Mit dem in absoluten Zahlen besten Ergebnis der Firmengeschichte hat der Tuttlinger Medizintechnikhersteller Aesculap das 150. Jubiläumsjahr abgeschlossen. Aesculap-Vorstandsvorsitzender Joachim Schulz berichtete in seiner Bilanz von einem Umsatz, der im Jahr 2017 knapp 1,8 Milliarden Euro betrug und damit um 3,6 Prozent über dem Vorjahresergebnis lag, zu unveränderten Wechselkursen um 4,6 Prozent. Das Tuttlinger Unternehmen, zweitgrößte Sparte im B. Braun Konzern Melsungen, beschäftigt am Stammsitz 3631 Mitarbeiter, weltweit 12 200. Schulz kündigte an, 2018 ein Unternehmens-Wachstum von fünf bis sieben Prozent anzustreben und das Kostenwachstum zu bremsen. In Tuttlingen engagiert sich das Unternehmen bei Projekten am Aesculapplatz und am Bahnhofsvorplatz.

Über die Unternehmensentwicklung zeigte sich Joachim Schulz, der die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden 2017 neu übernommen hat, recht zufrieden. Man habe ein befriedigendes Wachstum in einem anspruchsvollen Umfeld erzielt, erklärte er. Als "Wachstumslokomotive" bezeichnete er den Markt in China. Aber auch die Geschäfte in Japan und am Heimatstandort Deutschland liefen gut, ebenso in Asien und Teilen Südamerikas. Stagnationen gab es in Großbritannien und den USA.

Was die Erfolge einzelner Aesculap-Produkte angeht, so hob der Vorstandsvorsitzende vor allem die Bereiche Angioplastie (minimal-invasives Verfahren zur Erweiterung verengter/verschlossener Blutgefäße) und chirurgische Instrumente hervor. Bei den Katheder-Produkten habe man sich gegen große US-Wettbewerber durchgesetzt. Bei den aktuellen internen Innovationen nannte Schulz die Felder Miniaturisierung und Biologisierung. Mit Blick auf das 2018 angestrebte Ergebniswachstum sah er unter anderem die Notwendigkeit, Kosten einzusparen, indem man das Personal nicht vergrößere, sondern konstant halte.

Die Investitionen betrugen 2017 141,2 Millionen Euro. Ende 2017 wurde das neue Betriebsrestaurant fertiggestellt, das sich zentral auf dem Werksgelände befindet und zum "Treffpunkt aller Mitarbeiter" entwickelt hat. Außerdem wurde die Erweiterung der Logistik abgeschlossen, wodurch man 90 000 zusätzliche Lagerplätze im Kleinteilelager geschaffen und dessen Kapazität fast verdoppelt hat. Auch die dortigen Arbeitsplätze wurden von acht auf 16 erhöht. Intensiv engagiert sich das Unternehmen weiter in der Tuttlinger Stadtentwicklung. Schulz: "Die Planung für das Erdgeschoss des Neubauprojekts Einkaufs- und Dienstleistungszentrum am Aesculap-Platz ist fast fertig."

Bei der Maßnahme arbeitet Aesculap mit einem Investor zusammen. Nutzer des neuen Zentrums sind die Einzelhändler Aldi und Rewe, deren beiden große Geschäfts- und Parkflächen gegenüber der Innovation-Factory in der Möhringer Vorstadt damit in naher Zukunft frei werden. Auf diese Weise könne man künftige Erweiterungen auf einem geschlossenen Firmengelände planen, ohne außerhalb neue Werksflächen zu benötigen, so Schulz.

Auf die externen Innovationen des Unternehmens, wie etwa die Beteiligung an jungen Firmen, ging der Vorstand Marketing, Vertrieb und Personal, Jens von Lackum, ein. Er schilderte auch den Erfolg des seit 2017 Jahr bestehenden "Werk_39", dessen Ziel es ist, die Innovationskraft von B. Braun besser auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen.

Die Sparte Aesculap des B. Braun Konzern ist Experte für alle Behandlungs-Konzepte in Chirurgie, Orthopädie und interventioneller Gefäßmedizin bei der stationären und ambulanten Patientenversorgung. Im Zentrum der Aesculap-Aktivitäten stehen die Allgemeinchirurgie, orthopädischer Gelenkersatz und regenerative Therapien, Neurochirurgie, Laparoskopie (Bauchspiegelung), interventionelle Gefäßdiagnostik, degenerative Wirbelsäulenerkrankungen sowie Herz-Thorax-Chirurgie. (feu)