Camping-Gefühl, unabhängig vom Wetter – das wollen die in Triberg geplanten Indoor-Camping-Plätze ermöglichen. Die Arbeiten schreiten voran. In der riesigen Halle stehen schon die ersten Motto-Wohnwagen.

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Campen mit allem drum und dran, allerdings ohne dabei vom Wetter abzuhängen – das ist das Konzept, mit dem die Leiterin der Anlage, Laura Heim, künftig Besucher nach Triberg locken möchte. Viel Hirnschmalz habe sie in die diversen Motto-Wohnwagen investiert. Faszinierende Trailer stehen in der riesigen Halle. So gibt es beispielsweise einen Wohnwagen mit dem Motto „Route 66“ und sogar ein gelbes U-Boot namens „Jellow Submarine“.

Das ist bisher passiert

Wie aber kam es dazu, dass ein solches recht eigenwilliges Konzept in einem ehemaligen Industriebau entstehen kann?

  • Schandfleck-Alarm: Im Jahr 2017 sei der Leiter der Immobilienabteilung einer ortsansässigen Bank auf Projektentwickler Rolf Dickmann mit dem Objekt zugekommen. Die Fabrik werde ihre Produktion verlagern. „Das ist ein Problem, das viele Gemeinden kennen, denn oft genug bleiben die Fabrikgebäude auf lange Zeit ungenutzt, verfallen, werden zugemüllt und werden zu Schandflecken“, sagte Rolf Dickmann im Gespräch. Für solche Objekte Lösungen zu finden, sei ausgesprochen schwer. Auch ihm sei spontan nichts eingefallen.
Noch ist von außen nicht allzu viel zu sehen beim künftigen Indoorcamping-Projekt DaHeim im ehemaligen Industriebetrieb.
Noch ist von außen nicht allzu viel zu sehen beim künftigen Indoorcamping-Projekt DaHeim im ehemaligen Industriebetrieb. | Bild: Hans-Jürgen Kommert
  • Schwierige Aufgabe: Die Frage lautete: Wie könnte eine sinnvolle und vor allen Dingen auch wirtschaftliche Nutzung von 5000 Quadratmetern zuzüglich Außenbereich und reichlich Parkplätzen in einer kleinen Stadt wie Triberg im Schwarzwald aussehen? Eigentumswohnungen oder eine anders gelagerte Produktion seien viel zu teuer gewesen. „Doch Triberg hat einen sehr lebendigen Tourismus mit den höchsten Wasserfällen Deutschlands, den Kuckucksuhren, der Schwarzwaldbahn und weiteren Attraktionen. In der Hauptsaison ist die Stadt voll mit Autos, Wohnmobilen, Motorrädern und Menschen“, stellt der Projektentwickler fest.
  • Geistesblitz: Das Nächstliegende sei ein Hotel gewesen, aber das sei zu teuer und daher nicht im Ansatz wirtschaftlich. Wie sonst könnte man das große touristische Potenzial nutzen, war hier die Überlegung. Es habe einige Zeit gedauert und einiges Kopfzerbrechen verursacht, doch dann war die Idee geboren. Die lockere Atmosphäre eines Campingplatzes für Familien, Jugend- und Motorradgruppen, unkompliziert, zugleich vertraut und doch irgendwie anders, so lautete das Ziel.
  • Alles fügt sich ein: Zu den Übernachtungsmöglichkeiten kommen im Außenbereich Stellplätze für Wohnmobile und überdachte Stellplätze für Motorräder. Im Innenbereich sind Spinde für Gepäck und Helme, eine kleine Brauerei, ein Restaurant, ein Shop, ein großer Event-Raum und ein Fitness-Center geplant. „Viele Dinge, die schon einmal angedacht waren, fügten sich auf einmal aneinander“, zeigt sich Dickmann überzeugt. Also im Prinzip Camping-Urlaub im gemieteten Wohnwagen, doch nicht im Freien und Wind und Wetter ausgeliefert, sondern unter dem Dach und in dem Ambiente einer alten Metallwaren-Fabrik.
Originelle Übernachtungsmöglichkeiten wie im U-Boot Jellow Submarine bietet der neue Indoor-Campingplatz.
Originelle Übernachtungsmöglichkeiten wie im U-Boot Jellow Submarine bietet der neue Indoor-Campingplatz. | Bild: Dickmann
  • Erste Schritte: Mit dem Konzept erntete Dickmann große Zustimmung und erhielt Unterstützung von Tribergs Bürgermeister Gallus Strobel, dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung. Im Mai 2018 erfolgte die Unterzeichnung des Vertrags für die Umsetzung des Konzepts mit dem ortsansässigen Investor Siegfried Heim, dessen Tochter Laura Heim, die die neue Indoor-Anlage leiten wird. Bereits im September 2019 war Baubeginn nach Erteilung der Baugenehmigung und aller weiteren Formalitäten. Gemeinsam mit seinem Sohn Tim und seiner Frau Barbara sei er viele Stunden und Tage mit der Entwicklung des Projekts beschäftigt – und er hofft, noch in diesem Jahr das Projekt übergeben und somit Laura Heim und ihre Familie den Indoor-Campingplatz eröffnen können.
  • Partner: „Aufgrund unserer langjährigen Arbeit können wir auf gute Partnerfirmen in allen Bereichen zurückgreifen“, fasst Dickmann zusammen. Sehr positiv sei beispielsweise die Zusammenarbeit mit dem Künstler Arnold Genewitz gewesen, der eine Rezeption aus Recycling-Material gestaltet habe. „Sehr geschmackvoll“, freut er sich. Überhaupt habe sich auch die Zusammenarbeit mit der heimischen Architektin Susanne Muschal als sehr positiv herausgestellt, da sie stark auf das Thema Nachhaltigkeit setze.