Sechs Wochen hat der Shutdown zum Schutz vor der Corona-Pandemie gedauert. Das Gros der Einzelhändler in ganz Deutschland musste seine Geschäfte schließen. Jetzt beschloss die Regierung erste Lockerungen. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen wieder öffnen – auch in der Raumschaft – und unter Sicherheitsmaßnahmen.

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Nicht jedes Geschäft hat bereits jetzt geöffnet, der eine oder andere Inhaber ist noch nicht darauf vorbereitet. Doch der große Rest zeigte sich erleichtert über die Möglichkeit, wieder Kunden bedienen zu dürfen. Und das, obwohl längst nicht jeder Laden von der Öffnung profitiert.

  • Schreibwaren Moosmann: So sieht beispielsweise Bernd Kaltenbach vom Geschäft Moosmann noch deutlich Luft nach oben. „Uns fehlen jetzt vor allem die Schüler, das wird sich hoffentlich bald ändern“, stellte er fest. Die fehlende Verkaufszeit sieht er als nicht aufzuholen. Doch immerhin habe er keine Pacht zu zahlen und mehrere Standbeine. Allerdings fehlen dem Laden auch Moosi‘s Lesecafé, bei dem er sicher ist, dass dieses noch eine ganze Zeit lang zubleiben müsse.
  • Sporthaus Hör: Auch Susanne Dold, Inhaberin des Sporthaus Hör, geht davon aus, dass das Jahr 2020 ein eher schlechtes Ergebnis bringen wird. „Und das, obwohl wir einen Lieferservice angeboten hatten, der auch speziell für Kinder gut angenommen wurde“, resümierte sie gegenüber unserer Zeitung. Der erste Tag sei von den Kunden ausgezeichnet angenommen worden, auch wenn es gewisse Einschränkungen durch die Sicherheitsmaßnahmen gegeben habe.
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  • Sattler’s Laden: In Schönwald zeigte sich Gerd Kazmirski, Inhaber von Sattler’s Laden, hoch erfreut darüber, dass er wieder voll öffnen darf. „Wir hatten nie ganz zu, da wir Annahmestelle für einen Lieferdienst sind. Wir mussten den Leuten oft erklären, warum sie dennoch nichts bei uns einkaufen können. Allerdings haben auch wir auf Wunsch auch ausgeliefert“, erzählt er.
  • Schuhhaus Hettich: Auch das schräg gegenüber liegende Schuhhaus Hettich ist wieder geöffnet. „Kinderschuhe liefen auch so ganz gut, weil wir ausgeliefert haben“, erklärte Gudrun Fehrenbach. „Erwachsene wollen halt einfach anprobieren“, meinte sie – was die Zahl der Kunden am ersten Öffnungstag beweise.
  • Haarwerk: Auch bei Friseurmeisterin Katja Kern laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, obwohl ihr Friseurgeschäft erst ab dem 4. Mai wieder öffnen darf. „Wir machen Termine. Da wir aber nicht mehr die normalen Plätze anbieten können, werde ich wohl die nächsten Wochen viele lange Tage haben – aber das ist in Ordnung“, sagt sie.
  • Der kleine Weihnachtsmarkt: In Triberg macht sich für Peter Fischer vom „kleinen Weihnachtsmarkt“ trotz Öffnung vor allem eines bemerkbar – die fehlenden Touristen. Sein Souvenirgeschäft lebt zu fast 100 Prozent von den vielen tausend Tagestouristen vor allem aus dem Ausland. Bis bei ihm wieder Normalität einkehre, brauche er noch einen langen Atem – und obwohl er sich ohne Murren der Schließung ergeben hatte, ist er der Meinung, dass das alles dramatisieret worden sei. Er stehe der Sache eher kritisch gegenüber.
  • Schuh- und Sporthaus Rapp: Ganz andere Töne schlagen Steffi und Markus Cariboni vom Schuh- und Sporthaus Rapp an. Zwar merken auch sie, dass Touristen fehlen, allerdings sehen sie die Schließung als gerechtfertigt an. Zudem konnte man auch bei ihnen Schuhe per Auftrag liefern lassen oder abholen. Dennoch sei es nicht dasselbe – wie schon Gudrun Fehrenbach stellten auch die Caribonis fest, dass vor allem Erwachsene Schuhe anprobieren wollen. Natürlich sei er mit dem Shutdown nicht besonders glücklich gewesen, so der Inhaber. Dennoch sieht er in erster Linie die Gesundheit der Kunden und der Belegschaft im Vordergrund. „Man darf jetzt aber dennoch nicht leichtsinnig werden“, mahnte er. Einige Ärgernisse in Bezug auf die Schließungen fast aller Geschäfte sah er dennoch: „Warum dürfen Discounter nahezu alles verkaufen, was mit Lebensmitteln aber so gar nichts zu tun hat – und warum muss ein Spiel- oder Schreibwarengeschäft schließen und der Drogeriemarkt darf Spiel- und Schreibwaren verkaufen“, echauffierte er sich. Immerhin wusste er eine Antwort darauf, warum großflächige Geschäfte besser noch eine Weile geschlossen bleiben sollten: „Wenn die aufmachen, sind die Innenstädte voll – und das gilt es einfach noch eine Weile zu vermeiden“.