Dazu geholt hatte sich der Sportverein einen Moderator, der in einer völlig anderen Disziplin, der Nordischen Kombination, einst ein ebenso erfolgreicher Sportler war: Hans-Peter Pohl führte durch die Begrüßung und sprach intensiv mit der jungen Neu-Schwarzwälderin, die nach Triberg kam, um bei ihrem damaligen Freund und heutigen Mann zu sein, Jan Rotter.

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Die Sporttherapeutin arbeitet mittlerweile als betriebliche Gesundheitsmanagerin bei der Burger Group. Zugleich ist ihr Arbeitgeber ihr Hauptsponsor. Gemeinsam mit Jan arbeitete sie am Ziel „Olympia 2020“ in Tokio – wobei sie das Ticket seit der WM bereits in der Tasche hat.

Vermisst

Silke Burger vom Bereich Human Ressources der Gruppe, mit der sie eng zusammenarbeitet, überbrachte ihr die Glückwünsche des Arbeitgebers – „wir haben uns schon überlegt, das Bild an Ihrem Arbeitsplatz aufzustellen, weil Sie so häufig weg sind“, erzählte sie schmunzelnd. „Während Ihrer Kämpfe ruhte in Schonach die Arbeit – alle Mitarbeiter haben sich das angeschaut. Und ich habe nicht geahnt, dass man beim Anschauen eines Ringkampfes ins Schwitzen kommen kann“, verriet Silke Burger den Anwesenden.

Qualifikation

Zunächst aber ließen die Triberger Ringer noch einmal alle Kämpfe per Video Revue passieren – angefangen beim vermeintlich leichten Qualifikationskampf gegen Indien, der beinahe in die Hosen gegangen wäre. „Wer meine Kämpfe kennt, weiß, dass ich die Mehrzahl verloren habe, wenn ich in die Brücke gehen musste“, gestand die Bronzemedaillen-Gewinnerin. Diesmal konnte sie sich retten und mit einem gehörigen Energieaufwand den Kampf gerade noch drehen.

Achtel- und Viertelfinale

Leichtes Spiel hatte sie dann im Achtelfinale, das sie überlegen mit 10:0 gewann. Supernervös sei sie zum Auftakt und im Viertelfinalkampf gewesen, gab sie zu. Ihr Mann Jan, die Eltern sowie die Schwiegereltern hatten es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Das Viertelfinale begann mit einem kleinen Schock für Aline Rotter-Focken: Eine alte Verletzung begann wieder zu bluten – aufgerissen wohl durch unsportliches Ringen ihrer Gegnerin. Auch diesen Kampf gewann sie trotz der „Friese“, wie sie den Kopfverband titulierte.

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Halbfinale

Zwar ging das Halbfinale gegen die US-Amerikanerin Adeline Gray verloren, doch mit etwas mehr Glück hätte sie es auch gewinnen können, wie auch Bundestrainer Patrick Loes verlautbarte – doch das Ticket nach Tokio war schon beim Halbfinal-Einzug gelöst.

Finale

Den anschließenden Kampf um Bronze gegen die Lokalmatadorin Elmira Sysdykowa gewann sie sicher. Und was ebenso wichtig ist: Sie sei derzeitig gesetzt, was bedeutet, dass sie frühestens im Halbfinale auf eine der Favoritinnen treffen kann. In den folgenden Monaten will Aline Rotter-Focken das in Ranglisten-Kämpfen festigen.