Bereits seit nahezu sieben Jahren ist die Unterstadt Sanierungsgebiet. Allerdings war der Anreiz, etwas zu tun, bislang relativ dürftig – es gab deutliche steuerliche Vorteile, doch keine finanzielle Förderung. Jetzt soll es ein neues Sanierungsprogramm geben – diesmal auch mit finanziellen Anreizen für Hauseigentümer.

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In den vergangenen Jahren hatten sich trotz fehlender Förderung einige Anwohner entschlossen, ihre Häuser zu modernisieren oder instandzusetzen. Nachdem das Sanierungsgebiet Bühler-Areal nun abgerechnet wurde, hatte die Stadtverwaltung bereits im Herbst vergangenen Jahres einen Antrag für ein neu abgegrenztes Sanierungsgebiet Unterstadt mit finanziellem Förderrahmen gestellt.

Gebiet deutlich größer

Das neue Sanierungsgebiet ist mit 12,6 Hektar deutlich größer als das bisherige, das 9,19 Hektar umfasste. Es schließt die Hauptstraße unterhalb des Marktplatzes ein, dazu die Straßen An der Gutach, den Bruelweg sowie jeweils teilweise die Gartenstraße, Gerwigstraße, Fréjusstraße, Bahnhofstraße, Nußbacher und Hornberger Straße. Vorbereitende Untersuchungen durch die Kommunalentwicklung gingen der Abgrenzung voraus.

Förderung soll zehn Prozent betragen

Vorerst 600  000 Euro wurden aus Landesmitteln bewilligt. Damit können auch private Maßnahmen gefördert werden, informierte Bürgermeister Gallus Strobel in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dazu sollen entsprechende Richtlinien in der nächsten Sitzung beschlossen werden. Angedacht sei eine Förderung von zehn Prozent, gedeckelt auf 10  000 Euro.

Mehr Geld für Abbruch

Abbruchmaßnahmen, die generell höher gefördert würden, sollen 70 Prozent Förderung erhalten, gedeckelt auf 15  000 Euro. „In begründeten Fällen können die Obergrenzen auch angehoben werden“, betonte Strobel.

Pläne für den Boulevard

Auch die Stadt will investieren: Der Boulevard soll um die Abschnitte fünf und sechs erweitert werden, dazu soll die Umgebung des Bahnhofs attraktiver gestaltet werden. Außerdem sollen weitere Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Zunächst gelte es, das bewilligte Landesgeld auszugeben. Wenn dies geschehen sei, könne man Erhöhungsanträge stellen, betonte Strobel.

Geld sorgt für weitere Investitionen

Michael Hummel (FWV) betonte, dass man das Programm und die Fördermittel begrüße – ob diese dann tatsächlich in den Ausbau des Boulevards fließen, lasse man vorläufig dahingestellt, meinte er schmunzelnd. Das Geld, das in private Vorhaben geht, sorge für weitere Investitionen in zehnfacher Höhe. Susanne Muschal (SPD) wollte wissen, ob auch die Firma Grieshaber schon Interesse geäußert habe für den Abbruch des Hotels „Bären“ und die anschließenden Baumaßnahmen. Strobel verneinte das. Cornel Grieshaber ziele eher auf Mittel aus dem ELR-Programm ab.

Formalien sind erledigt

Der Gemeinderat beschloss zunächst einstimmig die Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets Unterstadt und billigte zugleich die Aufhebung der bestehenden Satzung, die ausschließlich steuerliche Anreize bot.

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