Corona hin oder her. Die Nußbacher Narren wollen wenigstens ein bisschen Fasnet in der fünften Jahreszeit machen. Sie rufen daher die Bewohner des Dorfes auf, ihre Häuser fastnachtlich zu schmücken.

An Zusammenkünfte ist gar nicht zu denken

Es ist so eine Sache für einen echten Narren in diesem Jahr – es juckt eigentlich in allen Gliedern, normalerweise würden derzeit schon längst große Vorbereitungen für Umzüge oder weitere Fasnet-Veranstaltungen laufen. Doch der Blick in die Realität sagt Nein. All diese meist so unkomplizierten und kurzweiligen Zusammenkünfte, daran ist nicht zu denken.

Das Häs daheim anziehen, Fasnet allein im Wohnzimmer, das geht noch: Sonja Schätzle mit ihren drei Buben – dass diese die Fasnet nicht ganz vergessen.
Das Häs daheim anziehen, Fasnet allein im Wohnzimmer, das geht noch: Sonja Schätzle mit ihren drei Buben – dass diese die Fasnet nicht ganz vergessen. | Bild: Schätzle

Die Mitglieder der Narrenzunft Nußbach machen sich schon seit Wochen Gedanken darüber, wie man doch ein bisschen Narretei ins Dorf bringen könnte. So sang- und klanglos sollte die fünfte Jahreszeit doch nicht vorübergehen.

Selbst das Bändel-Aufhängen stößt auf Probleme

So sagte sich der Vorstand der Zunft, an der Spitze Präsidentin Sonja Schätzle: „Also Bändel hängen wir auf, und wenn es nur in der Ortsmitte bei Rathaus und Kirche ist.“ Doch dann kam die Ernüchterung, eine neue Verordnung, denn zu viele Leute werden da gebraucht. Also bis dato keine Bändel im Dorf.

Digitale Kommunikation ist nicht so einfach

„Aber die Fasnetpuppe, den Raschki, die können wir doch aufhängen“, waren sich die Narren sicher. Wegen diesem Vorhaben sei man in Kontakt. „Doch mit der digitalen Kommunikation ist es halt nicht so einfach“, sagt Sonja Schätzle. Es wäre allen lieber, man könne gemeinsam am Tisch sitzen.

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Vorschriften beachten und dennoch Möglichkeiten ausschöpfen

Einig sind sich die Zunftmitglieder, dass sie doch versuchen, ein bisschen Fröhlichkeit ins Dorf zu bringen. „Natürlich in erlaubtem Rahmen“, versteht sich laut Narrenpräsidentin Sonja Schätzle. Die Drillingsmutter mit systemrelevantem Beruf weiß, wovon sie spricht. „Die Zunftmitglieder werden sich an die laufenden Vorschriften halten, aber die gegebenen Möglichkeiten ausschöpfen“, gibt sie bekannt. Da denkt man auch an die Kinder, an den „Narresome“, auch für sie kommt irgendeine Zusammenkunft nicht in Frage, was natürlich allgemein sehr bedauert wird.

Freude ins Leben bringen

„Trotz der wirklich ernst zu nehmenden, momentanen Lage wäre es schön“, so betont Narrenpräsidentin Sonja Schätzle, „wenn die Bewohner in Nußbach ihre Häuser fastnachtlich schmücken würden. Auch Kleinigkeiten bringen etwas Freude ins Leben sagt sie, und wenn es auf diese Weise über Fasnet ein bisschen bunt wird im Dorf, „das wäre schön.“

Dass das normale Leben nicht total auf der Strecke bleibt, dass trotz Isolation viele Farbtupfer doch ein bisschen heitere Stimmung bringen.