Am letzten Septemberwochenende ließen die Mitglieder des Angelsportvereins Schwarzwaldquelle der Raumschaft Triberg das Corona-Jahr 2020 in ihrer Hauptversammlung im Bergseestüble Revue passieren.

In seiner ersten Hauptversammlung als Vorsitzender stellte Dirk Otto fest, dass die Pandemie Auswirkungen auf das Vereinsjahr der Angler gehabt habe.

Der Vorsitzende Dirk Otto (Mitte) mit den wieder Gewählten, seinem Stellvertreter Thomas Otto (links) und Schriftführer Stefan Seiler. Bild: Hans-Jürgen Kommert
Der Vorsitzende Dirk Otto (Mitte) mit den wieder Gewählten, seinem Stellvertreter Thomas Otto (links) und Schriftführer Stefan Seiler. Bild: Hans-Jürgen Kommert | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Der traditionelle Fischverkauf am Gründonnerstag am Schonacher Rathaus habe ausfallen müssen, genauso wie sämtliche Umwelttage in der Raumschaft, bei denen sich die Vereinsmitglieder sonst rege für saubere Gewässer einsetzen.

„Eher zufällig haben wir uns beim Anfischen getroffen, das Kameradschaftsfischen Ende September hat aber geklappt“, resümierte Otto. Eher schwierig dagegen sei die interne Zusammenarbeit verlaufen. Dafür habe man drei neue Mitglieder bekommen.

Gewässerwart Jens Otto berichtete, dass es keine Arbeitseinsätze gegeben habe. Die Gewässer wurden mit rund 1000 Fischen sehr gut bestückt, ein als „Fischsterben“ gemeldetes Ungemach hatte sich als das Ablaichen entpuppt, bei dem sich die Fische halt außergewöhnlich bewegten. Deutlich höher als sonst sei das gemeldete Fangergebnis gewesen.

Kassierer Patrick Velten konnte trotz ausgefallener Aktivitäten einen kleinen Gewinn vermelden. Schon nach erstaunlich kurzer Zeit wurde das Vorstandsteam nach Aufruf durch Markus Nagel von den Mitgliedern entlastet.

Am Ende stand der Antrag von Thomas Otto, der feststellte, dass die Gewässerordnung des Vereins doch arg in die Jahre gekommen sei und dringend überarbeitet werden müsse. Eine aktualisierte Fassung wurde direkt diskutiert und einstimmig beschlossen.

Angesichts der sehr ordentlichen Kassenlage regte Dieter Burger ein kleines Fest an, was wohl auch kommen wird – aber erst im kommenden Jahr. Es wird ein Grillfest, wie Dirk Otto erklärte.

Besprochen wurden auch die Arbeitseinsätze am Rensbergweiher, die auf den 16. und 23. Oktober gelegt wurden – „es gibt viel Material zu bewegen, Schaufel und Pickel sollten mitgebracht werden“, war zu erfahren.

Nur wenige Stunden nach der Hauptversammlung begannen die Mitglieder des Angelsportvereins Schwarzwaldquelle bereits um 8 Uhr morgens am Bergsee in Triberg mit dem alljährlichen Kameradschaftsfischen, das zugleich auch „Königsfischen“ war. In wenigen Tagen beginnt zudem für die meisten Fischarten die Schonzeit. Es sollte sich aber auch erneut zeigen, dass der Angler mit dem am meisten gefangenen Fisch-Gewicht, also der König des Tages, nicht zwangsweise auch derjenige ist, der für seine Familie eine leckere Mahlzeit mit nach Hause bringt.

Andreas Schmidt und Tochter Jana bringen den von ihr gefangenen Karpfen zum Wiegen zu Thomas Otto. Der Fisch ist 1500 Gramm schwer und darf anschließend wieder ins Wasser.
Andreas Schmidt und Tochter Jana bringen den von ihr gefangenen Karpfen zum Wiegen zu Thomas Otto. Der Fisch ist 1500 Gramm schwer und darf anschließend wieder ins Wasser. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

„Ein paar Barsche, vielleicht auch kleinere Hechte oder Zander, ziemlich kapitale Karpfen und Regenbogenforellen kann man hier fangen, vielleicht auch einige Rotaugen oder Rotfedern“, nannte der Vorsitzende Otto die Arten, die im Bergsee schwimmen. Von 8 bis 10.30 Uhr sollte der gesamte Fang gewogen und addiert werden, den die Petrijünger anlanden konnten.

Doch kurz vor Beginn der Schonzeit für Forelle oder Saibling schienen die Fische nicht wirklich hungrig zu sein, obwohl sie sich durch Sprünge den Anglern gerne mal zeigten. Andere erwiesen sich manchmal auch als schlau genug, die Köder ganz dezent ohne Biss vom Haken zu lösen. Allerdings – kaum war der Acht-Uhr-Glockenschlag der Wallfahrtskirche verhallt, gab es schon die ersten Bisse: Durchgehend waren es aber Karpfen, die bereit waren, den Anglern auf den Leim zu gehen.

Erneut war es am Ende Dieter Burger, der das Kampfgewicht seines Fischfangs gegenüber dem Vorjahr sogar verdoppelte: Nach 2610 Gramm im September 2020 konnte er diesmal 5350 Gramm vermelden, allerdings wiederum Karpfen, die er ebenso wenig wie Schwiegersohn Patrik Velten oder Enkel Loris mag.

Wiedergewählt wurden der stellvertretende Vorsitzende Thomas Otto sowie Schriftführer Stefan Seiler und der Zweite Beisitzer Jan Schwörer.