Die Polka kam diesmal vom Band: Bei der Hauptversammlung des Musikvereins Trachtenkapelle Gremmelsbach zeigte sich deutlich, welche Auswirkung die Corona-Pandemie auf das kulturelle Leben hat. Doch die Mitglieder halten ihrem Verein die Treue, und blicken zuversichtlich in die Zukunft.

Dass den 26 Musikern, die seit März 2020 weniger als die Hälfte der üblichen Proben und Auftritte absolvieren konnten, nicht nur die Corona-Pandemie zu schaffen macht, schilderte Vorsitzender Daniel Dresp.

So sieht jahrzehntelange Treue zur Blasmusik in Gremmelsbach aus (von links): Bernd Kienzler, Blasmusikverbandspräsident Egon Bäurer, Harald Bertsche, Paul Kammerer, Philipp King, Katharina Allgeier, Vereinsvorsitzender Daniel Dresp sowie Michaela Kempf. Bild: Lukas Nagel
So sieht jahrzehntelange Treue zur Blasmusik in Gremmelsbach aus (von links): Bernd Kienzler, Blasmusikverbandspräsident Egon Bäurer, Harald Bertsche, Paul Kammerer, Philipp King, Katharina Allgeier, Vereinsvorsitzender Daniel Dresp sowie Michaela Kempf. Bild: Lukas Nagel | Bild: Lukas Nagel

Nachdem sich der Verein im vergangenen Herbst von Dirigent Slawomir Moleta getrennt hatte, stelle sich die Suche nach einem Nachfolger nun als schwer heraus, weshalb Gerd Kienzler das Amt übergangsweise übernehme. Auf die erste Anzeige gingen Dresp zufolge keine Bewerbungen ein. „Wir werden wieder aktiv werden und auf Dirigentensuche gehen“, versicherte der Vorsitzende.

Immerhin finanziell steht der Verein trotz eines kleinen Minus für 2020 insgesamt positiv da. Dennoch fehle mit dem beliebten Waldfest auf der Staude zum zweiten Mal in Folge die Haupteinnahmequelle. Um die Kasse von Kathrin Zeifang aufzubessern, wollen die Musiker deshalb am 25. Juli von 10 bis 17 Uhr bei einem Fensterverkauf an der frisch renovierten Bierbude auf der Staude Getränke und Speisen zum Mitnehmen anbieten. Bei gutem Wetter gebe es auch Sitzgelegenheiten im Freien, wie Dresp ankündigte.

Zwei Ausnahmemusiker

Mit Paul Kammerer und Bernd Kienzler wurden zwei Ausnahmemusiker für 50 Jahre aktive Vereinszugehörigkeit geehrt. „Dies ist ein kaum zu überbietendes Engagement“, anerkannte Egon Bäurer, der es sich als neuer Präsident des Blasmusikverbands Schwarzwald-Baar nicht nehmen ließ, den beiden Gremmelsbachern persönlich die große goldene Ehrennadel deutscher Blasmusikverbände zu überreichen. Beide wurden zu Ehrenmitgliedern des Blasmusikverbands Schwarzwald-Baar ernannt.

Bereits im Alter von zwölf Jahren begann Paul Kammerer in Schonach seine Karriere an der Trompete, bevor er vor 39 Jahren zur Trachtenkapelle Gremmelsbach wechselte. Über 20 Jahre engagierte er sich als stellvertretender Dirigent, noch länger als Nachwuchsausbilder, aktiver Beirat und Probelokalverantwortlicher. Vor einigen Jahren lernte er sogar noch einmal ein neues Instrument, um trotz gesundheitlicher Probleme seinen Verein weiter unterstützen zu können. Mit der Ehrung verbunden war zugleich der Abschied Kammerers aus den Reihen der aktiven Musiker.

Aktiv bleiben wird Bernd Kienzler. 26 Jahre lang drückte er dem Verein als Dirigent seinen musikalischen Stempel auf, weshalb der Name Kienzlers ein stehender Begriff im gesamten Verbandsgebiet sei, wie Bäurer versicherte. Allein rund 25 000 Probenabende habe er in dieser Zeit bestritten, rechnete der ehemalige Mathematiklehrer und Realschulrektor aus Hüfingen-Behla vor. „Kaum jemand hat den Musikverein Gremmelsbach so geprägt wie er“, lobte auch Dresp. Kienzler habe früh erkannt, dass Jugendarbeit für den Verein existentiell sei und sich mit ganzer Kraft in diesem Bereich eingebracht, was dem Verein heute ein Durchschnittsalter von 30 Jahren sichere.

Fabian Dold und Stefan Finkbeiner wurden bei den Wahlen als Mitglieder des Vorstandsteams bestätigt, Kathrin Zeifang als Kassiererin sowie Schriftführerin Katharina Allgeier. Simon Echle ersetzt im aktiven Beirat Stefan Hug. Passives Beiratsmitglied bleibt Harald Bertsche, der außerdem für 30-jährige passive Mitgliedschaft geehrt wurde. Als Jugendvertreter wurde Felix Dold bestätigt, als Kassenprüfer Roland Zeifang. Seit zehn Jahren ist Philipp King im Verein aktiv, seit 20 Jahren Corinna Dold und Peter Finkbeiner und für jeweils 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Michaela Kempf und Katharina Allgeier ausgezeichnet.