„Das ist ein Glücksfall für die Stadt“, frohlockt Bürgermeister Gallus Strobel. Er freut sich riesig über die Pläne von Siegfried Heim. Der Triberger Unternehmer und Investor will mit seiner Tochter Laura in den ehemaligen Produktionsräumen der Firma Haugg einen Indoor-Campingplatz einrichten – im Prinzip also ein Angebot zum Zelten nicht auf einer Wiese, sondern innerhalb eines Gebäudes.

Blick auf das Haugg-Areal: Hier in der alten Fabrik soll das neue Campinghotel entstehen.
Blick auf das Haugg-Areal: Hier in der alten Fabrik soll das neue Campinghotel entstehen. | Bild: Christel Börsig-Kienzler

Das Großprojekt komme "voraussichtlich noch vor Weihnachten in der Gemeinderatssitzung am 19. Dezember auf die Tagesordnung“, verrät Strobel. Er hoffe, dass der „so gut wie fertige“ Bauantrag Anfang kommender Woche im Rathaus vorliege.

Stadt Triberg will Zufahrtsbrücke sanieren lassen

Siegfried Heim, der Eigentümer der Kroneck-Werkstätten, beabsichtige, das Areal An der Gutach 1 mit den früheren Industrieräumen der Schwarzwälder Metallwarenfabrik von der Familie Haugg zu kaufen, sofern der Bauantrag durchgehe. "Die Stadt wird für den Fall der Umsetzung des Campinghotels die Zufahrtsbrücke über die Gutach übernehmen, deren Sanierung veranlassen und einen Förderantrag stellen“, so Strobel weiter.

Projektentwickler Rolf Dickmann lieferte die Idee

Die Idee, einen Indoor-Campingplatz in Triberg zu realisieren, stammt von Projektentwickler Rolf Dickmann. Seine Vorstellungen stießen bei Siegfried und Laura Heim auf offene Ohren. Kein Wunder: Vater und Tochter hatten auch schon über eine derartige Erlebnisgastronomie nachgedacht.

Laura Heim soll die Hotelleitung übernehmen

Die 29-Jährige ist staatlich geprüfte Hotelbetriebswirtin mit der Abschluss-Traumnote 1,25. Ihre Abschlussarbeit hat sie über Campinghotels verfasst und zum Jahresanfang erfolgreich abgeschlossen. Ihre Ausbildung absolvierte die Tribergerin zuvor in Bensberg bei Köln, wo sie in einem Drei-Sterne-Restaurant arbeitete. Den Hotelbetriebswirt erlangte sie in Hamburg.

"Ordentliche Summe im Millionenbereich" geplant

Mit dem geplanten Großprojekt geht für die junge Frau ein Traum in Erfüllung. Sie ist hundertprozentig davon überzeugt, dass es ein Erfolg wird. Ihr Vater steht voll und ganz hinter ihr. „Er investiert für das Vorhaben eine ordentliche Summe im Millionenbereich“ bemerkt Strobel. Heim ist sichtlich stolz auf seine Tochter und glücklich, dass sie wie ihr Bruder nach Triberg zurückkehrte und hier ihr Wissen einbringt.

Trend zu außergewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten

Voll des Lobes über Laura Heims Engagement in Sachen Campinghotel, das sie nach der Fertigstellung leiten soll, ist auch Rolf Dickmann. „Sie brennt für das Projekt“, freut er sich. Die für die Pläne zuständige örtliche Architektin Susanne Muschal brenne ebenfalls für das Vorhaben. Sie habe die Vorgaben gut umgesetzt und eigene Ideen eingebracht. „Wir sind schon intensiv in der Feinplanung“, erklärt Dickmann schmunzelnd und betont: „Es sollen noch viele Highlights kommen. Der Trend zu außergewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten ist bei Jugendlichen, Schulklassen, Familien, Motorradgruppen, Vereinen bis hin zu Geschäftsleuten groß.“

Die Stadt Triberg wird für den Fall der Umsetzung des Campinghotels laut Bürgermeister Gallus Strobel die Zufahrtsbrücke über die Gutach übernehmen, deren Sanierung veranlassen und einen Förderantrag stellen.
Die Stadt Triberg wird für den Fall der Umsetzung des Campinghotels laut Bürgermeister Gallus Strobel die Zufahrtsbrücke über die Gutach übernehmen, deren Sanierung veranlassen und einen Förderantrag stellen. | Bild: Christel Börsig-Kienzler

Abriss eines Gebäudeteils geplant

Auf die Pläne eingehend erläuterte Strobel, dass der linke Gebäudetrakt abgerissen werden soll. Der Rest bleibe bestehen, könnte nach oben sogar noch bebaut werden. „Die reine Innenfläche beträgt rund 5000 Quadratmeter“, gibt Strobel erfreut bekannt und blickt voraus: „Es soll ein Campinghotel entstehen mit allem, was dazu gehört, das Campingplatz-Atmosphäre bietet" – wie Wohnwagen, Zelte, Vorgärten, Gemeinschaftsduschen, Gastronomie- und Veranstaltungsbereiche sowie Grillstellen und Abstellflächen für Wohnmobile und Motorräder im Freien.

Fertigstellung bis Ende 2019 möglich

Auf Nachfrage erklärt Dickmann, dass das Projekt, sobald die Baugenehmigung vorliegt, in Angriff genommen werde. Der Abbruch und Umbau des ehemaligen Industriegebäudes könnten parallel verlaufen. Vom Investor habe er die Vorgabe bekommen, Handwerker aus der Region einzubeziehen, „damit das Geld hier bleibt“. „Wenn wir Glück haben, wird der Indoor-Campingplatz bis Ende 2019 fertig sein“, wagt Dickmann eine Prognose.

Was Strobel freuen würde: „Dann stünde er rechtzeitig zum Weihnachtszauber zu Verfügung.“ Das Projekt würde laut Strobel "maßgeblich zur Belebung der Unterstadt beitragen" und erhalte "die volle Unterstützung seitens der Stadt.“

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