Eine ganze Reihe Akteure trug wieder zum großartigen Gelingen des großen bunten Abends der Narrenzunft Nußbach bei. Die närrisch-bunt dekorierte Halle war voll besetzt, die Besucher warteten gespannt auf das Abendprogramm. Da die Nußbacher Zunft 1948 gegründet wurde, war dieser Abend auch eine 70er-Geburtstagsparty.

Ein farbiges Bild bot der Einzug der Gardemädchen, des Elferrats, der Katzen, der Gfleechtwiiber und Strohdrescher. Vor dieser Kulisse startete Oberzunftmeisterin Sonja Schätzle ein großes Begrüßungsaufgebot, denn alles, was Rang und Namen in der Raumschaft hat, war an diesem Abend vertreten. Entschuldigt waren nur die Triberger, sie feierten selbst ein Jubiläum. Da sie aber nächstes Jahr dafür geballt erscheinen werden, spielen die Zunft und die Ortsverwaltung jetzt schon mit dem Gedanken einer Hallenvergrößerung.

Endlich hat Nußbach auch einen Narrenbrunnen.
Endlich hat Nußbach auch einen Narrenbrunnen. | Bild: Priska Dold

Zwei Festdamen verlasen schließlich die Festordnung – unter anderem seien finstere Mienen an der Garderobe abzugeben. Mit Tänzen wurde das Unterhaltungsprogramm eröffnet. Die Mädels der Garde begannen mit einem flotten Marsch. Auch der Strohdrescher-Gflechtwiiebertanz gefiel dem Publikum, zumal dieser plötzlich vom zunächst behäbigen Strohdrescher-Schritt ins Flotte, Moderne überwechselte.

In die Bütt stieg Florian Kern. Er berichtete, was im Dorfladen passiert. Vor allem nach der Fröscheparty, wenn vergessen wird, den Videorekorder auszuschalten. Frank Kienzler und Holga Dabrunz erinnerten mit ihrem bunten Liedermix an 70 Jahre Nußbacher Fasnet, das Publikum sang lautstark mit.

Die alten Wiiber kamen dann auf die Bühne. Sie erwiesen sich als mehrsprachig, lustige Fasnetversle wie „Hansele, du Lumpehund“ oder „Annele Susannele, wiä macht mer denn de Käs waren unter anderem in Denglisch oder Kölnerisch zu hören. Sie hatten die Lacher auf ihrer Seite.

Der Strohdrescher-Glechtwiibertanz gehört einfach zum bunten Abend der Narrenzunft dazu.
Der Strohdrescher-Glechtwiibertanz gehört einfach zum bunten Abend der Narrenzunft dazu. | Bild: Priska Dold

Zwischen den Programmpunkten kamen immer wieder Gratulanten mit Geschenken. Der Höhepunkt war aber das Päckle aus Amerika. Nachdem dieses einige Runden im Saal gedreht hatte, durften die Festdamen das schwere Paket öffnen. Und die Überraschung war groß, es beinhaltete einen Narrenbrunnen. Alle freuen sich – endlich haben die Nußbacher auch einen Narrenbrunnen, und dazu noch einen, der Wein spendet.

Neuigkeiten gibt es auch immer, wenn der Eckebeck durchs Dorf fährt. Unter Gelächter des Publikums ruckelte der Bus mit Getöse auf die Bühne. Die Kundschaft kaufte ein und brachte auch was mit: Neuigkeiten wurden ausgetauscht, was immer wieder für Applaus sorgte. Dann kam noch eine Geburtstagsüberraschung, eine Riesen-Geburtstagstorte mit „viiiel Sahne“ überreichte der Eckebeck mit seinem Gehilfen der Zunft.

Mit flotten Rhythmen tanzte die Mädchengruppe Hertbreakers über die Bühne, genau wie die Violetts erreichten sie mit ihren aufwändigen Showtänzen die verdiente Aufmerksamkeit der Besucher. Ebenso das Männerballett, das an diesem Abend mit „Best off“ zahlreiche Ausschnitte aus seinen Tanzdarbietungen der vergangenen Jahre zeigte.

Die Hard-Rock-Band Kiss besuchten den bunten Abend in Nußbach.
Die Hard-Rock-Band Kiss besuchte den bunten Abend in Nußbach. | Bild: Priska Dold

Nach dem großen Finale, in dem die Sänger Holga Dabrunz und Frank Kienzler noch einmal die Stimmung im Saal zum Kochen brachten, war Oberzunftmeisterin Sonja Schätzle mit Dankesworten an der Reihe.

Sie lobte die Akteure des hervorragenden Programms, die Organisatoren, die Choreografen, die Maskenbildner – und vor allem die Trachtenkapelle mit ihrem Dirigenten Wolfgang Borho. Die Musiker sorgten für Narrenmärsche, Schunkelrunden oder einen Tusch an richtiger Stelle und wurden mit besonderem Applaus bedacht.