Das Immanuel-Kant- und das Otto-Hahn-Gymnasium Tuttlingen, von jeweils rund 800 Schülern aus der Region besucht, werden auf die Zukunft ausgerichtet. Beim größten Bauprojekt in der Stadtgeschichte und derzeit größten Schulbaumaßnahme in ganz Baden-Württemberg saniert und ergänzt die Stadt Tuttlingen in den nächsten drei Jahren die beiden Schulen mit einem Aufwand von 64 Millionen Euro. Dabei hat man sowohl technische Ausstattung und Pädagogik im Blick als auch die bauliche und energetische Erneuerung. Maßgeblich für die Entscheidung zugunsten der Sanierung der Schulen war ein Elf-Millionen-Euro-Zuschuss des Landes, den man bei einem Neubau nicht in dieser Höhe erhalten hätte.

Der Start für das große Bauprojekt war zwar schon im April, Corona-bedingt fand der offizielle erste Spatenstich jedoch erst jetzt auf der bereits eingerichteten Baustelle statt. Tuttlingens OB Michael Beck zeigte sich stolz über die Maßnahme, die seit fünf Jahren vorbereitet werde. „Keine Stadt in Baden-Württemberg investiert so viel in ihre Schulen wie Tuttlingen,“ sagte er.

Den ersten Baggerbiss für die Sanierung des Immanuel-Kant- und des Otto-Hahn-Gymnasiums in Tuttlingen nimmt OB Michael Beck selbst vor.
Den ersten Baggerbiss für die Sanierung des Immanuel-Kant- und des Otto-Hahn-Gymnasiums in Tuttlingen nimmt OB Michael Beck selbst vor. | Bild: Jutta Freudig

Architekt und Bauleiter Michael Immler vom Büro Krug Grossmann Architekten erklärte, bei dem Projekt, das bis 2023 in drei Bauabschnitten realisiert wird, handle es sich um eine „Weiterentwicklung der Gymnasien“, bei der die bestehende Bausubstanz individuell und mit Augenmaß auf den neuesten Stand gebracht werde. Die Freude und den Dank an Stadt und Gemeinderat drückten seitens der Schulen der stellvertretende Schulleiter des OHG, Wolfgang Staib, und die Schulleiterin des IKG, Patricia Pulfer-Jauch, aus.

Und wie läuft nun das umfangreiche Bauprojekt ab? Für einen Teil der Gymnasiasten findet der Unterricht seit Beginn der Maßnahme in Containern statt. „Wir haben hier 16 Klassenräume sowie Toiletten“, erklärt Fachbereichsleiter Stefan Hermann, „und die werden während der Bauphase wechselnd genutzt – je nachdem, welcher Bereich der beiden Gymnasien gerade entkernt und frisch aufgebaut wird.“ Knapp 1,8 Millionen Euro hat die Stadt Tuttlingen allein für diese Übergangslösung ausgegeben.

Die Bauten des Immanuel-Kant- und des Otto-Hahn-Gymnasiums unterscheiden sich auch künftig durch die Farbgebung. Für das IKG werden grüne, für das OHG gelbe Farbtöne eingesetzt.
Die Bauten des Immanuel-Kant- und des Otto-Hahn-Gymnasiums unterscheiden sich auch künftig durch die Farbgebung. Für das IKG werden grüne, für das OHG gelbe Farbtöne eingesetzt. | Bild: Visualisierung: Stadt Tuttlingen

Die Sanierung des IKG-Turms bildet den ersten, bis Mitte 2021 dauernden Bauabschnitt. Dabei werden die bestehenden Gebäude weitgehend erhalten. Das OHG wird darüber hinaus um einen neuen Fachklassentrakt ergänzt. Fachräume, die von beiden Schulen genutzt werden, haben auch künftig im IKG ihren Platz. Der zweite Bauabschnitt folgt bis Juli 2022, der dritte und letzte bis Dezember 2023.

Während das OHG zu großen Teilen auch entkernt wird, bleibt der großzügige Raumzuschnitt des IKG weitgehend erhalten. Die Handschrift der Architekten aus den 1960er-Jahren wird man auch künftig noch spüren. Das gilt auch für die IKG-Aula, deren zeittypische Elemente wie die Holzverkleidungen bleiben. Komplett neu wird dagegen das Äußere. Hier entschied sich der Gemeinderat für eine hochwertige und Keramikverkleidung.

Das ist ein Blick auf das Otto-Hahn-Gymnasium, dessen Gebäude bei der Sanierung in großen Teilen entkernt wird. Sowohl das OHG als auch das IKG erhalten vollkommen neue Fassaden.
Das ist ein Blick auf das Otto-Hahn-Gymnasium, dessen Gebäude bei der Sanierung in großen Teilen entkernt wird. Sowohl das OHG als auch das IKG erhalten vollkommen neue Fassaden. | Bild: Visualisierung: Stadt Tuttlingen

Auch ein Stück Retro-Architektur erhalten bleibt, werden die ökologischen Gründe für die Sanierung der betagten Schulgebäude dennoch deutlich. Hohe Bedeutung werde guten Dämmwerten und einer effizienten Heizung beigemessen, so Stefan Hermann.