Viele Städte, auch Triberg, leiden darunter, dass der Einzelhandel sich seit Jahren strukturell verändert. Neben dem Online-Handel macht den lokalen Einzelhändlern, auch denen der Wasserfallstadt, ebenso die Verlagerung in Ballungszentren und Gewerbegebiete zu schaffen. Bedingt durch die Corona-Krise habe sich die Situation für einige Geschäfte weiter verschärft. Zwar habe die Stadt Triberg gemeinsam mit dem Forum Einzelhandel und Gewerbe eine Anzeigen-Kampagne gestartet, bei der die besonderen Leistungen hervorgehoben wurden, dazu gab es die neue Homepage einzelhandel-notversorgung.de, dennoch seien einige Betriebe derzeit an ihren Grenzen angelangt.

An der Grenze angelangt

Nun habe das Forum gemeinsam mit Händlern und Vertretern der Stadt Überlegungen angestellt, wie man die Situation des Einzelhandels vor Ort verbessern könnte. In der Konsequenz war man sich einig, dass ein externer Berater hilfreich sein könnte. Über den Vorsitzenden des Handelsausschusses der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Thomas Weisser, selbst Betreiber mehrerer Geschäfte in Triberg, wurde Kontakt zur Imakomm-Akademie aus Aalen aufgenommen.

Auftakt Mitte September

Die Akademie stellte dem Gemeinderat ein Beratungsangebot vor mit dem Thema „Impulse für den Einkaufs- und Erlebnisstandort Triberg“. Als Ergebnis wurde die Imakomm mit der Beratung beauftragt. Dazu wird es am 17. September um 18 Uhr im großen Kurhaussaal eine Auftaktveranstaltung geben mit Wirtschaftsakteuren der Stadt aus den Bereichen Handel, Tourismus, Gastronomie, Hotellerie, Banken und weiteren Dienstleistern.

Standort stabilisieren

Ziel sei es, belastbare Impulse zu schnell umsetzbaren Maßnahmen zur Stabilisierung des Einkaufs- und Erlebnisstandorts Triberg sowie zu strategischen Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung und Weiterentwicklung speziell in der Innenstadt zu erhalten. Flankierend dazu wurden am ehemaligen Gasthaus „Poseidon“ in der Oberstadt und an der Bahnunterführung in der Unterstadt Werbebanner mit dem Slogan „Kauf lokal – Triberg ist nah und für Sie da“ platziert.

Handel ist flexibel

Einzelhändlerin Ulrike Stockburger stellte fest, dass man schon vor der Krise Nachhaltigkeit, Umweltverhalten und die Vorteile des Kaufs vor Ort entdeckt hatte. Was man nicht sofort habe mitnehmen können, sei in kürzester Zeit da gewesen – „der Handel ist da sehr flexibel“, betonte sie. Als Corona kam, habe man erlebt, dass der kleine Händler vor Ort damit besser zurecht kam als der große Konzern. „Wir sind mit oder ohne Krise einfach da“, betonte sie. Das müsse man versuchen, in die Köpfe der Menschen zu bringen.

Wichtiger Blick von außen

Thomas Weisser räumte ein, dass er als Vertreter der IHK seine Möglichkeiten wahrgenommen habe. Manchmal sei ein Blick von außen besser. Nun gelte es, Impulse zu setzen und Schritt für Schritt den Handel wieder zu platzieren – „online wie auch offline“ stellte er fest. Wer online nicht sichtbar sei, werde auf Dauer auch analog verschwinden, ist er sicher.

Zwei Leuchttürme

Mit Rossmann und Edeka seien die Leuchttürme vorhanden, zeigt sich Bürgermeister Gallus Strobel überzeugt. Nun gelte es, eine saubere Peripherie zu gestalten. Ein Externer sei imstande, neue Kontraste zu setzen. „Wir wollen im September breit gefächert beginnen und ein neues Wir-Gefühl entstehen lassen“, so Strobel. Die Stadt habe höchstes Interesse an einem funktionierenden Handel. Vielleicht bringe auch die Weiterführung des Boulevards und die Eröffnung des geplanten Camping-Hotels die zündenden Ideen.

Prophet im eigenen Land

Der Vorsitzende des Forums Handel und Gewerbe Triberg, Tim Dickmann, räumte ein, dass die Entwicklung der jüngsten Zeit eher unglücklich gewesen sei. Er habe versucht entgegenzuwirken, aber bekanntlich gelte der Prophet im eigenen Land ja nichts.