neu Katrin Sternberg (Ressorts Forschung und Entwicklung). "Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt", betonte Aesculap-Chef Schulz in seinem Bericht. Er zeigte sich mit dem Umsatzplus von 2,1 Prozent, das zu konstanten Wechselkursen 5,3 Prozent bedeutet hätte, durchaus zufrieden. Aesculap habe seinen Beitrag zum Konzernergebnis überproportional steigern können. Eine besonders positive Entwicklung sah Schulz in China, wo ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt wurde. Aber auch die Geschäfte in Europa und im Stammland Deutschland seien gut gewesen. Investiert wurden 2018 im Inland und den Werken in aller Welt 130,7 Millionen Euro.
  • Kontinuierliches Wachstum als Ziel: Als Ziel des Unternehmens nannte Schulz ein Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent. "Wir wollen kontinuierlich wachsen", so der Vorstandsvorsitzende. Diese Vorgabe sei anspruchsvoll, zumal die neue europäische Medizinprodukte-Verordnung viele Kräfte binde. Schulz nannte als Beispiel dafür die aufwändige Nachweisführung auch für Produkte, die sich bereits lang auf dem Markt befinden. "Das kostet einiges an Energie, die nicht in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte gehen kann." Auch im kommenden Jahr werde man eng mit den anderen B. Braun-Sparten zusammenarbeiten. Unter anderem sollen die Marketing- und Vertriebsaktivitäten in einem Geschäftsbereich gebündelt werden.
  • Initiativen für Standort: Das Gesicht des Aesculap-Platzes verändern wird das vom Unternehmen angeschobene Projekt des Wohn- und Geschäfsthauses, das dort ab dem Sommer in eineinhalbjähriger Bauzeit entstehen soll. Das ehemals von den Stadtwerken genutzte Areal am Kreisverkehr mit anhängenden Aesculap-Grundstücken wurde laut Schulz an einen Projektentwickler verkauft. Rewe wird in dem neuen Komplex 1900 Quadratmeter beziehen, Aldi 1200. Weiter sind 153 ebenerdige Stellplätze und rund 75 Wohnungen mit einer Tiefgarage geplant. Mit dem Umzug von Aldi und Rewe aus der Möhringer Vorstadt schafft sich Aesculap dort strategische Erweiterungsoptionen. Vorerst gibt es dafür noch keine Pläne, wenn jedoch ein weiteres Gebäude entstehe, werde es sich um eine Fabrik handeln, erklärte Schulz. In den denkmalgeschützten Stammgebäuden sei es dagegen einfacher, Büros unterzubringen. Auch bei der Projektentwicklung für die Gestaltung des Bahnhofsareals sind Aesculap und die Stadt weitergekommen. Ein Auswahlgremium befasst sich Ende April mit vorgelegten Entwürfen. Das Thema Parken wird ebenfalls Teil des Bahnhofskonzepts sein. Zudem ist man im Gespräch mit der Stadt Tuttlingen hinsichtlich eines Parkleitsystems.
  • Attraktiver Arbeitgeber: Auf die Personalpolitik des Unternehmens ging Jens von Lackum ein. Aesculap habe sich auch 2018 als attraktiver Arbeitgeber weiterentwickelt. "Wir stehen in unserer Region vorbildhaft für eine hohe soziale Verantwortung gegenüber der Belegschaft, flexible Arbeitsmodelle und sehr gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf," hob er hervor. Das Thema, wie die Instrumente der Zukunft aussehen und welche medizintechnische Lösungen in zehn Jahren gebraucht werden, griff Katrin Sternberg auf. Sie ging dabei näher auf die zunehmende Digitalsierung und Biologisierung ein und informierte, darüber, wie Biotechnologie im Bereich Implantate zur Vorbeugung gegen Infektionen eingesetzt wird.