Nach der Enttäuschung über den Corona-bedingt abgesagten Abi-Ball fanden die Abiturienten des Schwarzwald-Gymnasiums Triberg (SGT) eine kreative Lösung. Der Historische Verein und die Stadt Hornberg hatten es den Schulabgängern ermöglicht, die Zeugnisübergabe vor der idyllischen Kulisse der Freilichtbühne unter der alten Burg abzuhalten.

Strenge Hygienevorkehrungen

Der Moderator Leon Fehrenbacher, Schüler der elften Klasse, begrüßte am frühen Abend die Abiturienten, deren Eltern, den Bürgermeister der Stadt Hornberg sowie die beiden Schulleiter und Lehrer des Schwarzwald-Gymnasiums, die alle unter strengen Hygienevorkehrungen das Gelände betreten hatten.

Schon abgestempelt als Generation C(orona)

Oliver Kiefer, der Schulleiter des SGT, verglich in seiner Laudatio die drängenden gesellschaftlichen Themen seines eigenen Abiturjahrgangs mit den aktuellen, mit denen sich die heutigen Schulabgänger konfrontiert sehen. Frühere Jahrgänge hätten den Blick auf eine immer bessere Zukunft gerichtet gehabt, während den diesjährigen Schulabgängern von den Medien bereits das Label Generation C(orona) verliehen worden sei. Sie würden abgestempelt als eine Art verlorene Generation, die eher negativ in die Zukunft blicke, was aktuelle Studien auch belegten.

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„Lasst Euch nicht verunsichern“

Allerdings widersprach Kiefer dieser Tendenz und machte den Abiturienten Mut, denn sie hätten es in der Hand, längst fällige Veränderungen in Politik und Gesellschaft herbeizuführen, Probleme offensiv anzugehen, die in den Krisen der vergangenen Jahre zwar erkannt, aber deren Lösung immer wieder aufgeschoben worden sei. „Lasst Euch nicht verunsichern, sondern geht es an“, lautete sein abschließender Appell.

Tatsächlich eine Generation Z(ukunft)

Hornbergs Bürgermeister Siegfried Scheffold nahm den Begriff auf und veränderte ihn zur „Generation Z(ukunft)“. Auch er ermunterte die Schulabsolventen, dass jeder und jede etwas positiv Zukunftsweisendes bewirken könne. Sei es, dass sie in die Ferne gezogen würden, sei es, dass mancher auch in der Heimat bleibe, was ihm sehr am Herzen liege. Überdies habe die Region wirtschaftlich und kulturell einiges zu bieten und sei durch ihre wunderbare Natur und den kleinstädtischen Charme ein idealer Lebensraum für Familien.

Jahrgangsnote besser als Landesdurchschnitt

Er betonte die freundschaftliche Verbundenheit mit den Triberger Schulen und zeigte sich stolz, dass auch 15 Hornberger Jugendliche zu den Abiturienten 2020 gehörten, denen er allen gratulierte. Alle 46 Kandidaten haben das Abitur bestanden und liegen mit dem Durchschnitt von 2,3 über dem Landesschnitt, informierte Schulleiter Kiefer, bevor er jedem Schüler das Abiturszeugnis – allerdings mit Abstand – überreichte.

Viel Stärke und Mut bewiesen

Stellvertretend für den nicht anwesenden Schulbesten, der traditionell die Abiturrede hält, übernahm in diesem Jahr diese Aufgabe Jordanis Kachrimanis. Er führte die Unsicherheiten, die die Corona-Pandemie kurz vor dem Abitur ausgelöst hatte, vor Augen, betonte aber, dass die Schüler in dieser Zeit sehr viel Stärke, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen zeigen mussten, was sie für die Zukunft wappne. Der Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt öffne jedem von ihnen Türen, um ihren eigenen Weg zu finden.

Versöhnliche Alternative

Abschließend dankten die Organisatorinnen und Jahrgangssprecherinnen Alica Mauscherning und Tina Schmidt allen, die diese ­feierliche Zeugnisübergabe doch noch ermöglicht hatten, die doch eine versöhnliche Alternative zum sonst üblichen Abi-Ball war.