Nach nur wenigen Spieltagen wird wegen exorbitant gestiegener Corona-Fallzahlen auch in der Raumschaft Triberg der Spielbetrieb der Amateur-Fußballvereine eingestellt. Wie nehmen die betroffenen Vereine diesen Teil-Lockdown auf?

  • FC Triberg 1910: Der Vorsitzende des FC Triberg 1910, Clemens Scherzinger, nimmt es sportlich: „Wir stellen uns in den Dienst der Sache und hoffen, dass wir mit unserem Spiel- und Trainingsverzicht zur allgemeinen Verbesserung der Pandemielage beitragen können. Besser wir im Freizeitsportbereich, als Wirtschaft, Handel, Kindertagesstätten und Schulen“, so seine Zusammenfassung – stets in der Hoffnung, dass es in vier Wochen weitergeht. „Solidarität ist in dieser Zeit gefragt und genau das zeigen die Sportvereine hiermit“, nennt der FC-Vorsitzende Grundlegendes.
  • Sportverein Nußbach: Seitens des Sportvereins Nußbach ist zu erfahren, dass der Verein die Sache ernst nimmt: „Corona betrifft momentan jeden Einzelnen, so auch uns. Uns als Dorfverein, der seit vielen Jahren zwei aktive Herren-Mannschaften stellen kann, trifft es im Moment besonders hart“, war aus dem Dreier-Vorstandsteam des SV zu erfahren. Man hätte das nunmehr letzte Spiel am 28. Oktober sehr gerne angetreten, doch die aktuelle Situation habe dies nicht zugelassen, da der Verein auf derzeit zwölf Spieler nicht zugreifen könne. Die könnten es sich aus beruflichen Gründen nicht erlauben, in Quarantäne gehen zu müssen.

Gesundheit und berufliche Interessen wiegen schwer

„Uns ist klar, dass man momentan überall der Gefahr ausgesetzt ist, sich mit Corona zu infizieren. Doch sollte man die Wahrscheinlichkeit dafür möglichst klein halten. Wir sind alle Amateursportler und verdienen unser Geld nicht mit Fußball“, so das Vorstandsteam weiter. Es gehe um die Gesundheit und die beruflichen Interessen der Spieler. Verein, der Trainer und der Vorstand stünden zu einhundert Prozent hinter der Entscheidung der Spieler, war aus Nußbach zu hören.

  • FC Teutonia 09 Schonach: Für Reinhold Herr, den Vorsitzenden des FC Teutonia 09 Schonach, ist das gesamte Jahr ein „äußerst gebrauchtes Jahr“. Das geht los bei einem der sichersten Einnahmequellen, dem „Volltreffer“ – eigentlich ein Garant für gute Einnahmen. Durch die Hygiene- und Abstandsregeln brachen schon im Frühjahr viele Veranstaltungen weg, was sich über den Sommer fortsetzte. Zudem fehlt den Teutonen durch die Zuschauerbeschränkung ein guter Teil des Eintrittsgeldes. Die derzeitige Tabellensituation sorgt für zusätzlichen Frust – „ein Katastrophenjahr von vorn bis hinten, sportlich wie finanziell“, erzählte er im Gespräch mit dieser Zeitung.
  • FC Schönwald: Einer der ersten Vereine, der nach dem Frühjahrs-Lockdown mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept wieder loslegen konnte, war der FC Schönwald. Dennoch, der Vorsitzende für den Sportbetrieb, Christian Duffner, sagt ganz offen, er habe schon früher damit gerechnet, dass es erneut auch den Sport treffen könnte. „Wenn man die stetig steigenden Fallzahlen angeschaut hat, musste man jederzeit damit rechnen“, gibt er nüchtern zu bedenken. Und er gibt den Entscheidern Recht: Er wolle nicht dafür verantwortlich zeichnen, wenn ein Ausbruch durch ein Fußballspiel entstünde.
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„Ich hatte in den letzten Wochen immer wieder ein mulmiges Gefühl“, gibt er gegenüber dem SÜDKURIER zu. Aber: „Wir sind nur ein kleiner Amateur-Fußballverein, da geht die Gesundheit aller einfach vor. Und wenn wir letztendlich schon vor der Winterpause nicht mehr spielen dürfen, dann geht die Welt auch nicht unter“, betonte Duffner. Er schaut auch auf den Nachwuchs: „Vor allem für die Kinder und Jugendlichen und deren Trainer tut es mir wirklich leid. Die haben sich unglaublich gut verhalten und hätten es wirklich verdient, weitermachen zu dürfen“, räumte er ein.