Die Mitglieder des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) aus Triberg, Schonach und Schönwald haben sich zu einer Sitzung getroffen. Bereits im Vorjahr war das Thema Niederdruck-Gasspeicherung angesprochen worden. Laut Betriebsleiter der Verbandskläranlage, Werner Reuter, habe der TÜV der bestehenden Anlage die saubere Funktion und die Sicherheit abgesprochen, daher sei für eine vernünftige Trocknung der Klärschlämme ein Neubau der Gasspeicherung unerlässlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Bei der Ausschreibung allerdings gab es ein böses Erwachen: Es gab kaum Interesse seitens der Fachfirmen, und die Preise seien explodiert und lägen deutlich über den veranschlagten Preisen. Selbst im günstigsten Fall seien das mehr als 150 000 Euro brutto.

Bundesstraße muss gesperrt werden

Hinzu komme, dass der Niederdruckbehälter erst ab August 2022 geliefert werden könne – zur Aufstellung müsse die Bundesstraße 33 im Übrigen komplett für den Verkehr gesperrt werden. Durch diese späte Lieferung ergäben sich nun zwei Möglichkeiten: entweder die Preise akzeptieren, da die weitere Entwicklung absolut unvorhersehbar sei, oder die beschränkte Ausschreibung aufheben und damit riskieren, dass die Preise bei einer öffentlichen Ausschreibung noch höher ausfallen.

Das könnte Sie auch interessieren

Schönwalds Bürgermeister Christian Wörpel sah eine unglückliche Situation, mit der er sich schwertue. Ob man die Lose in kleineren Schritten vergeben könne, war seine Idee, oder aber Nachverhandlungen. Beides verwarf Jochen Molitor, Prokurist der SAG-Ingenieure. Kleinere Lose machten die Arbeit für viele Firmen noch uninteressanter und voraussichtlich auch teurer. Und Nachverhandlungen führten praktisch zu einer neuen Ausschreibung.

Abfackeln ist nur eine Notlösung

Molitor machte vor allem auch auf den Sicherheitsaspekt aufmerksam – die SAG-Ingenieure hätten die Kostenrechnung im Spätherbst 2020 vorgenommen, die Preise seien allerdings in den vergangenen Wochen regelrecht durch die Decke gegangen, was verschiedene Ursachen habe. Wichtig sei die Speicheranlage auch deshalb, weil sie die Entwässerung der Schlämme überhaupt erst ermögliche, die ansonsten nicht schadlos erfolgen könne. Das Abfackeln der Gase sei maximal eine Notlösung, eine Dauerverbrennung würde die Fackel sehr schnell irreparabel beschädigen.

Alle beißen in den sauren Apfel

„Was vergeben wir uns, wenn wir erst im Februar neu ausschreiben? Kostet das viel Geld in Form von nicht erzeugtem Strom?“, fragte Schonachs Bürgermeister Jörg Frey. „Ist ein sicherer Betrieb derzeit nicht möglich?“, so seine zweite Frage. Adalbert Oehler, Verbandsmitglied aus Schönwald, zeigte auf, dass Sicherheitsmängel von Haus aus ein Kriterium seien, die Arbeiten so schnell als möglich zu vergeben. Tribergs Bürgermeister Gallus Strobel zeigte abschließend auf, dass man zwar in den sauren Apfel beißen müsse, aber die Möglichkeit bestehe, die Kosten auf 2021 und 2022 zu verteilen. Darauf folgte eine einstimmige Vergabe.