In Triberg lebt sich‘s sicher. Diese Botschaft brachte Polizeihauptkommissar Andreas Stuber in den Gemeinderat der Wasserfallstadt mit. Der neue Polizeipostenführer stellte dem Gremium die alljährliche Kriminalstatistik vor. Im September 2020 hatte er seinen Dienst in Triberg angetreten.

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  • Fälle: Gemeinderäten und Besuchern vermittelte Stuber, dass sie sich recht sicher in Triberg fühlen können – trotz der 187 (Vorjahr 428) im Jahr 2020 begangenen Straftaten. Die Häufigkeitsziffer beträgt 3956 Straftaten (Vorjahr 8928). Sie gibt die Fallzahl auf 100.000 Einwohner hochgerechnet an – die Kriminalitäts-Inzidenz. Damit ist die Sicherheit unterschiedlich großer Orte direkt vergleichbar. So hat Schonach eine Häufigkeitsziffer von 1488, in Baden-Württemberg, eines der sichersten Bundesländer, betrug sie 4852.
  • Täter: Die Aufklärungsquote von 67,4 Prozent sei sehr positiv. Von den 187 Straftaten seien 126 aufgeklärt worden. Diese Taten wurden von 114 Tatverdächtigen ausgeführt, 34 davon durch Frauen. 24 Täter waren unter 21 Jahre alt, davon zwölf (Vorjahr sechs) unter 18 sowie zwei Kinder unter 14. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag bei 40. Neun Tatverdächtige standen unter Alkoholeinfluss.
  • Gewalt: Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung fiel von drei auf jetzt zwei. Die Zahl der Rohheitsdelikte stieg auf 40, davon waren 36 Körperverletzungen – nahezu alle diese Taten wurden aufgeklärt.
  • Cyberkriminalität taucht laut dem Postenleiter von Triberg nicht in der heimischen Statistik auf, wenn die Beschuldigten in anderen Städten leben. „Wir haben beinahe täglich Anzeigen wegen Internetbetrugs; es wäre einfach schön, wenn unsere Bürger beim Einkauf im Internet etwas mehr Umsicht walten ließen“, sagte Andreas Stuber.
  • Verkehrsunfälle zählte die Polizei vier mehr als im Vorjahr. Sieben (Vorjahr einer) Schwer- und 19 (12) Leichtverletzte gab es. Bagatellunfälle fließen nicht in die Statistik ein.
Andreas Stuber, Postenführer
Andreas Stuber, Postenführer | Bild: Kommert Hans-Jürgen
  • Jugendkriminalität: Ute Meier (SPD) wollte dazu wissen, ob die deutlich gestiegene Zahl der jugendlichen Täter womöglich auf den geschlossenen Jugendraum zurückzuführen sei. Das sei zwar möglich, er könne dies aber nicht sicher sagen, so Stuber. Immerhin liege die Zahl noch immer im Durchschnitt.
  • Drogen: Nur schwer vorstellbar war für Beate Adam (CDU), was junge Täter unter 21 Jahren anstellen könnten. Der versierte Polizist sieht da viele Möglichkeiten. Unter anderem gehe es oft um Rauschmittel, so Stuber. Sandra Sieber (FWV) fand die Rate von 18 Rauschgiftdelikten hoch. „Wir haben da in St. Georgen einen sehr rührigen Beamten, der da sehr tief eintaucht“, erfuhr sie einen Grund dafür. In Triberg gehe es in der Hauptsache um Marihuana. Bedauerlich in diesem Zusammenhang: Die Rauschgift-Aufklärung an den Schulen stockte zuletzt wegen der Coronakrise.
  • Personalsituation: Friedhelm Weber von den Sozialdemokraten erkundigte sich nach der personellen Ausstattung des Polizeipostens in Triberg – immerhin hätten sich alle Parteien vor der Wahl für eine Stärkung der Polizei ausgesprochen. Aktuell habe er vier von fünf Stellen besetzt, zum 1. Juli werde die fünfte Stelle wieder besetzt, erfuhr er vom Polizeihauptkommissar. „Eine Aufstockung werde ich wohl nicht mehr erleben“, zeigte sich Andreas Stuber aber überzeugt.