25 Jahre Deutsches Harmonikamuseum sind ein Grund zu feiern. Weit über 100 000 Besucher aus aller Welt verzeichnete der Museumsbetrieb in diesen 25 Jahren. Das Museum hat mit dem Umzug in sein neues Domizil in den Bau V des alten Hohner-Areals und der Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Juli ein aufregendes Jahr hinter sich, welches nun mit einem vielfältigen und – wie könnte es anders sein – musikalischen Wochenende gefeiert wurde.

Die Existenz des Museums ist zunächst der Initialspende von Margarita Fuchs, einer geborenen Hohner (1929 – 2011), zu verdanken und dem Umstand einer drohenden Schließung im Krisenjahr 1987. Das Land schritt in einer einmaligen Aktion ein und kaufte in diesem Jahr die Sammlung, um deren Erhalt zu sichern. "Es war und ist ein Riesenakt, das Museum zu erhalten und zu betreiben", erklärt dessen Leiter Martin Häffner. Daher sei man stets auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Der Wissenschaftler ist der einzige hauptamtliche und professionelle Angestellte des Museums. Dieses wird vom seinerzeit zunächst pro forma gegründeten Trägerverein des Museums getragen, dessen Mitglieder sich auf vielerlei Weise helfend einbringen.

Trotz Unterstützung durch – wiederum einmalig – die Landesstiftung Baden-Württemberg und die Stadt Trossingen sowie den Landkreis stand für die Einrichtung der neuen Dauerausstellung nur ein schmales Budget zur Verfügung. Dennoch ist es gelungen, einen authentischen Standort, nun barrierefrei auf einer Ebene, zu schaffen. Betritt man die Ausstellung, wird erst einmal bewusst, in welchem Ausmaß zwei Musikinstrumente – die Mundharmonika und die Hand(Zieh)harmonika – die Musikstile auf aller Welt beeinflusst hat und dies immer noch tut. Jazz, Soul, Tango, Blues, die steirische Volksmusik – alle diese Musikstile wären nicht was sie sind ohne Harmonikas, ein Musikinstrument, das von Trossingen aus immer noch in alle Welt verkauft wird.

Schon Stevie Wonder begeisterte als Junge 1963 mit seiner Virtuosität an diesem Musikinstrument, die Beatles spielten Mundharmonika und so weiter, die Liste ließe sich endlos fortsetzen, die Zeitgeschichte seit ihrer Entstehung lässt sich einzigartig im Museum erleben, sehen und hören. Das Interessante ist, dass die Sammlung im Hohner-Museum auch Instrumente der Konkurrenz beinhaltet. So zieht einen das Museum mit seiner Bandbreite unwiderstehlich in seinen Bann, ohne dass man Musiker sein muss.

Wie in all den Jahren zuvor haben viele Ehrenamtliche mit viel Engagement wieder zum Gelingen der Jubiläumsfeier beigetragen. Alle Musiker des Jubiläumsprogramms spielten ohne Gage, um so die Finanzierung des neuen Deutschen Harmonikamuseums zu unterstützen. Und das Geburtstagsprogramm konnte sich sehen lassen: Es wurde am Freitag mit einem steirischen Abend eröffnet. Wolfgang Märzendörfer, Leiter des Harmonikazentrums in Graz, referierte über die steirische Harmonika, danach spielte die Hausmusi Altenberg auf. Am Samstag war die museale Kulisse Platz bester Unterhaltung. Das Blues-Duo "Hobo und Fränk", die Hohner-Band und das Südtiroler Schwabenduo rissen die Besucher zu begeistertem Applaus hin. Die Möglichkeit, gleichzeitig die Ausstellung zu erkunden, ließen sich die Gäste ebenfalls nicht entgehen. Auch der Sonntag war zum Museumscafé mit einem opulenten Programm geprägt vom Klang der Mundharmonika.

Weitere Sonderveranstaltungen lassen nicht lange auf sich warten. Am 21. September, findet um 19 Uhr im Museum in Kooperation mit dem Kommunalen Kino "Accordion del Diablo" mit Vorprogramm zum Thema Harmonikas im Film statt. Anfang November begrüßt Trossingen zu den Harmonica Masters Concerts 2016 internationale Musiker. Im Rahmen der Harmonica Masters Workshops findet am 5. November ein Sonderkonzert und eine "American Auction" besonderer Museumsstücke statt.