An Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag wurden den katholischen Christen jeweils zwei Messfeiern angeboten. Es gab zwar nicht so viele Besucher wie in früheren Jahren, doch die markierten Plätze, die den Corona-Abstand sichern, waren fast alle belegt. Am Altar standen jedes Mal Pfarrer Andreas Treuer und Diakon Klaus-Dieter Sembach, während die Ministranten wechselten.

Sopranistin singt Weihnachtslieder

Bei der ersten Christmette am 24. Dezember, die schon am Nachmittag in der Schonacher Kirche St. Urban gefeiert wurde, sang die heimische Sopranistin Verena Schwer mit ihrer wohlklingenden Stimme die Weihnachtslieder. Sie wurde begleitet von Josef Spath an der Orgel oder am E-Piano. Andreas Hehl spielte die Trompete und der Jugendliche Konstantin Spath sorgte für weihnachtliche Stimmung mit der Pauke und dem Schlagzeug.

Eine kleine Delegation von der Stadt- und Kurkapelle Triberg musiziert während der Christmette in der Stadtkirche unter der Leitung von Martin Mayer.
Eine kleine Delegation von der Stadt- und Kurkapelle Triberg musiziert während der Christmette in der Stadtkirche unter der Leitung von Martin Mayer. | Bild: Maria Kienzler

Stadtmusik in Aktion

In der zweiten Christmette, die in der Triberger Stadtkirche um 18 Uhr gefeiert wurde, trat nach alter Tradition die Stadtmusik in Aktion. Doch dieses Mal musizierte wegen der Ansteckungsgefahr nur eine kleine Abordnung von jungen Musikern unter der Leitung von Martin Mayer. Die Orgel spielte Markus Helm, die Weihnachtslieder wurden erneut von Verena Schwer gesungen.

Nietzsche als Ausgangspunkt

In beiden Christmetten predigte Andreas Treuer. Er ging von dem Philosophen Friedrich Nietzsche aus, der in seiner Erzählung „Der tolle Mensch“ feststellt, dass Gott tot ist. „Doch Gott ist nicht tot. Er hat sich verlaufen und ist an Weihnachten als Kind zu uns Menschen gekommen“, sagte der Prediger. Jesus komme auch heute zu den Kleinen, den Armen und den Schuldbeladenen. „Wir finden Gott entweder bei den Menschen, die ihn brauchen, oder wir finden ihn nicht“, betonte Treuer zum Abschluss.

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Sternstunden der Menschheit

Bei den beiden Eucharistiefeiern am Weihnachtsfest predigte Klaus-Dieter Sembach. Er erinnerte an das Buch „Sternstunden der Menschheit“ von dem Schriftsteller Stefan Zweig aus Österreich. Verschiedene historische Ereignisse, wie zum Beispiel Entdeckungen unbekannter Länder oder Ozeane sowie Eroberungen von Erdteilen nannte der Autor Sternstunden, weil sie die Welt verändert hatten.

Pfarrer Treuer (rechts) zelebriert alle Gottesdienste an den Weihnachtstagen, während ihm Diakon Sembach in jeder Feier, wie hier in Schonach, assistiert.
Pfarrer Treuer (rechts) zelebriert alle Gottesdienste an den Weihnachtstagen, während ihm Diakon Sembach in jeder Feier, wie hier in Schonach, assistiert. | Bild: Maria Kienzler

„Aber die wichtigste Sternstunde der Menschheit hat er nicht erwähnt“, bedauerte der Diakon. Es sei unbegreiflich, dass Gott Mensch geworden sei, um mit uns zu leben. Durch Jesus sei die Welt wirklich verändert worden, seine Geburt sei die wichtigste Sternstunde gewesen.

Mehr als ein romantisches Wintermärchen

Doch das Tragische sei damals gewesen, dass viele Menschen ihn nicht aufgenommen hätten, wie Sembach betonte. „Es war kein Platz in der Herberge und Jesus musste draußen vor der Türe bleiben“, sagte er. Doch diese Tragik wiederhole sich auch heute, denn wichtig seien vor allem Lichterglanz, Sterne und Geschenke und dabei werde oft das Kind in der Krippe vergessen. Dabei sei Weihnachten mehr als ein romantisches Wintermärchen. „Jesus will persönlich zu jedem von uns kommen und diese Begegnung soll zur wichtigsten Sternstunde in unserer Lebensgeschichte werden“, so der Diakon.

Beide Messfeiern wurden von einem Ensemble musikalisch umrahmt. Für die Orgel und das E-Piano war Markus Helm zuständig, Saskia Weber spielte Klarinette, Thomas Schwarz Flöte, Verena Schwer sang Weihnachtslieder.