Seit nunmehr 40 Jahren gibt es den Seniorenkreis Gremmelsbach. Was die Senioren in den vergangenen vier Jahrzehnten alles gemeinsam erlebt haben, ist in einem Ordner festgehalten.

Was bitte ist ein Countdown?

Dieser Ordner enthält auch einen Text, überschrieben mit „Erinnerungen für alle, die vor 1945 geboren wurden“ – und das konnten alle im Gründungsjahr der Organisation mit Fug und Recht von sich behaupten. Geschichte musste man nicht studiert zu haben, um festzustellen, worauf die Senioren in ihren jungen Jahren verzichten mussten – teilweise ohne es zu merken, denn es gab viele Erfindungen noch gar nicht. Unbekannt waren damals Wäschetrockner, Mikrowellenherd, Ohrringe für Jungen und vieles mehr. Man sprach auch noch meist Deutsch und verstand nicht, was Timing und Countdown ist. Fremdwörter waren Brokkoli und Joghurt. Fernsehen – natürlich in schwarz-weiß – gab es zunächst nicht und dann nur für die Reichen. Die Senioren erlebten eine atemberaubende Entwicklung.

Geburtsstunde des „Alten-Clubs“

Aber in die Jahre gekommen, vermissten sie doch eines: Man komme nicht mehr fort, klagten die Senioren. Dies sollte sich aber sehr bald ändern: Im März 1980 erinnert die Liste der Aktionen des Seniorenkreises an ein Frühlingsfest im Landgasthof „Rössle“, an dem die Musikkapelle Gremmelsbach und die Trachtentanzgruppe Triberg mitwirkten. Die Adventsfeier im Dezember war die nächste und einzige weitere Zusammenkunft in diesem Jahr. Was 1980 als lockere Vereinigung begann, nahm 1982 feste Formen an. Rösslewirtin Elisabeth Günter lud die Senioren am 4. Februar zur Gründungsversammlung eines „Alten-Clubs“ in die Pension Schoch ein, Vorschläge für Alten-Nachmittage und Ausflüge wurden besprochen. Damit hatten die Gremmelsbacher Senioren eine offizielle Organisation.

Großer Anteil am Leben im Ort

15 Jahre war Elisabeth Günter die Leiterin, sie wurde unterstützt von Paula Harter, Maria Ferdani, Hildegard Kränzler und Gisela Schlenker. 1995 gab sie ihr Amt ab. Ein anderes Team trat an ihre Stelle: Margarete und Bruno Kaiser, Gertrud Kufner und Alfred Kienzler, nach seinem frühen Tod wurde Martha Kienzler Nachfolgerin. Von da an hieß der „Alten-Club“ dann „Senioren-Kreis“. Welchen Anteil der Verein im Ort hatte, zeigt die Zahl von 132 älteren Mitbürgern in der Gemeinde im Jahr 2005. 2009 wurde ein neues Leitungsteam gebildet: Doris und Jürgen Engelke, Rosa Dieterle, Brigitte Kienzler, Steffi Laube, Gunhild Ritter und Albert Zeifang. Die verschiedenen Vereinsaufgaben (Ausflüge, Kasse) wurden auf die einzelnen Vorstandsmitglieder verteilt, je nach Fähigkeiten und Interessen.

Ausflüge mit vielen tollen Zielen

Es gibt vielerlei Unternehmungen, angefangen von häufigen Kaffeenachmittagen, Advents- und Nikolausfeiern, Film- und Lichtbildervorträgen bis hin zu Ausflügen. Immer hatten die Leitungsteams bei der Auswahl der Ziele eine glückliche Hand. Unmöglich ist es, sie alle aufzuzählen, doch darunter waren einige Orte, an die viele Senioren privat nie gekommen wären: der Steinwasenpark/Oberried, Rüdesheim, Porzellanmuseum in Ludwigsburg, die Chrysanthemenschau in Lahr, das Campus Galli in Messkirch, die Textilfabrik Trigema in Burladingen, die Rothausbrauerei. Aber auch Ziele im Ausland wurden angesteuert. In der Schweiz waren dies Stein am Rhein oder der Vierwaldstättersee; im Elsass der Odilienberg, Ribeauvillé, Straßburg, Colmar, die Töpferei in Soufflenheim, Krautergersheim und der Hartmannsweilerkopf.

Derzeit ruht alles

Inzwischen finden die Veranstaltungen solchen Anklang, dass auch Senioren aus der Raumschaft Triberg daran teilnehmen. So wird das Gemeindeleben in Gremmelsbach durch den Seniorenkreis zu einem guten Teil mitgestaltet und ist nicht mehr wegzudenken. All die Jahre fanden die Leitungsteams immer die volle Unterstützung der Ortsverwaltung. Wie in allen Vereinen ruht allerdings derzeit die Arbeit wegen des Corona-Virus.

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