Endlich geht es auch im Südwesten mit Impfungen los. Allerdings recht zögerlich, wie man feststellen muss. Wie sieht es mit den Impfungen in der Raumschaft Triberg aus?

Das könnte Sie auch interessieren

Zunächst sollen nun Bewohner und Personal von Pflegeeinrichtungen die Impfung erhalten, dazu auch weitere Personen aus den so genannten „vulnerablen“, das heißt verletzlichen Gruppen. Nun könnte man annehmen, dass folglich das Pflegeheim St. Antonius in Triberg bedacht wird – was momentan noch nicht der Fall ist. Und zählen die zum Teil schwer kranken Patienten der Asklepios-Klinik in der Wasserfallstadt womöglich auch zu dieser Gruppe? Das Pflegeheim steht wohl kurz vor dem Einsatz der mobilen Impfteams, wie auf Nachfrage von der Leitung zu erfahren war.

Stefan Bartmer-Freund ist der kaufmännische Leiter der Asklepios-Klinik in Triberg.
Stefan Bartmer-Freund ist der kaufmännische Leiter der Asklepios-Klinik in Triberg. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Das gilt aber nicht für die Asklepios-Klinik, wie deren kaufmännischer Leiter Stefan Bartmer-Freund betont. „Ich habe mich wegen der Impfung mit Daniel Springmann, dem Leiter des Kreisimpfzentrums, ins Benehmen gesetzt. Das Hauptproblem ist derzeit die vorhandene Menge an Impfdosen. Er will aber prüfen, da unsere Gäste zu den besonders gefährdeten Gruppen zählen“, sagt der Klinikleiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Bartmer-Freund fordert nicht nur seine Mitarbeiter und Reha-Patienten dazu auf, mehr „Unaufgeregtheit“ zu zeigen, „wir brauchen jetzt einfach eine ruhigere Debatte“, so seine Meinung dazu.

Klinik-Leiter spricht von Lotterie

Es sei sicher eine Art Lotterie gewesen, den richtigen Impfstoff zur rechten Zeit zu bestellen, „dass die Engländer und die Amerikaner nun erstmals sehr viele Dosen bekommen, liegt zunächst auch daran, dass die wegen ihrer wirklich grausamen Zahlen den beiden Impfstoffen eine Notfall-Zulassung erteilt haben“, weiß Bartmer-Freund. Eine Notfallzulassung für Impfstoffe für die gesamte EU ist aus guten Gründen rechtlich nicht vorgesehen, da damit die Haftungsfrage auf die Zulassungsbehörde übergeht.

Groteske Situation

Nun stehe man natürlich vor der Situation, dass Deutschland zwar das Land sei, das den ersten wirklich gut getesteten Impfstoff entwickelt habe, „die Impferei schreitet aber trotzdem sehr langsam voran – vor allem hier im Südwesten“, so seine Feststellung.

Information statt Zwang

Natürlich würde er sich freuen, wenn sein Haus bedacht würde, eine Sonderbehandlung aber wolle er nicht. „Ich hoffe aber, dass auch die Rehakliniken mit vulnerablen Patienten bald drankommen“, sagt er. Im Haus selber stelle er derzeit unter seinen Mitarbeitern eine Impfbereitschaft von etwa 50 Prozent fest, „wir sind aber laufend dabei, pandemiekonform Informationsveranstaltungen durchzuführen – wir setzen dabei auf ausführliche Informationen, nicht auf Zwang“, macht er klar.

Homeoffice und Maskenpflicht

Soweit als möglich schicke er derzeit Mitarbeiter ins Homeoffice – was natürlich bei Weitem nicht für alle Bereiche möglich sei. Ansonsten gelte speziell im Hause neben den Abstands- und Hygieneregeln die uneingeschränkte Maskenpflicht – mit FFP2-Masken für Mitarbeiter wie Patienten.

Wöchentliche Testrunde

Dazu werde jeder Neuankömmling einem Schnelltest unterzogen, und einmal pro Woche werde außerdem das gesamte Haus durchgetestet. „Wir müssen jetzt einfach alle vernünftig bleiben – unsere Mitarbeiter sind sehr vernünftig. Und trotzdem hatten wir hier schon positive Tests“, stellt Bartmer-Freund im Gespräch mit unserer Zeitung abschließend fest.