Yahya Akgül ist sauer. Denn weil aus der Dieselzapfsäule an einer Tankstelle in Triberg am 14. Dezember aufgrund eines vorangegangenen Unwetters mit Starkregenfällen Wasser in die Diesel-Tanks der Tankstelle floss, hat der Triberger Autofahrer nun ein kostspieliges Problem.

Dafür, dass Wasser statt Benzin getankt wurde, spreche, dass Augenzeugen beobachtet haben wollen, wie das Wasser mit Schläuchen aus den Tanks abgepumpt und über die Waschanlage entsorgt wurde. Der Motor seines Mercedes SUV ist hinüber, der Schaden beträgt rund 8000 Euro. Auch andere Autofahrer sind betroffen wie beispielsweise der Unternehmer Reinhard Kohnen – der aber sei nach einigen Anlaufproblemen schon längst entschädigt.

Nach wenigen Meter Fahrt bleibt Auto stehen

Mitte Dezember war für Yahya Akgül wie für Reinhard Kohnen ein Abend stotternd und ruckelnd zu Ende gegangen, dann ging bei ihren Fahrzeugen gar nichts mehr.

Nachdem die Betroffenen am 14. Dezember an einer Triberger Tankstelle ihre Fahrzeuge volltankten, ruckelten die Autos nach nur wenigen hundert Metern Fahrt nur noch, blieben schließlich ganz stehen und mussten, wie auch im Falle Akgüls, abgeschleppt werden.

Starkregen spült Wasser in die Tanks

Zunächst vermutete der verständigte Verwandte Akgüls, dass dieser statt Diesel Benzin getankt habe. Wie jedoch eine Mitarbeiterin der betroffenen Tankstelle wenige Tage später auf Anfrage erklärt hatte, handelte es sich nicht um falschen Sprit, sondern um Wasser. „Es hat Tage vorher stark geregnet, und da ist Wasser in die Tanks gelaufen“, sagte seinerzeit die Tankstellenmitarbeiterin aus.

Einige Autofahrer hätten noch getankt, ehe der Schaden bemerkt und die betroffenen Zapfsäulen außer Betrieb genommen wurden, darunter eben auch Yahya Akgül. Mehr als 80 Liter habe er getankt, einen Beleg dafür konnte er vorweisen. Eigentlich ein klarer Fall für die Versicherung.

Hoffnung auf schnelle Regulierung erfüllt sich nicht

Nachdem er den Schaden bei der Versicherung der Tankstellenbetreiberin meldete, hoffte er auf schnelle Regulierung, wie sie von dort seitens des Leiters der Abteilung Schadensregulierung der betroffenen Versicherung, Thomas Schormann, auch versprochen worden war. Doch auch heute ist der Schaden noch nicht bezahlt, auch hat die Fachwerkstatt seitens der Versicherung noch keine Benachrichtigung erhalten, dass der Schaden übernommen werde.

„Und solange das nicht der Fall ist, fangen die nicht an.“ Ein Schadensgutachten liegt sowohl der Versicherung wie dem Autohaus vor – allein der Schaden selbst liegt bei rund 8000 Euro.

Doch es kommen weitere Kosten hinzu. Seit drei Monaten hat der Familienvater mit vier Kindern kein Fahrzeug mehr, da ihm ein adäquates Ersatzfahrzeug zu hohe Kosten bescheren würde, von denen er nicht wisse, ob sie ihm ersetzt würden.

Anfragen stoßen auf taube Ohren

Was ihm am meisten zu schaffen macht, sei die Tatsache, dass sowohl er als auch sein Rechtsanwalt, bei der Versicherung anscheinend auf taube Ohren stoßen. „Man hat keinesfalls den Eindruck, als liege der Versicherung etwas daran, den Schaden zu regulieren. Wenn überhaupt, bekommen wir ausweichende Antworten“, ärgert sich der Handwerker.

Auf Versuche unserer Zeitung, mit der Versicherung Kontakt aufzunehmen, reagierte diese ebenfalls nicht. Außer den genannten Personen gebe es noch mindestens zehn weitere Autofahrer, die im besagten Zeitraum getankt hätten, weiß Akgül. Inwieweit diese entschädigt wurden, könne er nicht sagen – wegen des Datenschutzes kenne er keine Namen.

Doch wie Schormann seinerzeit aussagte, bewege sich deren Schäden zwischen 500 und 1500 Euro, da bei den meisten Fahrzeugen ein Ablassen des Sprits und eine Reinigung der Tank- und der Einspritzanlage ausreichten.

Familienvater sucht weitere Geschädigte

Sollte es noch weitere Betroffene geben, die ähnliche Erfahrungen mit der Versicherung gemacht hätten, wäre Akgül glücklich, wenn sich diese unter den Mobilfunknummern 0151/16 10 91 12 oder 0151/47 29 37 42 mit ihm in Verbindung setzen würden – selbst wenn deren Schäden mittlerweile reguliert seien.

Das richtet Wasser im Motor an

Was passiert im Motor eines Fahrzeugs durch Verunreinigung mit Wasser im Dieselkraftstoff? Durch das Wasser wird der Diesel verdünnt, seine Schmierfähigkeit nimmt ab. Somit können die Einspritzpumpe oder die Hochdruckpumpe von so genannten Common-Rail-Motoren mangels Schmierung fressen, außerdem können Metallteile, wenn sie längere Zeit mit Wasser in Berührung bleiben, verrosten.