Wegen der Corona-Gefahr wurde nicht nur in der Seelsorgeeinheit (SE) „Maria in der Tanne“ die Firmung um ein halbes Jahr verschoben. Auch die Firmspender kommen lediglich in Ausnahmefällen vom Bischöflichen Ordinariat in die Kirchengemeinden – so wie dieses Mal. Daher wurde Pfarrer Andreas Treuer von Erzbischof Stephan Burger beauftragt, die Firmung in der Triberger SE zu spenden.

Schon am vergangenen Freitag und Samstag empfingen die beiden ersten Gruppen der 90 Firm-Bewerber aus Triberg, Schonach und Schönwald das Sakrament der Mündigkeit. Am kommenden Freitag und Samstag werden jeweils um 17 Uhr die nächsten Firm-Gottesdienste gefeiert. Alle finden in der Schonacher Pfarrkirche St. Urban statt und dabei besteht Maskenpflicht für sämtliche Kirchenbesucher und für die Jugendlichen. Auch das Singen ist den Gläubigen verboten.

Bevor die Jugendlichen der Josefs-Band mit ihrer Musik beginnen, tragen sie noch vorschriftsmäßig ihre Maske, die sie nachher beim Singen und Musizieren zur Seite legen können, wenn der Abstand groß genug ist.
Bevor die Jugendlichen der Josefs-Band mit ihrer Musik beginnen, tragen sie noch vorschriftsmäßig ihre Maske, die sie nachher beim Singen und Musizieren zur Seite legen können, wenn der Abstand groß genug ist. | Bild: Maria Kienzler

Doch auf der Orgelempore erklingt bei allen Firm-Gottesdiensten moderne Musik mit neuen geistlichen Liedern. Josef Spath, der sich seit seiner Erstkommunion in der heimischen Pfarrei engagiert und nun bereits seit Jahrzehnten als Kirchenmusiker tätig ist, hat für die Firmung eine Band aus jungen Leuten gebildet, die unter seiner Leitung die vier Gottesdienste stimmungsvoll begleitet. Die Musikgruppe besteht aus seiner eigenen Familie und aus Schulfreunden seiner drei Söhne. Zum Abschluss der Feier gab es jedes Mal begeisterten Beifall für die musikalischen Künstler.

Josef Spath, der seine Band an der Orgel begleitet, blickt stolz und erfreut auf die achtköpfige Schar, die unter seiner Leitung mit verschiedenen Instrumenten und Gesängen die Firm-Gottesdienste musikalisch bereichert.
Josef Spath, der seine Band an der Orgel begleitet, blickt stolz und erfreut auf die achtköpfige Schar, die unter seiner Leitung mit verschiedenen Instrumenten und Gesängen die Firm-Gottesdienste musikalisch bereichert. | Bild: Maria Kienzler

Pfarrer Treuer hieß die Firmlinge mit ihren Familien willkommen. Petra Strobel aus Schonach trug eine Lesung aus der Apostelgeschichte vor, auf die sich neben weiteren Bibelstellen das Sakrament der Firmung gründet.

Predigt von Pfarrer Treuer

In der Predigt von Pfarrer Treuer stand der dritte Teil des christlichen Credos im Mittelpunkt. „Wann habt Ihr zuletzt den Heiligen Geist gespürt?“, fragte er die Firmanden und ihre Familien. „Er ist der Geist des Lebens, der uns das Leben geschenkt hat“, wusste der Prediger. Lebenserfahrungen könnten zu Gotteserfahrungen werden und wenn Menschen sich liebten und sich um andere kümmerten, sei Gottes Geist am Werk, wie es zum Abschluss hieß.

Taufversprechen erneuert

Nach der Predigt erneuerten die jungen Katholiken das Taufversprechen, das damals ihre Paten stellvertretend für sie gesprochen hatten. Danach breitete Treuer im Altarraum seine Hände aus, um die sieben Gaben des Heiligen Geistes auf alle Firm-Bewerber herabzurufen.

Ordner achten auf Corona-Abstand

Nun traten die ehrenamtlichen Ordner, die vor Beginn der Feier am Haupteingang die Namenslisten der Familien in Empfang genommen und ihnen die Bankreihen zugewiesen hatten, wieder in Aktion. Sie sorgten dafür, dass die Firmanden mit ihren Paten im vorgeschriebenen Corona-Abstand an die Altarstufen gingen, um persönlich das Sakrament der Firmung zu empfangen.

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Alle bringen ein Spenden-Tütchen

Pfarrer Treuer wurde flankiert von Diakon Sembach und der Gemeindereferentin Birgit Kurzbach. Sembach trug auf einem Tablett in einer Schale das gesegnete Öl, das Chrisam genannt wird, sowie ein Desinfektionsmittel. Kurzbach hatte einen großen Korb dabei, in den die Jugendlichen ihre Anmeldung zur Firmung legten. Außerdem brachten alle in einem Tütchen eine Spende mit für Kinder- und Jugendprojekte des katholischen Bonifatius-Werkes.

So verläuft die Zeremonie

Der Firmspender erfragte von jedem Firmling zuerst den Namen, dann zeichnete er ihm mit Chrisam ein Kreuz auf die Stirn, legte ihm seine Hand auf den Kopf, nannte den Vornamen und sagte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Mit der Antwort „Amen“ signalisierte der Gefirmte seine Zustimmung, denn Amen heißt „Ja, so sei es“. Während der Zeremonie legte der Pate seine Hand auf die Schulter seines Schützlings zum Zeichen, dass er ihn auf seinem weiteren Lebens – und Glaubensweg begleiten will.

Nach der Firmung betete Petra Strobel die Fürbitten für die Neugefirmten und deren Familien, aber auch für alle Menschen, die Hilfe nötig haben. Danach begann die Messfeier, bei der die gefirmten Jugendlichen – ebenso wie ihre Angehörigen – Jesus in der Gestalt des Brotes begegnen durften. Sie konnten also im gleichen Gottesdienst zwei Sakramente empfangen.