In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates legte der stellvertretende Hauptamtsleiter Werner Breig die Bedarfs- und Entwicklungsplanung der Kindergärten der Stadt Triberg vor, dazu eine Kostenplanung, die mit dem Kindergartenkuratorium bereits beschlossen wurde – einstimmig, wie Beate Adam betonte.

Sehr gut angenommen würden die Angebote, wobei es im U3-Bereich noch die Möglichkeit gebe, in St. Sebastian in Nußbach eine halbe zusätzliche Gruppe einzurichten. Dem widersprach Leiterin Ute Meier (SPD) dahingehend, dass man zwar die Räumlichkeiten habe, es sei aber kein Personal dafür vorhanden und wohl auch nur schwer zu beschaffen. Sowohl in Gremmelsbach als auch in Nußbach seien im Ü3-Bereich Plätze für Zugänge oder Rücksteller frei.

Allerdings, habe man festgestellt, sei eine wirkliche Planung stets vergleichbar mit dem Blick in die Kristallkugel – sehr schnell könne sich durch Zu- oder Wegzug von Familien die Situation ändern. Durch die Freistellung für Leitungsaufgaben (mindestens sechs Stunden je Woche, für jede weitere Gruppe zwei Stunden zusätzlich) müssten in Gremmelsbach nun 0,42 zusätzliche Stellen geschaffen werden, um die Leitungsfreistellung zu gewährleisten und darüber hinaus den Mindestpersonalschlüssel zu gewährleisten.

Obwohl durch den Finanzausgleich die Leitungsaufgaben finanziell abgegolten würden, entstünden dadurch Mehrkosten von etwa 23  000 Euro. Anhand der Kostenaufstellung ergäbe sich nun für 2021 ein Zuschussbedarf durch die Kommune in Höhe von knapp 692  000 Euro, für 2022 rechnet Breig mit rund 735 000 Euro. „Wir lassen uns das schon etwas kosten“, merkte denn auch Bürgermeister Gallus Strobel an.

Kindergartenplätze sind gefragt, eine Vorhersage wie viele gebraucht werden ist schwierig.
Kindergartenplätze sind gefragt, eine Vorhersage wie viele gebraucht werden ist schwierig. | Bild: © S.Kobold - stock.adobe.com

Und das, obwohl auch die Stadt Triberg nun der Empfehlung des Städtetags folgen wird und die Elternbeiträge damit um „moderate 2,9 Prozent“ steigen werden – was Klaus Nagel (FWV) insofern kommentierte, dass man sich angesichts der angespannten Finanzlage Gedanken über eine stärkere Erhöhung machen sollte. Fraktionskollege Michael Hummel allerdings sah das anders, man sei froh über die vier Kindertagesstätten, da moderne Familien diese Plätze brauchten, da heute ein Einkommen kaum noch ausreiche.

Beate Adam (CDU) fand es etwas seltsam, dass man so ausführlich über etwas diskutiere, was doch im Kindergartenkuratorium schon intensiv besprochen wurde. Man könne stolz sein: „Wir haben in unserer Stadt gut aufgestellte Kindergärten und tolle Erzieherinnen“, befand sie.

Friedhelm Weber (SPD) meinte: „2,9 Prozent mögen moderat erscheinen, für manche Familie oder Alleinerziehende sind diese Mehrkosten dennoch schwierig.“ Man werde trotzdem zustimmen, da man in der Stadt und der Raumschaft deutlich unter den vom Gemeindetag angedachten Satz von 20 Prozent Elternbeitrag liege. Ute Meier widersprach dennoch – Kindergärten seien Bildungseinrichtungen wie Schulen – „und Bildung ist in Deutschland normalerweise kostenlos“, wetterte sie. Der Beschluss wurde mit einer Gegenstimme gefasst.