Hans Böge hat im Zuge seiner Benefiz-Tour auch die Stadt Triberg besucht. Er erkrankte im Jahr 2010 an Zungenbodenkrebs und lernte zu verstehen, dass Geld manchmal eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Krankheit spielen kann. Als Opa Hans radelt er seit vier Jahren mit seinem Fahrrad für einen guten Zweck durch Deutschland und führt Gespräche mit Bürgern, Patienten, Medizinern und Politikern über den Zusammenhang zwischen Armut und Krebs.

2010 erkrankte er an Zungenbodenkrebs. „Was für eine schreckliche Erfahrung und was für eine innere Auseinandersetzung, denn kurz zuvor verlor ich einen guten Freund an eben dieser doch eher seltenen und bis dahin für mich völlig unbekannten Krebsart“, sagte er im Gespräch.

Zunächst galt es damals, Informationen über die besten Therapien zu sammeln und einen unendlich scheinenden Therapiemarathon zu bewältigen. „Am Ende hatte ich Glück und konnte den Krebs besiegen“, erzählte Opa Hans den beiden Leitern der Asklepios-Klinik, Thomas Widmann und Stefan Bartmer-Freund. Radfahren habe ihm seither wieder Lebenskraft gegeben und sei für ihn zur Kraftquelle geworden. Mit einem veränderten Blick auf das Leben konzentriere und engagiere er sich seither als Spendenradler.

Im vergangenen Jahr sei der Krebs zurückgekommen – und Opa Hans musste erneut operiert werden. „Zuerst wurde die Lunge operiert, da bestand auch Krebsverdacht, danach kam erneut der Mund an die Reihe. Diesmal dauerte die Operation im Mund neun Stunden, wobei auch die Zunge und Teile des Unterkiefers entfernt wurden“, schilderte er die Umstände. Im Rahmen der Wiederherstellungschirurgie sei aus Teilen des Unterarms eine neue Zunge geformt worden, Teile des Kieferknochens wurden chirurgisch entfernt und ersetzt.

Für dieses Jahr plane Opa Hans weitere Radtouren. Dabei möchte er Bewusstsein schaffen für die Anliegen von Krebskranken und ihren Angehörigen. Diese durchleben unheimliche und unglaubliche Dinge. Am Ende hätten sie vielleicht den Krebs besiegt, fallen aber oft durch das soziale Netz.

Zu den psychischen kämen noch die finanziellen Sorgen. „Wer länger als 18 Monate wegen einer Krankheit arbeitsunfähig ist, wird von den Krankenkassen ausgesteuert oder frühverrentet. Da ist das Niveau für die Grundsicherung schnell erreicht. Für Urlaub bleibt da nichts übrig“, weiß Hans Böge.

Kinder und Familien sind oftmals betroffen und um ihnen einmal eine Auszeit, also einen kostenlosen Urlaub zu ermöglichen, dafür engagiere sich der Verein „Auszeit für die Seele“, für dessen Unterstützung Hans Böge Spenden sammelt.

Jeder kann sich einbringen, so sein Motto, – und es müsse dabei nicht immer nur Geld sein. Seit vier Jahren fährt Opa Hans mit seinem Fahrrad durch Deutschland und führt Gespräche mit Bürgern, Patienten, Medizinern und Politikern über den Zusammenhang zwischen Armut und Krebs. Viele Krebspatienten leben an der Armutsgrenze und nicht wenige durch ihre Erkrankung sogar in Armut.

Die Anstrengungen einer Krebstherapie können Außenstehende kaum erahnen. „Da kann man in einer stabilen Phase immer Urlaub brauchen, um neue Kraft zu tanken und mit den Lieben, die häufig hinter der Erkrankung des Betroffenen mit ihren Anliegen zurückstehen müssen, eine verbindende und sorgenfreie Zeit gemeinsam zu erleben.“

Doch Arbeitslosengeld II oder Grundrente ließen vielen Patienten diesen Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Der Verein Auszeit für die Seele ermögliche Betroffenen genau dieses Urlaubserlebnis – und zwar kostenlos.

In einem einstigen Pfarrhaus in Ostfriesland, genau zwischen den Städten Emden, Aurich und Leer gelegen, können Betroffene mit ihren Angehörigen oder dem Lebenspartner einmal durchatmen, neue Kraft tanken, zu gemeinsamen Unternehmungen aufbrechen und den Krankheitsalltag ein Stück hinter sich lassen.

Betroffene, die ALG II, Erwerbsminderungsrente oder ähnliches beziehen, können bei Interesse Kontakt mit dem Verein aufnehmen. Informationen: 02383/20 55 oder im Internet http://www.auszeit-für-die-seele.info