Nach zwei Monaten ohne öffentliche Gottesdienste konnten die Christen am gestrigen Sonntag wieder gemeinsam in ihren Kirchen feiern. Die Katholiken mussten sich vorher anmelden, während die Protestanten alle unangemeldet, jedoch mit Mundschutz zur Kirche gingen.

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Schon im Vorraum wurden die evangelischen Christen freundlich empfangen und bekamen von der Pfarramtssekretärin Heike Rombach das Gemeindeblatt für den Monat Mai überreicht, das auch ein umfangreiches Kirchen-Schutzkonzept gegen die Corona-Pandemie enthielt. 15 Christen versammelten sich in der Triberger Trinitatis-Kirche und in der Heilig-Geist-Kirche von Schönwald feierte anschließend eine ähnlich überschaubare Gruppe gemeinsam mit Pfarrer Markus Ockert den Gottesdienst.

Große Freude

„Endlich ist wieder Gottesdienst“, freute sich die Kirchengemeinderats-Vorsitzende Karin Müller bei der Begrüßung der Gläubigen. Deutlich war dabei ihre Erleichterung zu spüren, dass wieder kirchliche Feiern möglich sind.

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Pfarrer Ockert stellte in den Mittelpunkt seiner Predigt das Vaterunser, das Jesus bei der Bergpredigt vorbetete. Der Seelsorger erinnerte daran, dass er schon bei seinem letzten Gottesdienst im März auf die Einleitung zu diesem Gebet hingewiesen hatte. „Jesus sagte damals: Wenn ihr betet, dann geht in eure Kammer und redet im Verborgenen mit euren Vater im Himmel.“ Diese Worte passen genau in die schwierige Corona-Zeit, wie Ockert weiter ausführte. Für alle, die sich aus gesundheitlichen Gründen noch nicht in den Gottesdienst trauten, wurde die Feier von Pfarrgemeinderat Marco Kimmig aufgenommen. Sie kann im Internet auf Youtube.de unter „Evangelische Kirche Triberg“ aufgerufen werden.

In der katholischen Kirche trägt der Student Raphael D´Avis (von links) die Lesung und die Fürbitten vor – hier mit Diakon Sembach und Pfarrer Treuer.
In der katholischen Kirche trägt der Student Raphael D´Avis (von links) die Lesung und die Fürbitten vor – hier mit Diakon Sembach und Pfarrer Treuer. | Bild: Maria Kienzler

Eifrige Helfer

Die katholischen Christen aus allen fünf Pfarreien der Seelsorgeeinheit trafen sich zum Gottesdienst in der Schonacher Pfarrkirche. Überall wimmelte es von eifrigen Ordnern und Helfern, die für den nötigen Sicherheitsabstand sorgten. In dem riesigen Kirchenraum sollten ursprünglich 130 Personen platziert werden, doch es hatten sich nur 65 angemeldet. „Es kamen auch noch einige, die nicht angemeldet waren und mit uns Helfern waren rund 85 Personen da“, informierte Pfarrgemeinderätin Anja Finkbeiner zum Abschluss.

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Der Gottesdienst war sehr feierlich, aber trotzdem eigenartig. Es gab keinen Einzug, keine Gesangbücher und statt Weihwasser lediglich Ständer mit Desinfektionsmittel. Die Eucharistiefeier wurde von Pfarrer Andreas Treuer mit Unterstützung von Diakon Klaus-Dieter Sembach zelebriert.

Kommunion hinter Plexiglas

Auch die Ministranten fehlten am Altar, aber mehrere feierten den Gottesdienst im Kirchenschiff mit. Die beiden Geistlichen teilten wegen der Ansteckungsgefahr die Kommunion hinter Plexiglas-Ständern aus. Für die musikalische Begleitung sorgte auf der Orgelempore Josef Spath mit seiner Cousine Verena Schwer. Die Musik des Organisten wurde ergänzt durch den Sologesang der Sängerin.

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Mit anschaulichen Beispielen schlug Pfarrer Andreas Treuer in seiner Predigt den Bogen von der Corona-Krise über die ungewöhnlichen Osterfeste vor 2000 Jahren und im Jahr 2020 bis hin zu der Verheißung des Heiligen Geistes. Seine Predigt gipfelte in den Worten: „Wir brauchen Gottes Geist als Helfer genauso wie die Jünger damals, um Hoffnungsträger für andere zu werden.“

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