Viele Menschen, die mit und vom Wald leben, wurden im Frühjahr von den beiden Sturmtiefs Sabine und Bianca hart getroffen. Darunter auch Werner Haas. Der betreibt seit 15 Jahren den Natur-Hochseilgarten Forest Fun beim Triberger Wasserfall.

Bäume sind Rentner

Immer wieder muss er seine Touren umbauen – die Natur fordert oftmals ihren Tribut. „Praktisch alle Bäume hier in diesem Gebiet sind vom Prinzip her Rentner“, sagt er. Da falle schon mal, auf Anraten seines Baum-Ingenieurs, der eine oder andere heraus. Das gelte auch für eine starke Fichte, die Sabine gefällt hat. „Die wäre in diesem Jahr sowieso herausgenommen worden, weil sie rotfaul ist, wie man an den Resten unschwer erkennt“, erklärt der Betreiber der Freizeiteinrichtung.

Obwohl die Plattform inmitten des Natur-Hochseilgartens sehr massiv gebaut wurde, ist sie völlig zerstört. Erstaunlicherweise hat die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Plattform überlebt, allerdings sind die Leitungen abgerissen.
Obwohl die Plattform inmitten des Natur-Hochseilgartens sehr massiv gebaut wurde, ist sie völlig zerstört. Erstaunlicherweise hat die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Plattform überlebt, allerdings sind die Leitungen abgerissen. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Vor etwa fünf Jahren waren ebenfalls große Umbauarbeiten angefallen – damals hatte ein Mensch mit „wohl großer krimineller Energie“ etliche Bäume angesägt. Die Auswirkungen der beiden Winterstürme seien jedoch weitaus heftiger. „Als wir nach den Stürmen nachgeschaut haben, waren wir entsetzt – von den sieben eingerichteten Touren existierte im Prinzip nur noch eine. Und selbst an die kam man nicht so einfach heran, da überall Baumrentner von den Stürmen entwurzelt worden waren.“

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Eine Schneise der Verwüstung zieht sich mitten durch den Hochseilgarten. „Sehr wahrscheinlich ist der oberste Baum gefallen und hat eine Art Domino-Effekt bewirkt“, vermutet Haas.

Wirtschaftlich nicht vertretbar

Seit Mitte Februar ist er mit seinen Mitarbeitern am Aufräumen. „Wir haben bei der Stadt um Hilfe ersucht, dort hat man abgewunken. Dann haben wir mit dem Revierförster Uwe Klein gesprochen – einen der neun Riesen konnte man recht einfach entfernen, das hat der Forst auch gemacht.“ Beim Rest sei das wirtschaftlich in keiner Weise vertretbar, habe Haas erfahren: Die Bundesstraße müsste gesperrt, Leitplanken müssten demontiert werden und schweres Gerät käme zum Einsatz.

Brennholz im Überfluss

Immerhin darf Haas das von ihm entfernte Holz selbst verwerten. „Wir haben schon mindestens zehn Leute mit so viel Brennholz versorgt, dass die auf Jahre nichts mehr brauchen“, erklärt Haas mit leichtem Schulterzucken. Dazu gibt es viele neue Sitzbänke und diverse Dekorationsgegenstände.

Klettererlebnis in der Natur.
Klettererlebnis in der Natur. | Bild: Dieter Stein

Mittlerweile hat Haas mit seinen vielen Helfern das Gelände wieder weitgehend begehbar gemacht, ein Großteil der Parcours ist nach großzügigem Umbau wieder nutzbar. „Fünf Parcours können bereits genutzt werden“, sagt Haas.

Technisches Gerät fehlt

Die Aufräumarbeiten dauern nach wie vor an. „Uns fehlt das technische Gerät, um vor allem die großen Bäume zu entfernen, alles muss mehr oder weniger motormanuell mit kleinen Tricks bewältigt werden“, sagt Haas.

Noch liegt ein Teil der wirklich starken Bäume. Im schwierigen Gelände des Hochseilgartens Forest-Fun sind diese schwer zu handeln, da Werner Haas und seinen Helfern das nötige Equipment fehlt.
Noch liegt ein Teil der wirklich starken Bäume. Im schwierigen Gelände des Hochseilgartens Forest-Fun sind diese schwer zu handeln, da Werner Haas und seinen Helfern das nötige Equipment fehlt. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Eine Hilfe durch den Verpächter, also die Stadt Triberg, wäre bei der Beseitigung der Schäden willkommen gewesen, sei aber nicht erfolgt. Dazu habe es bisher keine Vereinbarung oder Regelung gegeben, diese werde aber derzeit im Rahmen eines neuen Pachtvertrags ausgehandelt.

Verhandlungen laufen

Nikolaus Arnold, als Stadtmarketingleiter zuständig für touristisch relevante Einrichtungen der Wasserfallstadt, bestätigt: „Ich kann dazu sagen, dass wir momentan dabei sind, einen neuen Pachtvertrag für den Natur-Hochseilgarten zwischen der Stadt Triberg und der Firma Forest-Fun mit Werner Haas auszuhandeln.“

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