Die Kirchengemeinden haben in der Triberg, Schonach und Schönwald wieder Präsenzgottesdienste abgehalten. Es waren die ersten seit vielen Wochen.

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Am Samstag fand der erste Präsenzgottesdienst in der Stadtkirche St. Clemens statt – unter extremen Sicherheits- und Hygieneauflagen. Maximal 70 Erwachsene waren gestattet, die sich alle anmelden mussten. Und neben dem katholischen Pfarrer Andreas Treuer und seinem evangelischen Amtskollegen Markus Ockert waren nur vier Ministranten anwesend.

Fast leere Bänke, verhüllte Gesichter: Unter Hygienemaßnahmen findet in der Triberger Stadtkirche (großes Bild) ein Gottesdienst statt. Ebenfalls ungewohnt: Der evangelische Pfarrer Markus Ockert (links) liest das Evangelium. Pfarrer Andreas Treuer (oben) möchte, dass die Kirche verstärkt den Menschen im Blick hat. Bilder: Hans-Jürgen Kommert/Archiv
Fast leere Bänke, verhüllte Gesichter: Unter Hygienemaßnahmen findet in der Triberger Stadtkirche (großes Bild) ein Gottesdienst statt. Ebenfalls ungewohnt: Der evangelische Pfarrer Markus Ockert (links) liest das Evangelium. Pfarrer Andreas Treuer (oben) möchte, dass die Kirche verstärkt den Menschen im Blick hat. Bilder: Hans-Jürgen Kommert/Archiv | Bild: Kommert Hans-Jürgen

So war die Kirche zwar von vorn bis hinten gut gefüllt, doch es klafften riesige Lücken zwischen den Besuchern der Heiligen Messe. Alle trugen medizinische Schutzmasken. Auch das Singen zu den Klängen der Winterhalter-Orgel blieb einer einzigen Person vorbehalten: Verena Schwer aus Schonach ließ ihre klare Sopranstimme von der Empore erklingen.

Pfarrer Andreas Treuer möchte, dass die Kirche verstärkt den Menschen im Blick hat.Foto: Archiv
Pfarrer Andreas Treuer möchte, dass die Kirche verstärkt den Menschen im Blick hat.Foto: Archiv

„Die beiden großen Konfessionen nehmen die Gottesdienst unter entsprechenden Auflagen wieder auf“, erklärte der katholische Geistliche zu Anfang. Er ging auch kurz auf die großen Veränderungen innerhalb der Diözese ein, in deren Folge künftig aus 224 Seelsorgeeinheiten 36 Großpfarreien werden sollen. Auf die Ursachen ging er später in seiner Predigt ein.

Pfarrer kritisiert Zustand der Kirche

Das von Pfarrer Markus Ockert verkündete Evangelium handelte von der Reinigung des Tempels durch Jesus vor dem Passahfest. Treuer sah darin eine geistliche Erneuerung von Grund auf. „Was würde Jesus vorfinden, wenn er heute zu uns käme? Er würde eine mächtige Organisation vorfinden, einen prächtigen Bau, der aber an vielen Stellen nur noch Fassade ist. Mit einer Geschäftsordnung und Strukturen, die Machterhalt versprechen, oft aber den Menschen nicht mehr sehen“, legte er die Finger in offene Wunden. Denn oftmals sei der Machterhalt wichtiger als die Botschaft Jesu. Eigentlich wolle keiner eine Fassade, hinter der nichts mehr steht. „Damals hat der Herr im Tempel starre Strukturen niedergerissen, heute will er mit euch allen eine lebendige Kirche bauen“, warb Treuer.

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Auch am Sonntag fanden Messen und Gottesdienst statt – in Schonach in der Pfarrkirche St. Urban und in den evangelischen Kirchen in Triberg und Schönwald.