Von seiner Reise zur Insel Komodo konnte Klaus Dieter Müller viel erzählen. Sie ist eine von 1700 Sundainseln und liegt im asiatisch-pazifischen Ozean. Das Ziel reizte Müller seit früher Jugend, weil er als Zehn- bis Zwölfjähriger das Buch „Die Insel der Drachen“ des Reiseschriftstellers Hans Otto Meissner mit Begeisterung gelesen hatte. Jetzt erfüllte er sich für fünf Wochen diesen Jugendtraum.

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Schon die Flugreise war ein Abenteuer. Eine Fluglinie von Deutschland nach Komodo gibt es nicht – dazu kam, dass der gebuchte Flug ausfiel. Irgendwie schaffte er es mit seiner Frau und einer Verwandten über Umwege doch, das Traumziel zu erreichen.

Fremde Welt

Komodo ist heute noch eine vollkommen fremde Welt. Von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen würde die Wissenschaft sprechen. Nahezu nichts sei dort so, wie man es aus der europäischen Kultur kenne: In Großstädten spiele sich das Leben auf der Straße ab. Busse und Flugzeuge seien unpünktlich. Lastwagen werden laut Müller zu Bussen umgebaut, auf derem Dach Menschen und Ziegen befördert werden. Häuser stehen auf Stelzen, um Ratten und Schlangen fernzuhalten.

Von Insel zu Insel

Von Bali aus, dem nächsten Flughafen, war ein echtes Inselspringen zurückzulegen, zu Schiff (mit „Nussschalen“) und mit kleineren Flugzeugen, auf staubigen Straßen, über Brücken, die einen das Fürchten lehren, und durch Landschaften, die von sehr verschiedenen, überaus freundlichen Menschen bewohnt seien. Müller berichtete von überraschenden Begegnungen. Er und seine Frau trafen auf der Insel eine Nonne des Steyler Missionsordens. Und eine Verwandte des italienischen Faschistenführers Mussolini. Auch auf Feindseligkeit hatten sie sich einzustellen. Das spürte Klaus Dieter Müller schmerzlich, als ihm ein Stein an den Kopf flog.

Gewöhnungsbedürftige Speisen

Die Reisenden wurden auch mit heimischen Speisen vertraut, die mehr als gewöhnungsbedürftig seien, aber verzehrt werden mussten, weil die Gastgeber unter keinen Umständen beleidigt werden durften. Im Notfall mussten auch einmal trockener Reis und Bananen genügen. Zum Leben unter primitiven Verhältnissen gehörte zudem, dass mitunter der Betonboden als Nachtquartier genügen musste. Und der Schlafsack sei für die Kälte der Nacht nicht ausgelegt gewesen. Doch Klaus Dieter und seine kleine Reisegesellschaft suchten ja schließlich Abenteuer und Anstrengung in der erdgeschichtlich unruhigen Gegend. Ein Gebiet, reich an noch tätigen Vulkanen, hatten sie betreten, durch den Dschungel kämpften sie sich, Landkarten waren nicht zu bekommen – aus politischen Gründen. Sie wurden als Mittel zur Spionage missdeutet.

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Hilfe fanden sie bei christlichen Missionaren. Religiös ist das Land tief gespalten: Hinduismus und Islam, dazwischen haben sich aus sehr früher Zeit animistische Elemente erhalten. Diese Kultur kenne auch Spiel und Feste: Ein Partner greift seinen Gegner mit der Peitsche an, der sich mit einem Schild verteidigt.

Giftige Warane

Und schließlich die Tierwelt, die Warane, Riesenexen, einzigartig auf dieser lange unbewohnten Insel, weil sie in erdgeschichtlichen Jahrtausenden vom Festland abgetrennt wurden und ungestört überleben konnten. Müller konnte sie aus der Nähe beobachten und fotografieren. Für Menschen wie für alle Lebewesen sind sie gefährlich, weil sie im Unterkiefer Giftdrüsen haben.