Es habe so kommen müssen, sagt der Triberger Bürger Thomas Geiger nüchtern: „Spätestens an nur halbwegs schönen Wochenenden ist das obere Parkdeck der Parkgarage, wo ansonsten Kunden des Edeka-Marktes Bruder parken dürften, durch Touristen besetzt.“ Bereits nach der Eröffnung des Marktes im Januar habe er auf diese Problematik hingewiesen, sagt Geiger.

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Dazu habe er damals auf fehlende Behinderten-Parkplätze verwiesen – was inzwischen erledigt ist. Zudem sei es wenig praktikabel, mit einer von Edeka entwerteten Parkkarte nochmals zum Kassenautomaten zu gehen. „Für Menschen im Rollstuhl sehr schwierig“, sagt Geiger, der aus Erfahrung spricht. Mittlerweile sei die Schranke aber abgebaut.

Komplett zugeparkt

Am Wochenende nach Fronleichnam, war die Lage laut Geiger völlig eskaliert. „Auf dem Parkplatz vor dem Edeka gab es für die Kunden keinen Parkplatz mehr, die Fläche war komplett zugeparkt mit Autos aus der gesamten Republik und auch dem benachbarten Ausland“, zeigt Geiger auf. Und das, obwohl die Marktbetreiber mit einem riesigen Transparent darauf hinwiesen, dass das obere Parkdeck „ausschließlich Kunden des Marktes“ zur Verfügung stehe. Alois Bruder habe sich dann wohl nicht anders zu helfen gewusst, als einen Sicherheitsdienst aus dem benachbarten Schonach zu Hilfe zu rufen. Dieser war dann auch am folgenden Wochenende im Einsatz.

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Bürgermeister Gallus Strobel wies auf Nachfrage darauf hin, dass die Parkproblematik von Beginn an Thema gewesen sei. Zunächst hätten Kunden 45 Minuten, inzwischen eine Stunde, mit entwertetem Ticket frei parken können – allerdings seien dabei alle drei Ebenen der Parkgarage gemeint gewesen.

Bürokratisches Kuddelmuddel

„Um das Parken in den unteren Etagen künftig zu erleichtern, sind wir derzeit dabei, Lifts in die Treppentürme einzubauen “, räumt Strobel ein. Es funktioniere eigentlich gut mit der Entwertung der Tickets, allerdings sei das bis dato ein „bürokratisches Kuddelmuddel“. Mittlerweile gebe es auf das obere Parkdeck freie Zufahrt, allerdings müsse die Öffnung, wo früher die Schranke stand, noch eine Asphaltdecke bekommen. Zwei neue Automaten verfügten über eine „grüne Taste“, mit der eine einstündige Freiparkzeit verbunden sei – Voraussetzung sei dafür der Einkauf im Edeka-Markt.

„Parken nur für Kunden“: Dieses Transparent hat der Marktbetreiber an einem Turm der Tiefgarage  angebracht – bislang vergebens.
„Parken nur für Kunden“: Dieses Transparent hat der Marktbetreiber an einem Turm der Tiefgarage angebracht – bislang vergebens. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

35 Parkplätze könne Edeka direkt vor dem Markt für sich beanspruchen, allerdings fehle bisher die Beschriftungen, die der Betreiber anbringen müsse. „Die Familie Bruder wollte damit warten, bis die Asphaltierung abgeschlossen ist“, weiß der Bürgermeister. Dazu befinde sich eine „Edeka-Parkscheibe“ im Werden. Man werde das alles beobachten und darauf hinwirken, dass Touristen eher die unteren Parkebenen sowie die obere Ebene des Parkdecks Badinsel benutzen, wo durch eine Fußgängerbrücke bald eine direkte Anbindung an den Marktplatz kommen soll.

Eine Notwehrreaktion

Es sei in der Baugenehmigung für den Markt festgehalten, dass den Kunden die Parkgarage zur Verfügung stehen soll, so der Bürgermeister. Den Einsatz des Sicherheitsunternehmens betrachte er als eine Notwehrreaktion von Bruder. Alternativ wäre auf Dauer auch ein Einweisungsdienst sinnvoll – vor allem in Ferien- und Wochenendzeiten, der Hauptsaison für Touristen.

Markierungen kommen

Bruder räumte auf Anfrage ein, dass er die Parkplätze seines Marktes in den nächsten Tagen markieren werde, um für Klarheit – auch gegenüber der Touristen – zu sorgen. Des Weiteren werde er in den Tourismus-Stoßzeiten einen Ordnungsdienst einrichten.