66 Jahre lang seien dort die Försterinnen und Förster des Schwarzwald-Baar Kreises ein- und ausgegangen, erklärte der Leiter des Kreisforstamts, Frieder Dinkelaker, bei der Übergabe am Montag. Seit Januar befindet sich das Kreisforstamt in Donaueschingen. In den vergangenen Monaten war Kisten packen angesagt und der Umzug in die Donaustadt – respektive für den Staatsforst nach Kirchzarten.

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Grund hierfür war die Neuorganisation des Forstes. Seit 2020 gelten neue Strukturen: Wegen kartell- und wettbewerbsrechtlichen Gründen werden Kommunal- und Privatwald durch die Forstleute des Kreisforstamtes, der Staatswald durch den Staatsforstbetrieb ForstBW betreut. In diesem Zug sei auch die Entscheidung gefallen, die Forstamtszentrale auf einen Standort in Donaueschingen zu konzentrieren. Für die Mitarbeitenden der ehemaligen Außenstelle in Triberg bedeutete dies Abschied nehmen von den vertrauten Mauern des historischen Hauses. Die Ansprechpartner und Zuständigkeiten blieben weitgehend erhalten.

350 Meter an Ordnern

Bis unter den Dachspitz sammelten sich laut dem einstigen Büroleiter Johannes von Stemm 350 laufende Meter an Ordnern, dazu vielerlei Gerätschaften bis hin zu aufwendig gestalteten Ausstellungstafeln von Waldtagen. Historische Akten und Karten wurden in Teilen an das Landes- und Kreisarchiv zur sicheren Verwahrung gegeben.

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Neben der Einarbeitung in neue Betriebsabläufe und Herausforderungen durch Stürme und Borkenkäfer, war das ein enormer Kraftakt, so Hubert Grieshaber, der mit seinem Staatswaldkollegen Johannes von Stemm den Großteil des Umzuges organisierte.

300 Jahre alt

Schaut man in die Historie des Gebäudes, lässt sich feststellen, dass sich hinter diesen Wänden schon eine wechselvolle Geschichte abgespielt hat. Das dürfte nicht verwundern, denn das Gebäude besteht bereits seit 1694, mithin seit mehr als 300 Jahren. Die längste Zeit diente es als Wohn- und Amtssitz für die Obervögte.

Wechselhafte Geschichte

Nach den herrschaftlichen Behörden, die dort lange residierten und die Naturalabgaben der Bevölkerung in den im Dach gelegenen Speichern lagerten, nach Obervogt, Oberamtmann und der Verwaltung des Großherzoglich-Badischen Bezirksamtes, wurden die Räume nach 1924 vom Gendarmerieposten Triberg genutzt.

Seit 2012 als Mieter

Seit 1954 haben die Beamten des staatlichen Forstamts dort ihr schönes Domizil. Auch nach dem Verkauf des Gebäudes an die Stadt Triberg im Jahr 2012 konnten die Förster die Räumlichkeiten als Mieter nutzen. Reinhold Mayer, selbst lange Jahre Leiter des Forstamts, zeigte auf, dass der Erwerb des Hauses durch den Kreis beinahe in trockenen Tüchern war – ein Gutachten indes verhinderte den in letzter Minute.

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Nun wurden die Schlüssel an die Stadt Triberg übergeben. Bürgermeister Gallus Strobel betonte, dass die Mitarbeiter des Forstamts in Triberg immer gerne gesehen waren und er sie nicht gerne ziehen lasse. Der Erwerb und die Restaurierung des Amtshauses seien bereits bezahlt, nun hoffe er auf genau so gute Mieter wie es die Forstleute über Jahrzehnte waren. Wer in Zukunft in dem schönen Fachwerkhaus zu finden sein wird, ist noch offen.

Wald vereint Mitarbeiter

„Zwar bewegen wir uns ab sofort in zwei verschiedenen Betrieben und an anderen Dienstorten, aber uns vereint natürlich weiterhin Vieles. Allen voran, dass wir mit den Revierleitenden wie gewohnt auf der Fläche präsent sind und für das einstehen, was uns am Herzen liegt: Der Wald im Schwarzwald-Baar-Kreis“, sagt Frieder Dinkelaker, Leiter des Kreisforstamtes.

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