Die Touristenströme in Triberg ziehen derzeit an einer riesigen Baustelle vorbei. Doch das scheint die Urlauber nicht zu stören. Vielmehr gerät das Bauvorhaben auf dem ehemaligen Bühlerareal angesichts seiner Dimension selbst zur Attraktion.

Ein Anziehungspunkt soll das dortige Bauvorhaben auch nach seiner Fertigstellung bleiben. Schließlich entsteht an diesem Filetstück im touristischen Herzen Tribergs in der Oberstadt ein Edeka-Vollsortimenter mit 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche. Hinzu kommen noch Neben- und Kühlräume, alles im Erdgeschoss angesiedelt. Auch der Bereich über dem Edeka, also im ersten Geschoss oder anders ausgedrückt, auf dem Dach des Edeka-Marktes, soll genutzt werden. Wobei laut Bürgermeister Gallus Strobel noch nicht ganz klar ist, was genau entstehen soll.

Bild: Markus Reutter

Ein im vergangenen Jahr angestoßener Ideen- und Architektenwettbewerb führte mangels Interesse nicht zum Erfolg. „Ich habe selbst noch Architekten angesprochen“, doch die hätten abgewunken: „Keine Zeit“. Die Auftragsbücher von Planern und Handwerkern seien voll. Landauf, landab laufe die Konjunktur „heiß“, erklärt sich Strobel das geringe Interesse am Ideenwettbewerb der Stadt.

Triberg geht nun einen anderen Weg: „Wir überlegen uns selbst etwas und haben auch Fachleute eingeschaltet.“ Mit „wir“ meint Strobel vor allem den Aufsichtsrat der Triberg Entwicklungs AG, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, in deren Gremium neben Bürgermeister Strobel Vertreter des Gemeinderats und der städtische Marketingleiter Nikolaus Arnold am Tisch sitzen.

Gemeinderat entscheidet

„Letztlich entscheidet der Gemeinderat“, was denn schlussendlich auf dem Edeka-Dach entstehen soll, betont der Bürgermeister. Vorstellbar sei, dass sich Handel ansiedele und dass außerdem zusätzliche Fläche fürs benachbarte Schwarzwaldmuseum genutzt werde.

Strobel geht von Gesamtkosten des derzeit größten Bauvorhabens in Triberg von fünf Millionen Euro aus. Als Bauherren treten die Triberg Entwicklungs AG und die Brimo GmbH – Bruder Immobilien GmbH – auf.

Bild: Reutter

Nach bisheriger Planung sollen die Rohbauarbeiten auf der Baustelle bis März 2019 und der Komplettausbau bis August 2019 abgeschlossen sein. Strobel hofft, dass der Edeka-Markt aber bereits Mitte nächsten Jahres eröffnen kann.

Schonach und Schönwald hatten bei einer ursprünglich angestrebten Änderung des Flächennutzungsplans zur Erstellung des Marktes in Triberg ihr Einvernehmen versagt. Befürchtet wurden Abwanderungen der Kaufkraft in Richtung Triberg. Wie Strobel erklärt, habe Triberg aber noch eine andere Möglichkeit gefunden, den Markt auf den Weg zu bringen. In seiner zentralen Lage unweit des Wasserfalleingangs geht Strobel von einer weiteren Belebung der Innenstadt aus, die sich auch positiv auf die Unterstadt auswirke. Es sei erklärtes Ziel der Stadtentwicklung, die Unterstadt mit mehr Leben zu füllen. Dem komme das Bauvorhaben auf dem ehemaligen Bühlerareal entgegen.

Viele Kommunen würden den Fehler machen, große Einkaufsmärkte außerhalb des Stadtzentrums auf der grünen Wiese anzusiedeln. So etwas schade dem Umsatz in den Innenstädten. Triberg hingegen stärke das Zentrum mit dem neuen Edeka-Markt.