Triberg setzt sich erfolgreich für arme Kinder in Mali ein. Mittlerweile flossen fast 10 000 Euro an Geld- und Sachspenden für das Hilfsprojekt, das Tribergs Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold im vergangenen Herbst ins Leben gerufen hat.

Wegen der Corona-Pandemie könnten zwar seit März 2020 Pakete nicht mehr von Deutschland nach Mali geschickt werden – „aber wir haben eine andere Möglichkeit gefunden“, freut sich Arnold. Die guten Kontakte zur Patenbatterie, dem vierten Artilleriebataillon 295 der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt, haben dazu beigetragen, dass die aktuelle Hilfslieferung Dank der Unterstützung der Bundeswehr doch nach Mali gebracht werden kann.

Das Paket der Triberger Stadtmusik mit Schulsachen und Blockflöten ist in Mali angekommen. Die Kinder zeigen zum Dank die Fotos der Musiker.
Das Paket der Triberger Stadtmusik mit Schulsachen und Blockflöten ist in Mali angekommen. Die Kinder zeigen zum Dank die Fotos der Musiker. | Bild: Stadtverwaltung

Die beiden „großen Pakete“ wurden kürzlich von der Bundeswehr abgeholt, so Arnold. In der Lieferung enthalten seien unter anderem Kinderfolgenahrung, 500 Schutzmasken und 50 Packungen Händedesinfektionsmittel.

Arnold ist wichtig, dass die Hilfslieferungen und Geldspenden auch wirklich vor Ort ankommen und zum Wohl der dortigen notleidenden Kinder eingesetzt werden. Dabei kooperiert die Stadt Triberg mit dem Franziskanerinnen-Kloster in Koulikoro, das etwa 30 Kilometer entfernt von der malischen Hauptstadt Bamako liegt. Das Kloster kümmere sich um Kinder unterschiedlichen Alters, vom Säugling bis zum Schulkind, erklärt Arnold.

Klosterleiterin als wichtiger Kontakt vor Ort

Wichtig sei den Franziskanerinnen, dass die Kinder von der Straße weg seien, versorgt würden und eine schulische Ausbildung erhielten. Geldspenden, die auch in Corona-Zeiten überwiesen werden können, lässt sich Arnold immer von der Leiterin des Klosters, Schwester Janeth, bestätigen, damit er sicher sein kann, dass sie angekommen und sinnvoll verwendet werden. Vom dortigen Bundeswehrpfarrer hat sich Arnold sagen lassen, dass es den Kindern ohne das Engagement des Klosters und die Unterstützung aus Triberg „lange nicht so gut gehen“ würde.

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Auch wenn Geldspenden derzeit einfach zu übermitteln sind, freut sich Arnold auch über Sachspenden. Dabei kläre er mit dem Kloster ab, was gebraucht werde. Kleiderspenden beispielsweise seien nicht geeignet, da die Kleiderproduktion eine Haupteinnahmequelle im Land sei. Und dieser solle ja keine Konkurrenz entstehen.

Schwester Janeth (rechts) und eine Mitarbeiterin mit zwei Kindern, die von ihrem Team aufgenommen und betreut werden.
Schwester Janeth (rechts) und eine Mitarbeiterin mit zwei Kindern, die von ihrem Team aufgenommen und betreut werden. | Bild: Stadtverwaltung

Dankbar erwähnt Arnold unter anderem das Engagement von Familien und Kindergärten in Triberg, die neuwertige Spielwaren gespendet haben wie Plüschtiere, Spielautos, Memory, Puzzles und anderes mehr. Aber auch Schulsachen wurden schon nach Mali geschickt.

Vereine als wichtige Stütze

Neben Einzelpersonen sind es auch Vereine, die ein Herz für die bedürftigen Kinder in Afrika haben. So spendete beispielsweise die Stadt- und Kurkapelle Triberg im Zuge ihres Weihnachtskonzerts 2019 einen Teil – konkret: 1000 Euro – der eingenommenen Spenden der Konzertbesucher für das Hilfsprojekt. Von dem Geld wurden unter anderem Schulsachen und mehrere Blockflöten gekauft und nach Mali geschickt. Auch ein Foto der Stadtmusiker und eines deren Zöglinge waren im Paket.

Triberger Gemeinderat hilft mit

Auch der Triberger Gemeinderat unterstützte das Projekt bereits, indem die Gremiumsmitglieder im Dezember 2019 auf ihr Sitzungsgeld verzichteten. „Von einem Teil des Geldes wurde unter anderem Folgenahrung für Kleinkinder gekauft und nach Mali geschickt“, berichtet Arnold.

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Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei (CDU) konnte Arnold das Kinder-Hilfsprojekt vorstellen. Frei stellte anerkennend fest: „Es imponiert mir immer wieder, welch großes Echo private Initiativen auslösen können.“ Bei dem Treffen wurde auch an die Anfänge erinnert.

Patenbatterie der Stadt Triberg war in Mali

Anlass für das Projekt waren demnach Gespräche mit Soldaten des vierten Artilleriebataillons 295. Diese Patenbatterie der Stadt Triberg war bis Ende 2019 im Friedenseinsatz in Koulikoro in Mali stationiert. Dort sind die Soldaten in Kontakt mit der Bevölkerung gekommen, darunter Franziskanerinnen aus Kolumbien und Frankreich in einem nahen Kloster. „Die Soldaten wurden auf die Not der dort betreuten Kinder aufmerksam und haben uns deren Lage geschildert. Daraus ist spontan die Mali-Hilfe in Triberg entstanden“, blickte Nikolaus Arnold im Gespräch mit Frei zurück.

Staunen über Spendenbereitschaft

Dass nun seit Herbst fast 10  000 Euro zusammengekommen sind, lässt Arnold staunen. „Das hätte ich nie gedacht. Ursprünglich hatte ich mir 1000 Euro pro Jahr erhofft. Hinzu sind noch viele Sachspenden oder kleine Aufmerksamkeiten gekommen, die in Koulikoro viel Freude bereiten“, erzählt Arnold.

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Die Spende der CDU-Landtagsfraktion war auf Initiative von Karl Rombach zustande gekommen. Als kleines Dankeschön ließ Arnold auf rund 70 Schulbeuteln neben dem Namen Triberg und Koulikoro auch das CDU-Logo drucken. Diese Taschen werden mit Desinfektionsmitteln und Schutzmasken das Land mit Hilfe der Bundeswehr in Richtung Mali verlassen.

Hoffnung und Perspektive geben

Regelmäßig nimmt Arnold zudem Geldüberweisungen vor, damit vor Ort notwendige Dinge beschafft werden können. Wichtig ist ihm nicht nur, dass jeder gespendete Cent in Afrika ankommt, sondern den Menschen mit der Unterstützung aus Deutschland ein wenig Hoffnung und Perspektive gegeben wird. „Dies ist in der Tat wichtig“, meint Frei, „denn in diesem Land, in dem Drogen-, Waffenhandel und Menschenschmuggel das Geschehen vor dem UN-Einsatz beherrscht haben, geht es jeden Tag darum, diesen erst einmal zu überleben.“