Neben 50 Mitgliedern konnte der Vorsitzende André Priem auch Gremmelsbachs Ortsvorsteher Helmut Finkbeiner als Vertreter der Stadt Triberg sowie Ratsmitglied Herbert Fehrenbach von der Gemeinde Schonach begrüßen. Es war der „übliche soziale Rückblick“ auf das vergangene Jahr sowie ein kleiner Ausblick auf 2020 zu erfahren. Der ehemalige Familienrichter Peter Birkenholz ging in seiner Ansprache auf das soziale Geschehen in Deutschland und Baden-Württemberg und die Auswirkungen auf die Region ein.

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Auch die vielfältige Arbeit, die die 14-tägige Sprechstunde des Vorsitzenden im Kurhaus mit sich bringe, sprach er an. Oft seien es einfache Dinge wie das Ausfüllen verschiedenster Formulare, vom Antrag auf Krankengeld bis hin zur Heizkostenbeihilfe oder für einen Behindertenausweis. So langsam werde es problematischer, stellte er fest. „Aufgrund dramatisch gestiegener Mitgliederzahlen müssen wir uns überlegen, wie das weiter gehen soll“, betonte er. Inzwischen sei die Sprechstunde schon so gut besucht, dass man an eine Unterstützung für Priem nachdenken müsse.

Blick über den Tellerrand

Des Öfteren begleite dieser auch den einen oder anderen zu Behörden oder mache Hausbesuche. Allerdings stellte Birkenholz deutlich dar, dass eine Beratung, die nicht soziale Problematiken beträfe, einfach nicht gingen – was Priem in den vergangenen Monaten immer wieder habe erleben müssen. Birkenholz warf dann wieder einen Blick über den regionalen Tellerrand. Bundesweit habe sich der Sozialverband auf mehr als zwei Millionen entwickelt, im Ländle seien es derzeit rund 240 000 Mitglieder, in der Raumschaft seien es schon wieder mehr als im Vorjahr, mithin zurzeit 220 Mitglieder.

Der Vorsitzende des Sozialverbands VdK in der Raumschaft Triberg, André Priem, begrüßt Mitglieder und Offizielle.
Der Vorsitzende des Sozialverbands VdK in der Raumschaft Triberg, André Priem, begrüßt Mitglieder und Offizielle. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Positiv sei zu vermerken, dass es bei den Pflegekosten eine Entlastung gegeben habe, auch das Thema „Kostenübernahme durch Kinder“ liege erst bei einem Bruttoeinkommen von 100 000 Euro vor. Noch immer aber werde zunächst vorhandenes Vermögen verbraucht bis auf Freibeträge, danach könne der betroffene Antrag auf Sozialleistungen stellen.

Pflegeplätze

„Pflege muss bezahlbar bleiben“, machte der Richter im Ruhestand geltend. Dazu trage aber nicht bei, wenn künftig jeder Heimbewohner im Einzelzimmer wohnen dürfe – vor allem dann nicht, wenn man sich als Land Baden-Württemberg aus der Heim-Finanzierung ausklinke. „Die Heimbewohner zahlen die Zeche“, verdeutlichte er. Speziell in Triberg müsse der Trägerverein für die 24 neuen Einzelzimmer fünf Millionen Euro aufbringen. Desgleichen rufe der Bund zu mehr Ausbildung auf, ohne dazu auch Kosten zu übernehmen. 38 Euro koste das jeden Bewohner extra. Das nächste Problem sei bezahlbarer Wohnraum. „Auch eine Domäne des VdK, denn Behinderung sollte ja heute kein Problem mehr sein. Es gibt aber kaum passende barrierefreie Wohnungen“, so Birkenholz.

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Zusätzlich hatte er Helmut Finkbeiner aus Gremmelsbach gebeten, einen kleinen Vortrag zu halten. Der langjährige Vorsitzende des Bezirksimkervereins Triberg informierte die Mitglieder des Sozialverbands über einen Jahreslauf der Honigbiene.

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