Triberg – Drei syrische Familien haben in Nußbach eine neue Heimat im ehemaligen Lehrerhaus an der Bundesstraße 33 gefunden. Sie stammen aus dem Gebiet des umkämpften Aleppos und sind eng miteinander verwandt.

Wie lange sie auf der Flucht waren, auf welchem Weg sie nach Deutschland kamen und was sie unterwegs erlebt haben, liegt noch im Dunkeln. Ein Vater fehlt der Großfamilie noch, er sorgt sich in Syrien um die kranken Eltern. In Nußbach kümmert sich Elena Weeber vom Kreisverband des Roten Kreuzes um die fünf Erwachsenen und 17 Kinder. Außerdem ist Boris Paska, Heimleiter der Gemeinschaftsunterkünfte St. Georgen und Nußbach, die vom Landratsamt Schwarzwald-Baar betrieben werden, für die Familien zuständig. Tatkräftig unterstützt werden sie von der Stadt Triberg und ihren Kollegen vom Kreisverband des Roten Kreuzes.

Nach einigen Wochen des Eingewöhnens besuchen die Schulkinder seit dem vergangenen Montag den Unterricht und nach Abschluss der Fastenzeit Ramadan am 5. Juli werden auch die Kindergartenkinder in die Einrichtung nach Gremmelsbach gehen, informierte Elena Weeber beim ersten Helfertreffen.

Eine kurze Vorstellung der Familie ergab für die ehrenamtlichen Helfer einen kleinen Überblick. Das größte Problem derzeit ist die Sprachbarriere. Nur einer der Väter spricht ein wenig Englisch, ansonsten wird mit Händen und Füßen kommuniziert. Lehrerin Gaby Liehl erteilt im Auftrag der Stadt Triberg den Flüchtlingen Deutschunterricht. So schwierig sich der Unterricht unter diesen Umständen gestaltet, findet sie auch Lustiges und Bemerkenswertes. Gaby Liehl amüsierte sich, als der kleine Wael die Überschrift eines Arbeitsblattes in Schwarz-Rot-Gold untermalte.

Die Familien sind mit Möbeln und allem Wichtigen ausgestattet und beginnen sich allmählich im Schwarzwälder Alltag zurecht zu finden. DRK-Mitarbeiterin Dorothee Stoffers hofft nun, für die Familien Paten zu finden. „Sie müssen nicht die Verantwortung für ihre Familie übernehmen“, stellte sie klar. Vielmehr geht es um eine begleitende Funktion und Hilfestellungen im Alltag. „Das braucht nichts Großtrabendes sein und kann ganz klein anfangen“, bestätigte Elisabeth Renkert, die für die St. Georgener Flüchtlinge zuständig ist und Elena Weeber im Bedarfsfall vertreten wird. Elena Weeber koordiniert alle Hilfsangebote und stellt die Kontakte her. Für die Hausaufgabenhilfe der syrischen Grundschüler und die Betreuung der Kleinkinder während des Deutschunterrichtes von Gaby Liehl konnten bereits Helfer gewonnen werden. Außerdem wurden Handynummern für spontane Fahrdienste getauscht. Die Familien selbst wünschen sich, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Nach ihren Angaben fühlen sie sich sehr gut in Nußbach aufgehoben, alle sind glücklich, die Familie in Sicherheit zu wissen.

Dennoch würden sie sehr gerne mit den Nußbachern kommunizieren, um in der Fremde ein wenig Normalität zu erfahren. Aktuell sucht Elena Weeber eine moderne Nähmaschine für eine der Flüchtlingsmütter. Die versierte Näherin möchte ihre Familie auch weiterhin mit selbst genähter Kleidung ausstatten.

Wer den Helferkreis unterstützen will oder eine Familienpatenschaft übernimmt, kann sich per E-Mail an elena.weeber@drk-vs.de wenden.