Ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 bilanziert Markus Waizenegger, Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse Tuttlingen. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die Digitalisierung sowie die ausufernde Regulatorik waren 2017 die großen Themen der Kreissparkasse. "Wir stemmen uns mit zahlreichen Maßnahmen gegen die Ergebnisrückgänge durch die Nullzinspolitik", so Waizenegger. Gleichzeitig gelte es, die Mehrkosten durch Regulatorik sowie die Investitionen in die Digitalisierung zu schultern.Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte die Kreissparkasse im 161. Geschäftsjahr, gestützt durch die eingeleiteten Maßnahmen und eine gute Konjunktur, ein gutes Ergebnis ausweisen. Mit dem erwirtschafteten Überschuss könne das Eigenkapital und damit die Substanz gestärkt werden. Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2017 rund 3,3 Milliarden Euro. Verglichen mit demVorjahreswert ist das ein Plus von 92 Millionen Euro beziehungsweise 2,8 Prozent.

Im Kreditgeschäft konnte die Kreissparkasse Tuttlingen das Geschäftsjahr 2017 mit einem Plus von 71 Millionen Euro abschließen. Im vergangenen Jahr hat die Kreissparkasse den kleinen und mittelständischen Unternehmen im Landkreis neueKredite mit einem Gesamtvolumen von über 277 Millionen Euro zugesagt. Aufgrund des günstigen Zinsumfeldes hält auch die positive Entwicklung im Bereich der Immobilienfinanzierung an.

Im Neugeschäft hat die Kreissparkasse 2017 mit über 130 Millionen Eurowiederum ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Zusammen mit dem Verbundpartner LBS Südwest verzeichnet die Kreissparkasse bei der privaten Baufinanzierung einen Marktanteil von über 60 Prozent.

Bei den Kundeneinlagen zeigt sich zwischen Unternehmen und Privatpersonen eine gegenläufige Entwicklung. Während die bilanzwirksamen Kundeneinlagen von Privatpersonen mit fast 60 Millionen Euro deutlich zulegten, waren die Einlagen von Unternehmen rückläufig. In Summe reduzierten sich die Kundeneinlagen um 1,4 Prozent auf 2,165 Milliarden Euro.Anleger, die nur auf niedrig verzinste Anlagen setzen, haben schon seit Längerem reale Vermögensverluste zu beklagen. Dabei wirkt sich das Zinstief insbesondere auf langfristige Anlagen oder die Altersvorsorge gravierend aus. Aufgrund des fehlenden Zinseszinseffektes wird nicht nur die Wirkung von Vorsorgeleistungen ausgehebelt, auch einmal gesetzte Sparziele rücken in immer weitere Ferne. Anleger stehen daher vor der herausfordernden Frage, wie überhaupt noch eine angemessene Rendite erzielt werden kann. Vor diesem Hintergrund sieht sich die Kreissparkasse in der Anlageberatung in der Verantwortung. 2017 wurden hierbei Investmentfonds der Deka stark nachgefragt, was zu einem deutlichen Plus im Wertpapiergeschäft beitrug. Der Nettoabsatz von Wertpapieren habe sich mit 23,7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.