• Apotheker: Luz war Apotheker mit Leib und Seele und viele Bürger werden sich noch an den „Herrn im weißen Kittel“ erinnern, der jahrelang die Geschicke der „Luz‘schen Stadt-Apotheke“ leitete. Diese kann auf eine lange Tradition zurückblicken, denn bereits im Jahr 1806 erteilte die Großherzoglich Badische Regierung des Oberrheinkreises in Freiburg das vererbbare Privileg, in Triberg eine der ersten Apotheken des Schwarzwalds zu eröffnen. Im Eingangsbereich der Apotheke kann man eine eindrucksvolle „Ahnentafel“ besichtigen, die als den ersten Inhaber F. Lang ausweist, der von 1808 bis 1819 die Apotheke führte. Erstaunlich, dass danach über einen Zeitraum von nahezu 100 Jahren, nämlich von 1819 bis 1916, lediglich drei Nachfolger die Apotheke im Herzen von Triberg leiteten.Danach begann die Ära Luz, indem der Vater von Gerd Luz, Carl Luz, das Anwesen erwarb und im Jahr 1955 an seinen Sohn übergab. Zwei größere Umbauten in den 1970ern und im Jahr 1998 machten die Apotheke zu dem, was sie heute ist. Bis 1996 leitete der Verstorbene die Apotheke, die er danach aus Altersgründen an den jetzigen Apotheker und Gemeinderat Thomas Reiser, übergab.
  • Amtsinhaber: Doch wer meint, dass Gerd Luz sich hinter Pillendosen und Salbentöpfe versteckte, der irrt, denn der außergewöhnliche und beliebte Mann war jahrelang im Aufsichtsrat der Volksbank Triberg tätig. Auch die Kommunalpolitik hatte es Luz angetan, denn er war über viele Jahre im Gemeinderat für die Freie Bürgerschaft/FWV, über 20 Jahre Bürgermeisterstellvertreter und einige Jahre Vorsitzender der Freien Bürgerschaft/FWV. Beim Bau des Kurhauses brachte Luz seine großen Erfahrungen ein.
  • Vereinsmitglied: In der Skizunft bekleidete er über viele Jahre das Amt des Vorsitzenden. Auf Langlauf-Skiern fühlte sich Luz in jungen Jahren sehr wohl und so nutzte er diese ab und zu, um den Patienten dringend benötigte Medikamente „frei Haus“ zu liefern. Luz war auch in der Narrenzunft Triberg als aktives Mitglied äußerst rührig und initiierte, zusammen mit Schreinermeister Peter Erhardt, den großen Teufelsumzug am Abend des „Schmutzige Dunschdigs“, der bis heute als ein Höhepunkt des Triberger Fasnettreibens angesehen werden kann. Tennis war, neben seinen ausgedehnten Wanderungen mit dem Deutschen Alpenverein, eine seiner weiteren Leidenschaften. Im Turnverein Triberg war Luz ferner über 60 Jahre Mitglied. Zusammen mit Roger Schmidt war er Gründungsmitglied im Lazarus-von-Schwendi-Städtebund. Außerdem war er Ehrenmitglied beim ADAC. Nicht ohne Grund, denn in seiner Jugend fuhr er erfolgreich Autorennen mit seinem VW-Käfer.
  • Reservist: Luz war Oberstabsapotheker der Reserve und nahm an Übungen im Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz teil. Er hatte engen Kontakt zur Patenbatterie in Immendingen.
  • Spender: Auch das soziale Verständnis von Luz war weit über Tribergs Grenzen hinaus bekannt. So spendete er unter anderem fünf Kreuze am Krieger-Ehrenmal mit der Maßgabe, dass er nicht als Spender genannt werden wollte. Auch hier ging es ihm ausschließlich um die Sache, denn alle seine Ämter, die er akribisch ausübte, versah er aus tiefster Überzeugung und voller Aufrichtigkeit.
  • Bundesverdienstkreuz: Der Schwarzwald und vor allen Dingen Triberg, lagen ihm sehr am Herzen. Für seine enormen Leistungen für die Allgemeinheit wurde Gerd Luz die Goldene Bürgermedaille überreicht und ihm in den 1980er-Jahren das Bundesverdienstkreuz an die Brust geheftet.
  • Privatleben: Seine Urlaubsziele waren die Insel Korsika und das Tessin, wo er sich vom Alltagsstress gut erholen konnte. Als seine Frau im Jahr 2007 in das Pflegeheim nach Hornberg gebracht wurde, gab Luz sämtliche Posten auf, um sich ausschließlich ihr bis zu ihrem Tod zu widmen. Gerd Luz wird in der Öffentlichkeit nicht vergessen werden, denn er lebt weiter in seiner „Luz’schen Stadt-Apotheke“.

Die Trauerfeier für den Verstorbenen findet am 5. Juni um 14 Uhr in der evangelischen Kirche in Triberg statt.