Die genehmigte Zulaufspitze zur Verbandskläranlage in Gremmelsbach beträgt maximal 180 Liter pro Sekunde. Durch Gewitter mit Starkregen im Sommer oder Tauwetter im Winter und Frühjahr wird diese Menge aber immer wieder überschritten, 2019 war dies 19 mal der Fall. Im Falle einer Überschreitung kommt die Kläranlage an die Belastungsgrenzen.

Im Zuge der wasserrechtlichen Erlaubnis der Kläranlage wurden nun Maßnahmen zur Vermeidung der überschrittenen Zulaufspitzen festgesetzt. So haben die jeweiligen Mitgliedsgemeinden die vorliegenden Fremdwasserkonzepte umzusetzen, die Vorplanungen für ein Regenüberlaufbecken (RÜB) im Zulauf sowie die Installation einer nachgeschalteten Filteranlage im Nachlauf der Kläranlage wurden gefordert.

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Die Umsetzung wurde in Anhängigkeit der Vorplanungen bis Dezember 2020 gefordert, der Bau der nachfolgenden Filteranlagen soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Um die Frage, wohin und wie groß das Regenüberlaufbecken sein sollte, zu klären, beauftragte der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) die SAG Ingenieure, die dazu eine Studie vorlegten. Demnach sollte das RÜB ein Volumen von mindestens 800 Kubikmeter haben, der Zulauf zur Kläranlage könnte somit auf 120 Liter pro Sekunde verringert werden. Alles was darüber hinaus anfallen würde, könnte durch das RÜB an die Gutach zugeführt werden.

Die Kosten für das Vorhaben sind immens: Etwa 2,27 Millionen Euro müssten inklusive Grundstückserwerb veranschlagt werden, allerdings könnte es auch Zuschüsse bis zu 60 Prozent geben. Beginn der Baumaßnahme soll im Frühjahr 2022, die Inbetriebnahme des neuen Beckens laut den Planungen bis Ende 2023 erfolgen.

Mit den zuständigen Behörden einigte man sich dahingehend, dass nach Inbetriebnahme des RÜBs über den Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten ein Messprogramm installiert werden soll. Dessen Daten sollen dann als Beurteilungsgrundlage dazu dienen, ob tatsächlich eine Filteranlage nötig ist.

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GVV-Vorsitzender und Tribergs Bürgermeister Gallus Strobel bezeichnete das als gute Lösung. In der jüngsten GVV-Sitzung ging es nun darum, die Planungsarbeiten an die Firma SAG Ingenieure zu vergeben. Kosten hierfür rund 107.000 Euro.

Wie Strobel erläuterte, seien im Haushalt knapp 200.000 Euro eingestellt worden, die ursprünglich zum Bau einer Lagerhalle dienen sollten. Deren Bau soll nun nochmals verschoben werden, das frei werdende Geld für die Planungen des RÜBs sowie anderer Vorhaben verwendet werden.

Ob und wann denn die Lagerhalle dann noch gebaut werden würde, wollte Gremiumsmitglied Rafael Kammerer (Triberg) wissen. Man wolle auf jeden Fall das Genehmigungsverfahren weiterlaufen lassen, erklärte Strobel, und dann bauen, wenn man wieder etwas Luft habe.

Schönwalds Bürgermeister Christian Wörpel gab zu, dass er bei der immensen Bausumme schon schlucken musste. „Aber es ist nötig. Wir haben in die Kläranlage in den letzten Jahren eher zu wenig investiert, das trifft uns jetzt“, stellte er fest. Natürlich seien die Kosten für die Investition auf die Abwassergebühren umzuschlagen. Es gelte nun für die Gemeinden, diesen Umstand den Bürgern nahezubringen.

Die Versammlung stimmte letztendlich der Vergabe der Planungsarbeiten einstimmig zu.

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