Raumschaft Triberg – Der Katholische Frauenbund, Zweigverein Triberg, ist enttäuscht. Der Grund: Es wird keinen Gottesdienst in Triberg geben, obwohl das Vorstandsteam der Frauen Pfarrer Andreas Treuer in einem Brief darum gebeten hat.

Zunächst waren die Mitglieder des Katholischen Frauenbunds von Triberg noch sehr zuversichtlich. Das Vorstandsteam bekam von den Vereinsmitgliedern den Auftrag, Pfarrer Andreas Treuer um einen zusätzlichen Sonntagsgottesdienst in der Triberger Stadtkirche zu bitten. Die Begründung: Weil seit Mitte Mai, als öffentliche Gottesdienste wieder möglich wurden, an Sonn- und Feiertagen nur ein einziger Gottesdienst in Schonach stattfindet.

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Darum sandte die Vorsitzende des Frauenbunds Triberg, Claudia Waldvogel, per E-Mail einen Brief an Pfarrer Treuer, den Leiter der Seelsorgeeinheit „Maria in der Tanne“. In diesem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, wird der Wunsch geäußert, dass ab dem Monat Juli auch in Triberg regelmäßige Sonntagsgottesdienste gefeiert werden. Argumentiert wird mit „großer Unzufriedenheit in Triberg, weil seit einem Vierteljahr in der Stadt kein katholischer Gottesdienst mehr angeboten wird“.

Nach zwei Monaten Pause feiern die Christen der Raumschaft am 17. Mai erstmals wieder öffentliche Gottesdienste. In der katholischen Pfarrkirche in Schonach trägt Raphael D‘Avis (von links) die Lesung und die Fürbitten vor, während im Hintergrund Diakon Klaus-Dieter Sembach und Pfarrer Andreas Treuer (rechts) zuhören.
Nach zwei Monaten Pause feiern die Christen der Raumschaft am 17. Mai erstmals wieder öffentliche Gottesdienste. In der katholischen Pfarrkirche in Schonach trägt Raphael D‘Avis (von links) die Lesung und die Fürbitten vor, während im Hintergrund Diakon Klaus-Dieter Sembach und Pfarrer Andreas Treuer (rechts) zuhören. | Bild: Maria Kienzler

Auch Schönwald ist außen vor

Bedauerlich findet der Frauenbund zudem, „dass auch in Schönwald gar kein Gottesdienst mehr stattfindet“. „Wenn mehrere Gottesdienste, wie in anderen Seelsorgeeinheiten, angeboten werden, würden sich die Besucher gut verteilen“, heißt es in dem Brief. Außerdem versprachen die Frauenbundmitglieder, sich bei der Organisation der Messfeiern in Triberg gerne als Helferinnen und Ordnerinnen zu beteiligen.

Die katholischen Gottesdienste werden aus Platzgründen in der Schonacher Pfarrkirche St. Urban gefeiert, weil sie die größte Kirche der Seelsorgeeinheit ist.
Die katholischen Gottesdienste werden aus Platzgründen in der Schonacher Pfarrkirche St. Urban gefeiert, weil sie die größte Kirche der Seelsorgeeinheit ist. | Bild: Maria Kienzler

Pfarrer sieht keinen Bedarf

Per Telefon bekam Waldvogel von Pfarrer Treuer umgehend die Antwort, dass weiterhin nur ein einziger Gottesdienst stattfinden könne und der müsse auf jeden Fall in Schonach sein, weil dort die größte Kirche ist. Und falls es in Zukunft für eine Vorabendmesse Bedarf gebe, dann müsse diese aus dem gleichen Grund in Schonach stattfinden. Wer kein Auto habe, könne sich einer Fahrgemeinschaft anschließen, so Treuer.

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Nach dem Hinweis von Waldvogel, dass wegen der Abstandsregelung maximal nur eine Person mitfahren könne, schlug Treuer vor, dass die Katholiken ja auch in die evangelischen Gottesdienste gehen könnten, die in jeder Ortschaft stattfinden.

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Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigte sich Treuer überzeugt, dass ein zweiter Gottesdienst in Triberg nicht nötig sei. „Es geht nicht darum, bestimmte Kirchenräume zu füllen, es geht um die christliche Gemeinschaft“, sagte er. Der Pfarrgemeinderat sei damit einverstanden und außerdem sei es zu teuer, noch eine weitere Kirche mit Desinfektionsmittel und Trennwänden auszustatten. „Am besten sind Fahrgemeinschaften, denn es geht bei den Gottesdiensten nicht nur um die Begegnung mit Jesus, sondern auch um die Liebe zu den Mitmenschen“, betonte der Pfarrer der Seelsorgeeinheit.