Die Kirchen dürfen wieder öffnen, es finden Gottesdienste statt, aber der große Andrang der Gläubigen bleibt bislang aus.

Ob es daran liegt, dass in der Regel zahlreiche Kirchenbesucher im Seniorenalter sind und damit zur Risikogruppe in Bezug auf Infektionen gehören, oder ob es noch andere Gründe gibt, dass die Kirchen derzeit nicht so gut gefüllt sind wie in der Vor-Corona-Zeit?

Nicht einmal die markierten Plätze werden alle besetzt, und darum haben in der katholischen Pfarrkirche von Schonach immer wieder auch einige Christen, die unangemeldet vor der Kirchentüre stehen, die Chance, den Gottesdienst mitzufeiern.

  • Katholische Kirche: Die Katholiken in der Raumschaft Triberg müssen auf jeden Fall nicht – wie früher – lange überlegen, in welche Kirche sie zur Sonntagsmesse gehen, oder ob sie sich am Samstagabend schon auf den Sonntag einstimmen wollen, denn jeden Sonntag und jeden Feiertag findet der Gottesdienst um 10.15 Uhr in der Kirche St. Urban statt, während das Eucharistie-Programm an den Wochentagen in diesen Zeiten komplett entfallen muss. Auch an den beiden anstehenden Pfingstfeiertagen beginnt die heilige Messe jeweils um 10.15 Uhr in der Schonacher Pfarrkirche. Die sonst übliche Fronleichnams-Prozession darf am 11. Juni wegen der Corona-Pandemie ebenfalls nicht stattfinden, wie aus dem aktuellen Pfarrbrief hervorgeht. Ebenso fallen diesen Sommer die geplanten Pfarrfeste in Schönwald und Schonach der Pandemie zum Opfer.
Die Sopranistin Verena Schwer erfreut mit ihrem ergreifenden Solo-Gesang die Gläubigen, die selbst nicht singen dürfen.
Die Sopranistin Verena Schwer erfreut mit ihrem ergreifenden Solo-Gesang die Gläubigen, die selbst nicht singen dürfen. | Bild: Maria Kienzler

Einen kleinen Trost gibt es: Alle Gottesdienste in der Schonacher Pfarrkirche St. Urban werden von hochkarätigem Gesang und von besinnlicher Orgelmusik umrahmt. Da die Gemeinde wegen der Ansteckungsgefahr nicht singen darf, wurde die einheimische Opernsängerin Verena Schwer engagiert. Sie wird an der Orgel begleitet von ihrem Cousin Josef Spath. Die Diplom-Musikerin, die an der Stuttgarter Musikhochschule studierte, singt auf ergreifende Weise Lieder wie zum Beispiel „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ oder „Mein Heiland Herr und Meister“.

Josef Spath begleitet in der Schonacher Pfarrkirche St. Urban an der Orgel seine Cousine Verena Schwer.
Josef Spath begleitet in der Schonacher Pfarrkirche St. Urban an der Orgel seine Cousine Verena Schwer. | Bild: Maria Kienzler

Am vergangenen Sonntag wurden Marienlieder vorgetragen, weil im Marienmonat Mai keine Maiandachten gefeiert wurden. Aber auch Gospelsongs und englische Lieder von Leonard Cohen hat Verena Schwer in ihrem Repertoire. Nach jeder Messfeier honorieren die Gläubigen Gesang und Musik mit dankbarem Beifall.

  • Evangelische Kirche: Die evangelischen Christen müssen ihren neuen Gottesdienstplan genau studieren, damit sie jeweils an der richtigen Kirche zur passenden Uhrzeit auftauchen. Am Pfingstsonntag wird der erste Gottesdienst bereits um 9.30 Uhr in Triberg gefeiert, und um 11 Uhr wird in die Kirche von Schonach eingeladen. Die Feier am Stöcklewald-Turm, die am Pfingstmontag um 11 Uhr geplant war, wird in die Kirche von Schönwald verlegt. Der Ende Juni sonst übliche Feldgottesdienst am Rohrhardsberg soll ebenso ausfallen.
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Schlimm trifft es auch die evangelischen Jugendlichen, die sich auf die Konfirmation vorbereitet haben. „Wir haben die Konfirmationen auf das Jahr 2021 verlegt, weil bei einer Elternversammlung die Mehrheit dafür plädierte“, berichtet die Kirchengemeinderatsvorsitzende Karin Müller auf Anfrage. Die einzelnen Termine wird der Kirchengemeinderat gemeinsam mit Pfarrer Markus Ockert später festlegen.

  • Neuapostolische Kirche: Die neuapostolischen Christen der Raumschaft, die sich bisher mit Video-Aufnahmen im Internet auf YouTube begnügen mussten, können ab Sonntag, 7. Juni, wieder gemeinsame Präsenz-Gottesdienste in ihrem Triberger Gotteshaus feiern.

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