Kathrin und Oliver Overhage berichten im Gespräch über ihre bisherigen Erfahrungen und Pläne für das Traditionshaus in bester Lage. Den guten Ruf, den das „Pfaff“ überregional genießt, wollen Katrin (42 Jahre) und Oliver Overhage (30 Jahre) weiterhin pflegen mit der gutbürgerlichen Küche. Das Personal ist größtenteils das gleiche geblieben, freuen sich die beiden. „Das sind super Leute“, spricht Oliver Overhage vom „guten Arbeitsklima“, dass im „Pfaff“ herrsche unter den rund zehn Beschäftigten.

Beide sind Quereinsteiger

Seine Feuerprobe hatte das Pächterpaar in den vergangenen Sommermonaten, der Hauptsaison. Nicht nur der gute Ruf, sicherlich auch die ausgezeichnete Lage in unmittelbarer Nähe zur touristischen Hauptattraktion Tribergs, den Wasserfällen, sorgte geradezu für einen Strom an Gästen. „Bis jetzt war non stop Betrieb“, schaut Oliver Overhage auf die vergangenen Wochen seit 1. Juli zurück, seitdem seine Frau Katrin als neue Pächterin das „Pfaff“ führt. Wobei sie unter Leitung des vormaligen Betreibers Peter Pfaff seit April eine gute Einarbeitungszeit erleben durften.

In der Gastronomie und Hotellerie sind sie Quereinsteiger, räumen die beiden ein. Er hat in Basel Wirtschaft studiert. Danach eine Ausbildung zum Waldorflehrer abgeschlossen. Sie stammt aus Hannover, ist ausgebildete Sängerin und Lehrerin und war in den vergangenen Jahren auch als Hausfrau und Mutter im Einsatz, verweist sie auf ihren dreieinhalbjährigen Sohn. Die Investorin aus München kennen sie schon seit sechs Jahren. Diese kam dann auf die Overhages mit der Anfrage zu, ob sie das „Pfaff“ führen wollen.

Mit viel Engagement gehen die beiden ihre neue Aufgabe an und setzen auch eigene Akzente in dem Traditionshaus. Der Schwerpunkt auf Fleischgerichten bleibt, aber der Gast soll auch mehr Auswahl unter vegetarischen und veganen Gerichten erhalten. Das werde auch von den Gästen nachgefragt. Erneuert haben die Overhages die Getränkekarte, unter anderem mit süffigen Fruchtgetränken, Tee und Kaffee in Bioqualität.

Kirschwasser kommt später drauf

Am gefragtesten seien Hirschspieß, „Pfaffs Pfannenbrädle“ mit Schweinemedaillons und frisch zubereitete Forellen, gibt Overhage einen Einblick, was bei Gästen besonders beliebt ist. Die Schwarzwälder Kirschtorte darf auf dieser Liste nicht fehlen. Vier Kirschtorten würden in der Küche täglich produziert – ohne Kirschwasser. Am Tisch werde der Gast dann gefragt, ob er sein Stück Kirschtorte mit oder ohne Alkohol wolle und das Kirschwasser je nach Wunsch anschließend dem Stück Torte zugegeben. „Die deutschen Gäste wollen mit, die ausländischen Gäste nicht“, beschreibt er den Trend. Die ausländischen Gäste seien das offensichtlich nicht gewohnt, eine Torte mit Kirschwasser.

Russen sind eher zurückhaltend

Gerade in den Sommermonaten ist das Publikum im „Pfaff“ sehr international. Sie kämen aus den USA, dem europäischen Ausland, aber auch aus Südamerika, Chinesen und auch einige Russen. Bei russischen Gäste hat Katrin Overhage gemerkt, dass sie etwas vorsichtig oder zurückhaltend seien, ihre Nationalität zu nennen, was sicherlich mit dem Krieg in der Ukraine zu tun habe. Oliver Overhage ist wichtig: „Wir halten nichts von politischer Hetze. Jeder Gast soll sich bei uns absolut willkommen fühlen.“ Und seine Frau ergänzt: „Von jeder Nationalität gibt es solche und solche Menschen. Bis jetzt hatten wir aber nur liebe Gäste.“

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Eine künstlerische Ader ist beiden in die Wiege gelegt. So haben sie sich bei einem Workshop über Kalligraphie in Belgien kennen- und lieben gelernt. Oliver Overhage erzählt von seiner Großmutter, die gemalt und gedichtet hat. Einige ihrer Werke finden sich mittlerweile auch im „Pfaff“. Katrin Overhage verweist auf Pläne, über die Wintermonate regelmäßig kulturelle Veranstaltungen anzubieten, beispielsweise Lesungen und auch musikalische Auftritte.

Auch Workshops und Seminare seien geplant. Außerhalb der Saison kommt dieses Angebot weniger dem touristischen, sondern mehr dem regionalen Publikum zugute. Dass sich das „Pfaff“ auch in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreue, konnten die Overhages bereits feststellen. Immer wieder würden Geburtstagsfeiern, Klassentreffen und andere einheimische Gruppen das Restaurant besuchen. Die Rückmeldungen seien positiv, fühlen sich die beiden in ihrer und der Arbeit ihrer Mitarbeiter auf dem richtigen Weg.