Mehr als ein Jahr ist es her, dass im Mai 2020 Aileen Neumaier das neue Nutzungskonzept für die Kronenlichtspiele Triberg vorstellte. Vor wenigen Tagen nun gaben Margarete und Anton Retzbach die letzte Vorstellung im Kino, sie genießen ab sofort den Ruhestand. Jetzt stellte die junge neue Kinobesitzerin ihr neues Eventlokal im großen Kinosaal vor.

Aileen Neumeier bei der  Begrüßung der Gäste.  Bilder: Hans-Jürgen Kommert
Aileen Neumeier bei der Begrüßung der Gäste. Bilder: Hans-Jürgen Kommert

Wie versprochen, dient der ehemalige Bildwerferraum nun als Raucherraum, um einer Lärmentwicklung durch das Rauchen vor dem Kino vorzubeugen. Auch die letzten drei Sitzreihen sind erhalten – und im kleineren Kino sollen ab August wieder Filme gezeigt werden. Verändert hat sich indes der Rest des großen Saals. Die terrassenartige Anordnung blieb erhalten, doch eine großzügige hölzerne Bar und der Aufbau der Musikanlage vor der Leinwand deuten auf die Veränderungen hin. Mittels Beamer könne man dennoch weiterhin Filme zeigen, erklärte Aileen Neumaier – was auch hin und wieder der Fall sein werde.

Der neugestaltete Innenraum erinnert nur noch wenig an einen Kinosaal.
Der neugestaltete Innenraum erinnert nur noch wenig an einen Kinosaal.

Die junge Frau, die noch einen Vollzeitjob als Pädagogin und Tanztherapeutin in der Katharinenhöhe hat, will auch innerhalb des TEK (Tribergs Event Kino) intensiv mit der Katharinenhöhe zusammenarbeiten und ihrer Tätigkeit dort weiter nachgehen. Sie sieht in ihren Räumen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Events, von der Motto-Party über Stehkino-Veranstaltungen oder Firmenfeiern. Und natürlich Benefiz-Veranstaltungen für die „Katha“.

Gemeinsam mit dem Architekten Christian Kuner sei sie die Umnutzung angegangen, der Umbau selbst habe durch ihre Verwandten und Freunde nur wenige Tage beansprucht – diese dafür intensiv, denn Corona habe auch bei der Planung einiges durcheinander gewirbelt. Nun wolle sie das erste Wochenende der Öffnung zu einer Eröffnungsparty nutzen, zu der jeder eingeladen sei. Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Nagel begann mit einem Zitat von Alfred Hitchcock: „Ich muss Ihnen gestehen, die Liebe zum Kino ist mir wichtiger als jede Moral.“ Die Liebe zum Kino sei wichtig, aber in diesem Fall sicher nicht wichtiger als die Moral und tolle Events für die ganze Umgebung und vor allem für die enorm wichtige Reha-Klinik.

Sie habe vor einem Jahr ein offenes Ohr des Gemeinderats erlebt und viel Geld investiert, wofür man dankbar sein müsse – denn ein solches Event-Kino sei auch wichtig für die jüngeren Menschen. Er hoffe auf Harmonie mit den Nachbarn und er dankte auch dem Ehepaar Retzbach, das in den letzten 32 Jahren viel für die Stadt getan habe. „Viel Erfolg und stets ein glückliches Händchen wünscht der Gemeinderat und die Stadt“, schloss Klaus Nagel.

Stephan Maier, Geschäftsführer der Katharinenhöhe, gestand, dass er zunächst erschrocken sei, als er von den Plänen seiner Mitarbeiterin erfahren habe. Er schätze sie als tolle Mitarbeiterin und habe befürchtet, sie zu verlieren. Als sie nach dem Bundesfreiwilligendienst und ihrer Ausbildung wieder in der Klinik beginnen wollte, hatte er zunächst Sorge, da sie bis dahin nur mit den Jüngsten gearbeitet hatte und nur bei den Jugendlichen eine Stelle frei gewesen sei – „aber Aileen hatte die sofort im Griff, sie bringt das nötige Maß an Durchsetzungsvermögen und Dickköpfigkeit mit, das es dazu braucht“, betonte er. Aileen Neubauer habe bereits die erste Einladung an die jungen Patienten ausgesprochen. „Ich kann Triberg nur gratulieren zu dieser tollen Einrichtung“, strahlte Maier.