In der Kirchengemeinde Triberg „Maria in der Tanne“ gab es auch in diesem Jahr wieder große Unterschiede gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie – so auch bei den zwei Gottesdiensten zum Palmsonntag in den Pfarrkirchen in Triberg und Schonach.

Vor einem Jahr waren um die Zeit des Palmsonntags alle Kirchen in Deutschland für öffentliche Gottesdienste geschlossen – jetzt werden zwar wieder Präsenz-Gottesdienste gefeiert, doch es ist wegen der Ansteckungsgefahr verboten, nach altem Brauch gesegnete Zweige in die Häuser zu bringen.

Die Schonacherin Irene Dieterle (links) mit ihrem Sohn Jannik und ihrer Mutter Anni Hettich zeigen sich sehr zufrieden am Schluss des Palmsonntags-Gottesdienstes in der Triberger Stadtkirche.
Die Schonacherin Irene Dieterle (links) mit ihrem Sohn Jannik und ihrer Mutter Anni Hettich zeigen sich sehr zufrieden am Schluss des Palmsonntags-Gottesdienstes in der Triberger Stadtkirche. | Bild: Maria Kienzler

Allen Kirchenbesuchern wurde daher diesmal vom Begrüßungsdienst beim Eintritt in die Kirche ein grüner Zweig angeboten. Manche Familien brachten auch eigene Körbchen mit Zweigen mit, zusätzlich standen mehrere gefüllte Körbe bereit für die katholischen Gotteshäuser in der Region. Wer nicht zur Feier kommen konnte, kann sich in den nächsten Tagen in einer der sechs Kirchen einen Palmzweig abholen, solange der Vorrat reicht.

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Auch wurden die Senioren im Pflegeheim St. Antonius in und im Betreuten Wohnheim St. Elisabeth in Triberg nicht vergessen. Eine Mitarbeiterin des Pflegeheims nahm nach dem Gottesdienst beide Körbe mit, während für die Zweige in den Kirchen die Pfarrgemeinderäte zuständig waren. Auch die vielen Palmzweige mit und ohne rote Beeren wurden von ihnen und ihren Familien oder weiteren ehrenamtlichen Helfern organisiert.

Zweige als Zeichen des Sieges

Zu Beginn des Gottesdienstes machte Pfarrer Andreas Treuer die Gläubigen darauf aufmerksam, dass die geweihten Zweige ein Zeichen des Sieges seien und deshalb die Kreuze in den Wohnungen damit geschmückt werden. Dann forderte er alle Gottesdienstbesucher auf, ihre Zweige in die Höhe zu halten und sprach vom Altarraum aus ein Segensgebet.

Gottesdienst bewusst kurz gehalten

Das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem, das in früheren Zeiten im Freien verkündet wurde, trug Diakon Klaus-Dieter Sembach in der Kirche vor. Aber gemäß der Empfehlung der Bischöfe, die Gottesdienste nicht unnötig zu verlängern, wurde die Leidensgeschichte, die am Palmsonntag traditionell dazu gehört und mit verteilten Rollen vorgetragen wird, komplett gestrichen.

Die Kirchenbesucher freuten sich trotzdem über die zwei feierlichen Gottesdienste am Samstag und Sonntag, vor allem, weil beide mit hochkarätiger Musik umrahmt wurden. Markus Helm spielte die Orgel und Verena Schwer ließ mit ihrer hellen Sopranstimme Lieder zum Palmsonntag erklingen, wie zum Beispiel „Singt dem König Freudenpsalmen …..Zion, streu ihm deine Palmen“ oder Psalm 22 „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“