Nachdem zunächst ausschließlich in den landesweit eröffneten Impfzentren geimpft wurde, sind seit rund vier Wochen mobile Impfteams unterwegs, um vor allem auch in Alten- und Pflegeheimen die Bewohner und die Mitarbeiter vor Ort zu impfen. Kein ganz leichter Weg, weiß auch Norman Herr, Leiter des Triberger Hauses St. Antonius. „Als die Impfkampagne im Dezember gestartet wurde, lag die Zustimmungsrate auch bei uns eher niedrig“, sagte er.

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Vor allem der junge Triberger Mediziner Markus Ruch sowie Pflegedienstleiterin Angelika Landerer und Pflegedienstleiter und Corona-Beauftragter Thilo Hofmann hätten durch ihre ruhigen Aufklärungsveranstaltungen bewirkt, dass sich 90 Prozent der derzeit 67 Bewohner des Pflegeheims impfen ließen – und etwa 86 Prozent im betreuten Wohnen, das sind 18 Bewohner, sowie etwa 80 Prozent der 80 Mitarbeiter in der Pflege. „Von den Bewohnern des betreuten Wohnens verlangen wir, dass diese Mitglied im Sozialwerk sind – ein bisschen Benefit muss da schon gegenüber Nichtmitgliedern sein“, betonte Heimleiter Herr, der sich ebenfalls impfen ließ.

Werden die Impfspritzen ganz genau gefüllt, reicht es für sechs Impfdosen aus einer Ampulle mit dem Biontech-Impfstoff.
Werden die Impfspritzen ganz genau gefüllt, reicht es für sechs Impfdosen aus einer Ampulle mit dem Biontech-Impfstoff. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Bis die Impfteams mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen konnten, galt es zunächst, sehr viel Papierkram zu erledigen. Und auch wenn das Impfteam dann aufschlägt, dauert es noch gut eine Stunde, bevor der erste Impfling seine Dosis tatsächlich verimpft bekommt. In der Hauptsache handelt es sich um den mRNA-basierten Stoff der Firma Biontech. Mit insgesamt elf Helfern war das Team relativ groß. Und auch Markus Ruch hatte es sich nicht nehmen lassen, selbst Hand anzulegen – er war auf den Stationen zugange.

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Nachdem die entsprechenden Unterlagen von der Versichertenkarte über Impfausweis und Zustimmungserklärung zusammengefügt, ausgedruckt und verglichen waren, ging es dann auch schon los. Zunächst gab es Aufklärungsgespräche mit den Ärzten und dann den Stich in den Oberarm – „kaum zu spüren“, wie Pflegedienstleiter Thilo Hofmann erklärte.

Anästhesiepfleger Jürgen Mohrbacher impft Pflegedienstleiter Thilo Hofmann.
Anästhesiepfleger Jürgen Mohrbacher impft Pflegedienstleiter Thilo Hofmann. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

„Wir erwarten eigentlich zumindest eine kleine Impfreaktion innerhalb des ersten Tages. Daran erkennt man, dass der Körper anfängt, Abwehrreaktionen zu zeigen“, erklärt Peter Ruf. Der Mediziner ist eigentlich bereits im Ruhestand, jetzt ist er aber als Mitglied des Offenburger Teams im Einsatz. Ruf hat einen sehr interessanten, gut verständlichen Aufklärungsbogen entworfen, auf dem er auf humorvolle Art und Weise die Wirkungsweise des Impfstoffes erklärt und sich auch mit Gegnern beschäftigt.

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Die eigentliche Impfung nahmen oftmals Notfallsanitäter oder aber der Leiter des Teams, Jürgen Mohrbacher, vor. Der ist eigentlich Koordinator für Pflegeberufe im Nachbarlandkreis und ausgebildeter Anästhesiepfleger. 142 Impfungen konnte das Team im Haus vornehmen. Da jedes Mal noch ein kurzes Aufklärungsgespräch erfolgte, zog sich das auch mit insgesamt fünf Ärzten ziemlich hin. Doch um die Mittagszeit herum war bereits alles erledigt und das Team konnte weiterziehen – in drei Wochen erfolgt dann der zweite Streich, denn erst danach steht der volle Impfschutz zur Verfügung.