Die farbenfrohe Aktion weist auf ein eher düsteres Thema hin: Körperliche wie sexuelle Gewalt und Unterdrückung – solche Dinge erleben Frauen auch heute noch. Und bei Weitem nicht nur in rein patriarchalisch geprägten Ländern, sondern beispielsweise auch in Deutschland.

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Unter anderen beteiligt sich die Vereinigung Soroptimist International Deutschland (SID) landesweit mit vielfältigen Aktionen. Ziel ist die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. SID und seine Regionalclubs erarbeiteten für die Aktion breit angelegte und öffentlichkeitswirksame Aktionen. 16 Tage lang geht es um die nachhaltige Verwirklichung der Grundrechte von Frauen.

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„Es ist unheimlich wichtig, über ganz Deutschland – und die ganze Welt – hinweg auf ganz spezielle Themen aufmerksam zu machen“, sagt Caren Ottl, Vizepräsidentin von Soroptimist Villingen-Schwenningen. Umso stolzer sei der Club, in Triberg seinen Teil zu der Aktion beitragen zu können. Dies sei durch die Initiative der Triberger SPD-Gemeinderätin Ute Meier möglich geworden, sagte Ottl.

Pfarrer ist sofort dabei

Durch die Fürsprache der aus Schönwald stammenden Soroptimistin Bianca Fattler konnte in Absprache mit Pfarrer Andreas Treuer erreicht werden, dass auch die Schönwälder Kirche St. Antonius am 25. November ab etwa 21.30 Uhr in orangefarbenes Licht getaucht wird. Sie habe beim Pfarrer geradezu offene Türen eingerannt, erzählt Fattler, er habe sofort sein „Ja“ gegeben. Andreas Pfaff wird dabei die Kirche ins rechte Licht rücken.

  • Aufmerksamkeit erzeugen: „Wir müssen für diese Problematik sensibilisieren. Zudem brauchen Betroffene ausreichend Unterstützungsangebote und dürfen nicht stigmatisiert werden“, sagt Renate Tewaag, Präsidentin des SID. Dazu gehöre ein offener und mutiger Umgang mit Gewalterfahrungen. „Und den erreichen wir nur, wenn wir uns als Gesellschaft der Tragweite bewusst sind“, so Tewaag weiter. Über eine eigene Social-Media-Kampagne während der Orange Days arbeitet SID daran, die Auswirkungen von Gewalt gegenüber Frauen möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Zudem sorgen zahlreiche Aktionen für Aufmerksamkeit in den deutschen Innenstädten.
  • Weltweite Kampagne: Die Orange Days wurde 1991 vom „Women‘s Global Leadership Institute“ ins Leben gerufen. Dabei wurde 16 Tage lang auf die Benachteiligung von Frauen und geschlechtsspezifische Formen von Gewalt aufmerksam gemacht. Die nachhaltige Verwirklichung der Grundrechte von Frauen steht im Vordergrund. Dabei ist die Dauer von 16 Tagen kein Zufall. Die „Orange Days“ enden nämlich gezielt am 10. Dezember – das ist der internationale Tag der Menschenrechte. Soroptimist International Deutschland (SID) beteiligt sich mit vielfältigen Aktionen sowohl online in den sozialen Medien als auch bundesweit durch die regionalen Clubs. Diese Aktionen vor Ort können allerdings aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen nur in reduziertem Umfang stattfinden.
  • Pandemie als Brandbeschleuniger: Studien haben ergeben, dass etwa jede dritte Frau während ihres Lebens Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt wird. Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen haben weltweit zu einem weiteren Anstieg geführt. Berufliche und daraus resultierende soziale Probleme innerhalb der Familien oder die phasenweisen Ausgangsbeschränkungen sind nur zwei der Gründe. „Wir haben große Sorgen, dass Millionen von Frauen und Mädchen unbemerkt erhebliches physisches und psychisches Leid erfahren“, warnt Renate Tewaag. Die Gesellschaft müsse die Orange Days deshalb nutzen, um auf die geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Auch in den digitalen Medien, wo ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen ist. „Die Pandemie wirkt in dieser Hinsicht wie ein Brandbeschleuniger“, sagt Tewaag.